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Eurokrise: Warum die angeblichen Fortschritte in den Krisenländern nur Propaganda sind

Selbst im geplagten Griechenland würde es nun mit der Beschäftigung nach oben und der Arbeitslosigkeit nach unten gehen. Diese frohe Botschaft wollten die Euro-Finanzminister aus Tallinn der europäischen Öffentlichkeit verkünden. Naja, die Botschaft hört man wohl gern, allein der Glaube daran fehlt.

Alles nur Propaganda?

Der ehemalige Präsident des Ifo-Instituts, Prof. Hans-Werner Sinn, traut dieser Aufschwungsrhetorik nicht wirklich über den Weg. Im Gegenteil, in einem aktuellen Interview ging er sogar so weit, dass er diese Botschaft als „Propaganda“ bezeichnete. Zur Begründung führte er aus, dass im Euroraum völlig falsche Preise vorliegen würden. Der Süden der Eurozone sei zu teuer. Jetzt werde versucht, diese Malaise durch staatliche Verschuldung zu kompensieren. Das sei aus der Sicht von Herrn Sinn purer Keynesianismus.

Ungelöstes Schuldenproblem

Herr Sinn führte weiter aus, dass diese Art von Politik nur ein Strohfeuer sei. Und brandgefährlich sei es ja, dass man dieses auch noch mit immer mehr Schulden anzünden würde. Er merkte hier klar an, dass sich seit dem Jahr 2012 die Schuldenquoten fast aller EU-Länder erhöht hätten. Und zwar trotz und entgegen des damals ausgehandelten Fiskalpakts. Damals hätten Herrn Sinn zufolge alle hoch und heilig versprochen, dass sie die Schuldenquoten Jahr für Jahr verringerten.

Das krasse Gegenteil sei aber in der Realität eingetreten. Mit Ausnahme von Irland, Malta und Deutschland haben die Schuldenquoten überall zugenommen. Damit sei zum einen das Schuldenproblem in der Eurozone nach wie vor ungelöst. Und zum anderen sei das strukturelle Problem der mangelhaften Wettbewerbsfähigkeit der Krisenländer in Europa alles andere als behoben. Im Gegenteil.

Sorgenkind Italien

Herr Sinn legte dann auch noch den Finger in die Wunde des großen Krisenlandes Italien. Er sprach hier von einer angespannten Stimmungslage. Er stellte heraus, dass die Industrieproduktion der Italiener sich seit der Krise keinesfalls erholen konnte. Das verarbeitende Gewerbe würde immer noch 22 Prozent unter dem Niveau des Jahres 2007 liegen. Er merkte weiter an, dass man zwar durch staatliches Schuldenmachen die Binnenwirtschaft ein bisschen ankurbeln könne. Es sei aber nicht möglich, das verarbeitende Gewerbe wieder auf Vordermann zu bringen.

Ja, liebe Leser, die Probleme in der Euro-Zone sind nicht gelöst. Sie sind unter dem Strich unlösbar. Wappnen Sie sich schon jetzt davor. Denn es ist nur eine Frage der Zeit, ehe die Heerschar der Investoren das auch so realisieren wird.

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