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Weltkonjunktur in großer Gefahr

Langsam aber sicher kommen die diversen Krisenherde in den Unternehmen mit voller Wucht an. Spannend ist in dem Kontext ja, dass selbst Unternehmenslenker offen eingestehen müssen, dass sie sich leider den weiteren Fortgang der Konjunktur nicht schnitzen können. Wohl gemerkt, diese Aussagen kommen in einem Umfeld, in dem in Europa immer noch von der Euro-Notenbank EZB geldpolitisch Vollgas gegeben wird. Offensichtlich ist an der Stelle selbst die Geldpolitik machtlos.

Weltkonjunktur in Gefahr

Olaf Berlien, Vorstandschef des Leuchten-Konzerns Osram mit Sitz in München, äußerte sich jedenfalls in der Süddeutschen Zeitung äußerst besorgt. Zur Erinnerung, der Kurs der Osram-Aktie ist in diesem Jahr nach diversen Gewinnwarnungen ja regelrecht abgestürzt. Gleichzeitig sieht Herr Berlien weiter eher dunkle Wolken am Himmel für die kommenden Monate.

Wenn die Kunden von Osram wie zum Beispiel Daimler ein Problem bekommen, ihre Fahrzeuge von den USA nach China zu verkaufen und umgekehrt, dann sei Osram davon immer betroffen. Das Unternehmen ist ja ein wichtiger Lieferant für viele Autohersteller und deren Zulieferer. Dem Vorstandschef zufolge gebe es zurzeit nur eine eingeschränkte Sicht auf die Entwicklung bis Weihnachten. Keiner könne sagen, wie sich die Weltwirtschaft weiter entwickeln werde. Ferner räumte er weiter ein, dass am Ende die ganze Weltkonjunktur in Gefahr sein könnte.

Konkrete Krisenherde im Visier

Interessant ist auch, welche konkreten Krisenherde der Osram-Chef aufzählt. Er nannte in dem Kontext den Brexit, den US-amerikanisch-chinesischen Handelskonflikt, die Krise in Italien und der Türkei. In der Tat sind das aktuell die Problemherde, die medial am meisten im Fokus stehen. Zweifelsohne.

Die anderen strukturellen Krisen wie die weltweite Überschuldung, die Probleme im Bankensektor (in Europa stehen ja noch immer über 700 Milliarden Euro an ausgefallenen Darlehen in den Büchern der Banken), die Schrumpfvergreisung – Stichwort demographischer Wandel – der Gesellschaft, die klimatische Veränderung, die diversen Blasen in den verschiedenen Vermögenspreiskategorien wie Immobilien, Renten und Aktien und vieles mehr sind da im Übrigen noch gar nicht berücksichtigt.

Ja, liebe Leser, es stehen wieder unruhige Zeiten bevor. Einzig fraglich ist, welcher konkrete Auslöser es sein wird, der die Weltwirtschaft zum Entgleisen bringen wird. Es geht hier wahrlich nicht mehr um das „ob“, sondern nur wann das der Fall sein wird. Zu bedenken ist, dass die Fallhöhe im Vergleich zur letzten größeren Krise 2008 ungleich höher ist und die Notenbanken relativ machtlos sein werden. Sie haben ihr geldpolitisches Pulver ja bereits verschossen. Ja, auch die Notenbanker können am Ende die Konjunktur nicht schnitzen!

Der Crash kommt – und er wird in den USA starten

Die Stimmung an den Börsen ist viel besser als die Lage. Und das wird nicht mehr lange gutgehen – so viel steht für mich fest. Nun tauchen auch immer mehr Warnungen von renommierten Wirtschafts- und Börsenexperten auf. So hat jetzt der amerikanische Wirtschaftsexperte John Hussman, ehemaliger Wirtschaftsprofessor an der Universität von Michigan und Präsident des Hussman Investment Trusts, vor einem Crash der US-Aktien gewarnt. Seiner Ansicht nach soll der S&P500-Aktienindex dabei um 64 Prozent und der Dow-Jones sogar um 69 Prozent einbrechen.

Als Gründe dafür sieht er Rekord-Überbewertungen an der Aktienbörse und einen auseinanderdriftenden Markt, in dem nur noch wenige Papiere den Index nach oben treiben. Der Markt ist seiner Ansicht nach überbewertet, überkauft – also die Nachfrage nach Aktien ist viel zu groß – und überbullish, was eine gefährliche Mischung darstellt, die zu einem Crash führen wird.

