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US-Automarkt im freien Fall

Momentan scheint es in deutschen Landen nur noch ein Thema zu geben. Die Diesel-Krise bestimmt derzeit die Schlagzeilen. Sicher ist, dass die Unsicherheit, ja das Vertrauen der Kunden in den Diesel-Motor dadurch nicht gestärkt wird.

Kein Wunder also, dass sich die Krise in den offfiziellen Absatzzahlen des Kraftfahrtbundesamts bereits jetzt heftig niederschlägt. Im Juli 2017 brach der Absatz von Selbstzündern in Deutschland um fast ein Siebtel ein. Und es ist kaum zu erwarten, dass die Verbraucher angesichts drohender Diesel-Fahrverbote auch künftig bei Diesel-Neuwagen wieder kräftig zuschlagen werden.

US-Automarkt schrumpft

Während in Deutschland aktuell „nur“ der Absatz von Diesel-Fahrzeugen massiv rückläufig ist, kamen aus den USA düstere Nachrichten aus der gesamten Auto-Industrie. Trotz historisch einmaliger aggressiver Kaufanreize schrumpfte der US-Automarkt im Juli dieses Jahrs um mehr als 5% gegenüber dem Vorjahr. Nicht nur die drei großen US-Autobauer mussten mitunter massive Absatzrückgänge verzeichnen.

Auch die deutschen Autohersteller, die sich lange dem US-Abwärtstrend widersetzen konnten, verloren an Boden. Hier traf es vor allem BMW mit einem herben Absatzminus von 14%. Wohl gemerkt, der US-Automarkt brach im Juli trotz der Tatsache ein, dass die Branche mit den aggressivsten Anreizsystemen der Geschichte potentielle Käufer ködern wollte.

Autokauf auf Pump

Aber anscheinend ist es kaum mehr nennenswert möglich, die US-Autoblase auf Pump noch weiter auszudehnen. Die Zahlen sind jetzt schon wahrlich gigantisch und erschreckend zugleich. Laut Daten der US-Notenbank betrug das Gesamtvolumen der US-Autokredite Ende des ersten Quartals 2017 sage und schreibe 1,17 Billionen Dollar. Seit 2010 nahm das ausstehende Autokreditvolumen damit um fast 70% zu.

Sorgen bereitet vor allem der Subprime genannte Bereich des Marktes, der die Kreditvergabe an Kunden mit schlechter Bonität umfasst. Der Ratingagentur Standard & Poor’s zufolge stiegen die Ausfallquoten in diesem Segment zuletzt stark an. Der Anteil neu vergebener Darlehen, die an Schuldner mit schwacher Kreditwürdigkeit gingen, lag demnach bei über 20 Milliarden Dollar.

Comeback der Subprime-Krise

Die Situation der Automobilkredite in den Vereinigten Staaten sei bedenklich und erinnere auf vielfache Weise an die Subprime-Immobilienkrise. So wird jedenfalls die deutsche Wirtschaftsweise Isabel Schnabel jüngst in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ zitiert. Die Finanzökonomin sieht folglich erhebliche Gefahren für den Kreditmarkt aufziehen. Es sind nicht nur Gefahren für den Kreditmarkt, sondern auch für die US- und Weltkonjunktur, die derzeit – wie damals bei der Finanzkrise – massiv unterschätzt werden. Noch.

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