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Deutscher Staatsschuldenberg wächst immer weiter

Haben Sie es auch gesehen? Eine Woche vor dem Wahltag war es Ex-Finanzminister Theo Waigel höchstpersönlich, der massiv Wasser in die aktuelle Wohlfühlfinanzlage Deutschlands goss. Der Ex-Politiker wies das Millionenpublikum darauf hin, dass die Lage der deutschen Staatsfinanzen weniger rosig ist als es die aktuell verkündeten Rekordüberschüsse vermuten lassen. Und in dem Kontext brachte der CSU-Politiker die implizite Staatsverschuldung ins Spiel.

Leichter Schuldenrückgang im Jahr 2016

Werfen wir aber zunächst einen Blick auf die offen ausgewiesene, sprich zugegebene Verschuldung des deutschen Staats. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung samt Extrahaushalten standen Ende 2016 mit 2,0065 Billionen Euro in der Kreide. Das ist jedenfalls der vom statistischen Bundesamt in Wiesbaden verkündete Schuldenstand.

Immerhin nahm der offen ausgewiesene Schuldenberg um gut 16 Milliarden Euro im Vergleich zum 31.12.2015 ab. Damit liegt die offizielle Staatsverschuldung bei 68,3 Prozent des BIP. Nur am Rande sei erwähnt, dass damit das Maastricht-Kriterium von 60 Prozent immer noch weit verfehlt wird.

Gesamtverschuldung bei 165 Prozent des BIP

Nun aber zurück zu Herrn Waigel bei Anne Will. Herr Waigel machte gleich zwei Mal darauf aufmerksam, dass die gesamte Staatsverschuldung Deutschlands weit höher liegt als die besagten 68,3 Prozent des BIP. Also, die explizite und implizite Staatsverschuldung liegt laut Herrn Waigel bei 165 Prozent des BIP. Bei der impliziten Staatsverschuldung geht es ja um die sog. verdeckte Verschuldung, sprich um Leistungszusagen des Staates für künftige Beamtenpensionen bzw. die sozialen Sicherungssysteme.

Hier sei nur am Rande erwähnt, dass die gesetzliche Rentenkasse im vergangenen Jahr 2016 sage und schreibe 82,6 Milliarden Euro an Finanzhilfen des Bundes bedurfte, um die Renten auszuzahlen. Das ist fast jeder dritte gesetzliche Renteneuro, der ausgezahlt wird. Ohne massive Einschnitte würden die mit der Schrumpfvergreisung Deutschlands verbundenen Ausgaben bis zum Jahr 2060 auf dann 60 Prozent der gesamten Ausgaben des deutschen Staates hochschnellen. Oder, um es noch drastischer auf den Punkt zu bringen. Die explizite und implizite Staatsverschuldung liegt bei knapp 5,2 Billionen Euro.

Ja, liebe Leser, in Wahrheit sieht es alles andere als gut aus mit den deutschen Staatsfinanzen. All jene, die sich schon heute auf ihre Renten und Pensionen in zehn oder 20 Jahren freuen, sollten keinesfalls enttäuscht sein, wenn sich diese Hoffnung zumindest mit Blick auf die Kaufkraft der dann ausgezahlten Renten bzw. Pensionen leider nicht erfüllen wird.

Und es wäre auch nicht verwunderlich, wenn die Menschen schon in zehn Jahren erst mit 70 oder noch später in den Ruhestand gehen werden. Lassen Sie sich also keinesfalls von dem extrem optimistischen Lagebild zu den deutschen Staatsfinanzen täuschen. In Wahrheit ist die Lage alles andere als gut. Sorgen Sie – soweit möglich -selbst vor!

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