US-Krisenexperte warnt vor massivem Crash

Besonders interessant sind seine Aussagen, weil er auch die Crashs der Jahre 2000 und 2008 präzise prognostizierte. Schon im März 2000 sah er treffsicher einen Crash des Nasdaq100- Technologieindex in den USA mit einem Verlust von 83 Prozent voraus. Auch im Jahr 2007 prognostizierte er einen massiven Einbruch des S&P500-Aktienindex von 40 Prozent, der dann im Jahr 2008 sogar um 55 Prozent einbrach. Daher sollten Sie jetzt ganz genau hinhören, welch ein so profilierter Krisenexperte aktuell wieder Alarm schlägt.

Wie Sie wissen, sehe ich die aktuelle Entwicklung an den Finanzmärkten auch mit großer Sorge. Ich halte nicht nur die Aktienmärkte, sondern auch die Immobilienmärkte fast in der ganzen Welt anfällig für einen erneuten Crash. Speziell auf die Börsen kann ich nur sagen: Jetzt haben wir den zweitlängsten Boom der Börsengeschichte und wenn nur noch wenige Aktien den Index nach oben ziehen, dann spricht das ganz klar für eine Blase und einen baldigen Crash. Und gerade in den USA haben zuletzt die großen Namen wie Facebook, Amazon oder Google die großen Indizes fast schon alleine nach oben gezogen.

Deshalb ist es für Sie wichtig, sich von zyklischen Aktien komplett fernzuhalten und nur in ausgewählte sichere Aktien zu investieren. Das sind Unternehmen, die auch in Krisenzeiten weiter an ihrem jeweiligen Markt bestehen und ihre Marktmacht dabei sogar noch ausbauen können. Zusätzlich ist die breite Streuung des Vermögens ganz wichtig – dazu bekommen Sie hier immer wieder direkte Tipps.

Anhaltend schlechte Nachrichten aus der deutschen Wirtschaft

In deutschen Landen ist ja medial immer noch von einer starken und robusten konjunkturellen Lage die Rede. Anscheinend wird versucht, die schlechten Nachrichten nicht einmal zu ignorieren. Dennoch kamen in jüngster Vergangenheit mehr als nur ernüchternde Daten von der Konjunkturfront.

Rückläufige Exporte

Das Statistische Bundesamt mit Sitz in Wiesbaden teilte laut der Agentur Reuters jedenfalls mit, dass im Juli dieses Jahrs sowohl die Exporte als auch die Industrieproduktion völlig überraschend rückläufig waren. Und zwar trotz der Tatsache, dass schon in den Monaten zuvor die Ausfuhren zurückgingen. Die Exporte fielen um 0,9 Prozent zum Vormonat. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Wachstum von 0,2 Prozent gerechnet.

Darüber hinaus wurde bekannt, dass es auch bei der Industrieproduktion Probleme gab. Die Industrie stellte im Juli 1,9 Prozent weniger her als im Vormonat. Die gesamte Produktion – zu der auch noch Bau und Versorger gehören – schrumpfte um 1,1 Prozent. Auch hier hatten Ökonomen mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet.

Anhaltender Auftragsschwund

Ferner wurde bekannt, dass sich der Auftragsschwund in der deutschen Industrie zu Beginn der zweiten Jahreshälfte wegen der schwächer werdenden Auslandsnachfrage fortsetzte. Jedenfalls waren die Aufträge erneut rückläufig. Und zwar um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat Juni 2018. Für die große Heerschar der Beobachter kam dieser Rückgang völlig überraschend. Von Reuters befragte Ökonomen hatten einen Anstieg von 1,8 Prozent erwartet.

Damit sind nun schon in sechs der sieben in 2018 erfassten Monate die Bestellungen rückläufig gewesen. Selbst das Ministerium in Berlin merkte an, dass sich die Auftragseingänge seit dem Beginn des Jahres 2018 merklich abgeschwächt hätten. Die Behörde betonte, dass die weltweiten Verunsicherungen durch Handelskonflikte eine Rolle gespielt haben.

