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Alarmsignal: Überraschender Rückgang bei den Baugenehmigungen

Der deutschen Wirtschaft geht es so gut wie nie. Der Super-Boom wird noch viele Jahre anhalten. So oder so ähnlich wird beinahe täglich über das deutsche Wirtschaftswunder 2.0 geschrieben. Und dann ist ja da noch der unheimliche Boom am deutschen Immobilienmarkt, der insbesondere in den Boom-Regionen wie München immer extremere Ausmaße annimmt.

Angesichts eines Zinsniveaus, das nach wie vor im historischen Vergleich auf einem Rekordtief verharrt, müsste es am Bau brummen wie nie. Selbst die politisch Verantwortlichen räumen ja ein, dass 400.000 Wohnungen – insbesondere in den Ballungsräumen – pro Jahr genehmigt und gebaut werden müssten.

Zahl der Genehmigungen sinkt

Kurz vor der deutschen Bundestagswahl vermeldeten die Statisiker des Bundesamts zu Wiesbaden, dass es mit Blick auf die Baugenehmigungen von Wohnungen in den ersten sieben Monaten des Jahres 2017 alles andere als gut aussah. Und zwar trotz der scheinbar traumhaften Rahmenbedingungen mit faktisch abgeschafften Zinsen. Also, von Januar bis Juli 2017 wurden in Deutschland 6,6 % oder rund 14.200 weniger Baugenehmigungen von Wohnungen erteilt als in den ersten sieben Monaten 2016.

Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte, wurde von Januar bis Juli 2017 der Bau von insgesamt 199.400 Wohnungen genehmigt. Im Dreimonatsvergleich nahm die Zahl der genehmigten Wohnungen von Mai bis Juli 2017 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 3,8 % ab.

Blick auf die Details zeigt die Entwicklung

Interessant auch der Blick auf die Details. Die Zahl der Baugenehmigungen von Neubauwohnungen in Wohngebäuden hat in den ersten sieben Monaten 2017 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,9 % beziehungsweise 6.900 Wohnungen abgenommen.

Die Baugenehmigungen von Wohnungen in Einfamilienhäusern (–7,7 % beziehungsweise – 4.500 Wohnungen) und in Zweifamilienhäusern (– 1,0 % beziehungsweise –100 Wohnungen) tendierten auch nach unten. Und die genehmigten Wohnungen in Wohnheimen gingen mit fast 30 Prozent besonders drastisch zurück. Zu dieser Kategorie zählen unter anderem Flüchtlingsunterkünfte.

Ja, liebe Leser, mit Blick auf die genehmigten Wohnungen in deutschen Landen kann von einem kommenden Bau-Boom nicht mehr gesprochen werden. Im Gegenteil. Es ist schon ein Alarmzeichen, wenn trotz abgeschaffter Zinsen und angeblich prosperierender Wirtschaft die Zahl der Baugenehmigungen stark rückläufig ist. Lassen Sie sich bloß nicht vom vorherrschenden Boom-Gerede zu überteuerten Immobilien-Investments, insbesondere in den hoffnungslos überteuerten Boom-Regionen Deutschlands, verführen – denn das kann teuer werden!

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