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Ex-Chefökonom der BIZ warnt vor platzender Mega-Blase

Die Aktienmärkte, allen voran in den USA, kennen derzeit nur noch eine Richtung. Und zwar nach oben. Auffällig ist, dass darüber hinaus auch noch die Schwankungsintensität, die Volatilität, im historischen Vergleich extrem gering ist. Sorglosigkeit und Euphorie herrschen vor; immer höhere Kursziele werden ausgerufen.

Die ersten Super-Bullen sehen den Dow Jones bis zum Jahresende schon bei sage und schreibe 25.000! Und mit Blick auf den deutschen Leitindex wird von den Optimisten immer häufiger die 20.000 Punkte-Marke als mittel- bis langfristiges Kursziel genannt.

Ex-BIZ-Chefvolkswirt warnt

Und bei dieser Stimmungslage wagt sich der Kanadier William White, ehemals Chefökonom der mächtigen Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), in einem Interview mit erstaunlichen Aussagen in die Öffentlichkeit. Herr White warnt vor einer Krise, die gefährlicher als die Finanzkrise von 2008 sei. Tenor seiner Aussage ist, dass im aktuellen Umfeld die Zentralbanken die Probleme nicht mehr lösen könnten. Die aktuelle Lage sei White zufolge bedrohlicher als 2007. Sie ähnele Herrn White zufolge gleichzeitig auch sehr dem Jahr 2008.

Gigantische Blase

Damals wurde ja aus der US-Immobilienkrise eine handfeste Weltfinanzkrise. Jetzt sei laut Herrn White allerdings mehr als nur ein Markt in einer Blase: Anleihen, Aktien, Immobilien – fast alle Anlageklassen befinden sich in einer Übertreibung. Normalerweise sei schon eine Übertreibung in nur einer Anlageklasse Grund zur Sorge.

Und nun würden wir uns in einer Mega-Blase befinden. Und diese Super-Blase limitiere auch die weitere Handlungsfähigkeit der Zentralbanken. Die Notenbanken könnten dieses Liquiditätsproblem nicht mehr lösen. Es gehe letztlich um die Frage, wie mit der Restrukturierung von Schulden, ja mit Insolvenzen umzugehen sei. Das sei aber nicht die Aufgabe und Kompetenz der Notenbanken.

Politik in der Pflicht

Und damit ist laut Herrn White der große Schulden-Ball wieder in den Händen der politischen Entscheidungsträger. Es sei letztlich Aufgabe und Kernkompetenz der Politik, wie regulatorisch mit  der Restrukturierung umzugehen sei. Anders formuliert, die Politik kommt am Ende des Tages nicht um Schuldenschnitte bzw. Bankenrettungen herum.

Ja, liebe Leser, Herr White wagt es als einer der ganz wenigen Stimmen, Wasser in den Euphorie-Wein zu gießen. Es wäre mehr als nur fahrlässig, die weisen Worte des ehemaligen Chefvolkswirts der mächtigsten Bank der Welt zu ignorieren. Wir sollten alle sehr besorgt sein und hoffen, dass die Politiker in der kommenden Mega-Krise halbwegs weise Entscheidungen treffen werden.

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