Produkt Logo

Griechische Aktien stürzen nach der Bundestagswahl ab

Nach dem deutschen Wahlbeben kam es an der Börse Athen zu einem massenmedial ignorierten Börsenbeben in Athen. Am Tag nach der Bundestagwahl geriet der Aktienmarkt in Griechenland massiv unter Druck. Der Leitindex ASE brach an nur einem Handelstag um mehr als vier Prozent ein.

Bankaktien massiv unter Druck

Besonders heftig unter die Räder kamen die Aktien der griechischen Großbanken. Hier sei nur am Rande erwähnt, dass diese Titel seit dem Ausbruch der Krise bereits extreme Wertverluste hinnehmen mussten. Hier sind Verluste in Höhe von 90 Prozent und mehr alles andere als außergewöhnlich gewesen.

Also, am Montag nach der deutschen Wahl stürzten die Titel der Piraeus Bank und der Eurobank Ergasias um jeweils mehr als 15 Prozent ab. Aktien der Attica Bank brachen um mehr als 13 Prozent ein. Für die Anteile der National Bank of Greece ging es um annähernd 12 Prozent nach unten.

Ändert sich die deutsche Politik?

Wohl gemerkt, den Kurssturz an der Börse in Athen löste übereinstimmenden Marktberichten zufolge „nur“ die bloße, latente Sorge vor einem möglichen Regierungseintritt der FDP aus. Die Furcht ging um, dass die Liberalen vielleicht Änderungen an der bisherigen Rettungspolitik verlangen und sich damit auch in den anstehenden Koalitionsverhandlungen durchsetzen könnten.

Derweil erklärte der Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem, dass er nach der deutschen Bundestagswahl keinen Kurswechsel Deutschlands in der Griechenland-Politik erwarten würde. Die Nachrichtenagenturen zitierten den Politiker aus den Niederlanden wie folgt: „Ich würde einmal raten, dass sich an der deutschen Position nichts ändern wird.“

Ja, liebe Leser, der einflussreiche Chef der mächtigen Eurogruppe wagt den Tipp, dass in der deutschen Position keine Änderung eintreten wird. Das sagt schon sehr viel aus. Wie fragil und wahrlich instabil die Lage in Europa nach wie vor ist, zeigt die Reaktion des griechischen Aktienmarkts auf den Ausgang der Bundestagswahl. Klar und Fakt ist, dass die Eurokrise weder ausgestanden noch gelöst ist. Schon im kommenden Jahr 2018 könnte das klamme Krisenland Griechenland weitere Stützungsmilliarden beantragen.

Und sollte sich der „Tipp“ von Herrn Dijsselbloem als nicht richtig erweisen und sich die deutsche Position doch ändern, dann steht einer auch massenmedial beachteten Eurokrise 2.0 nichts mehr im Weg. Und klar ist auch, dass die Eurokrise 2.0 nicht so „harmlos“ verlaufen wird wie bisher seit 2010. Stellen Sie sich schon jetzt darauf ein!

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Noch keine Bewertungen)
Loading...