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Großbankchef warnt vor scharfem Einbruch der US-Konjunktur

Seit acht Jahren geht es an den Aktienmärkten nach oben. Die längste Expansion seit dem zweiten Weltkrieg scheint endlos weiterzugehen. Auffällig ist, dass derzeit die Volatilität, die Schwankungsbreite im historischen Vergleich extrem tief ist. Ein weiteres Indiz für die fast schon manisch euphorische Stimmung ist die ebenfalls im historischen Vergleich extrem hohe Bewertung des Aktienmarkts. Und in dem Kontext bietet sich ein Blick auf das KGV des US-Aktienmarkts regelrecht an.

Extrem hohe Bewertung

Schauen wir also auf die Bewertung des US-Leitindex S&P 500. Dessen KGV liegt derzeit bei knapp 18. Und zwar auf Basis der in den kommenden zwölf Monaten erwarteten Gewinne. Damit liegt das KGV auf dem höchsten Stand seit dem Jahr 2004 bzw. seit dem Platzen der großen Tech-Blase Ende der 1990er-Jahre. Wohl gemerkt, diese Annahme, dieses KGV basiert rein auf den erwarteten Gewinnen der kommenden zwölf Monate. Das sind also reine Hoffnungswerte. Ob diese Hoffnungswerte auch so eintreten, ist extrem zweifelhaft.

Sollte es zu einer konjunkturellen Eintrübung kommen, wäre es für die Unternehmen extrem schwer, die hohen Gewinnerwartungen des Markts zu erfüllen. Im Gegenteil, massive Gewinnrevisionen stünden wohl auf der Agenda. Und just jetzt warnt der einflussreiche Chef der britischen Großbank Standard Chartered, Bill Winters, vor einem solchen Szenario. In einem aktuellen Interview warnte er vor einem möglichen Einbruch der Konjunktur in den USA. Er sprach in dem Zusammenhang von einer prekären Lage.

Warnung vor konjunktureller Eintrübung

Herr Winters merkte an, dass die USA im aktuellen konjunkturellen Zyklus schon sehr weit fortgeschritten seien. Statistisch betrachtet müsste das Land nun auf eine Abkühlung zusteuern. Der Banker konstatiert aber gleichzeitig, dass diese eigentlich überfällige Abkühlung durch die immer noch sehr niedrigen Zinsen und die Wachstumsrhetorik der neuen Administration unter Präsident Trump hinausgeschoben worden sei. Das könnte folglich bedeuten, dass eine allfällige konjunkturelle Korrektur heftig ausfallen könnte.

Ja, heftig könnte dann auch die Korrektur am US-Aktienmarkt ausfallen. Und in dem Kontext liegt Herr Winters auch völlig richtig. Je später diese erfolgt, umso massiver dürfte sie werden. Anders formuliert, jetzt ist es also nicht angesagt, auf die Fortsetzung der Hausse zu hoffen. Diese Hoffnung könnte sich als extrem trügerisch und verlustreich herausstellen.

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