Darüber hinaus gebe es Engpässe bei der Zulassung neuer Autos wegen strengerer Abgasregeln. Dadurch seien die Bestellungen von Fahrzeugen gesunken. Insbesondere die schwelenden Handelskonflikte der USA und die stockenden Brexit-Verhandlungen sorgen in der Industrie für Unsicherheit, das meint laut Reuters jedenfalls Sophia Krietenbrink vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag.

Ja, liebe Leser, unter dem Strich gingen die neuen Bestellungen im Juli aus dem Ausland um 3,4 Prozent zurück. Die Aufträge aus der Euro-Zone fielen dabei um 2,7 Prozent, die aus dem Rest der Welt um 4,0 Prozent. Die Zeiten für die deutsche Industrie werden jedenfalls nicht einfacher. Und damit dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, ehe auch in deutschen Landen massenmedial diese eklatante Schwächephase ganz oben auf die Agenda kommen wird…

Amazon: Die nächste Billionen-Dollar Aktie

Nach Apple war es dann doch die Aktie des Online-Händlers Amazon, die noch vor Alphabet oder Microsoft die runde Marke von einer Billion Dollar an Marktkapitalisierung erreichen konnte. Interessant war jedenfalls, dass diese Tatsache massenmedial als „Breaking News“ ein hohes Maß an Beachtung fand.

Bezos reichster Mensch der Welt

Mit dem kometenhaften Anstieg der Amazon-Aktie auf über 2.000 Dollar – es gibt ja schon Kursziele von 2.500 bzw. 3.000 Dollar – ist auch das Vermögen des Unternehmensgründers, Jeff Bezos, weiter gewachsen. Forbes zufolge soll ja Herr Bezos mittlerweile deutlich reicher als Bill Gates sein. Sein Vermögen wird momentan auf rund 170 Milliarden Dollar taxiert. Das ist schon extrem, wenn man bedenkt, dass Amazon von Bezos erst im Jahr 1994 gegründet wurde.

Extrem hohe Bewertung

Apropos extrem, extrem hoch ist auch die fundamentale Bewertung des Unternehmens. Wir reden hier über ein geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von fast 136 für das Jahr 2018. Für das kommende Jahr 2019 wird das KGV immer noch auf horrende 90 geschätzt. Wohl gemerkt, diese Schätzungen gehen weiter von der besten aller Welten aus. Eine wirtschaftliche Abschwächung oder eine mögliche Rezession ist da überhaupt nicht „eingepreist“.

Ganz zu schweigen von möglichen reglulatorischen Eingriffen der Politik. Im Hintergrund wird ja ob der digitalen Marktmacht des Konzerns schon über eine mögliche Zerschlagung des Giganten diskutiert. Hier sei nur kurz erwähnt, dass der amtierende Präsident der USA alles andere als ein „Fan“ von Jeff Bezos und Amazon ist. Sehr vorsichtig formuliert.

Ja, liebe Leser, das Maß an Sorglosigkeit, an Euphorie ist angesichts derartig hoher Bewertungen wie bei Amazon auch als extrem zu bezeichnen. Anscheinend rechnet das Heer der Investoren damit, dass die eingepreiste „beste aller Welten“ noch für sehr lange erhalten bleiben wird. Höchst beachtlich ist da auch, dass angesichts der hohen Börsenkurse die Unternehmensinsider nicht mehr auf der Kaufseite der eigenen Aktie stehen.

Im Gegenteil. Bei Amazon gab es in den letzten sechs Monaten keinen einzigen Insider, der auch nur eine Aktie des eigenen Unternehmens gekauft hat. Das Gegenteil ist der Fall. Unternehmensinsider haben die Gunst der Stunde mit den hohen Kursen dazu genutzt, partiell Kasse zu machen und Aktien zu verkaufen. Und das in einem durchaus beachtlichen Volumen von fast 70 Millionen Dollar. Das ist für mich schon ein klares Signal. Hier ist mehr als Vorsicht angesagt – wenn die Führungsetage Kasse macht.

DAX auf dem Rückzug – es wird aber noch deutlich heftiger werden

Jetzt ist das eingetreten, was ich schon seit längerer Zeit an den Finanzmärkten erwarte. Die Kurse fallen. Und das auf breiter Front. Das gilt nicht nur für den deutschen Aktienmarkt. Hier hat der DAX auf Wochensicht rund 4,5 % an Wert verloren. Das ist ein deutlicher Abschlag und zeigt Ihnen ganz deutlich: Das Misstrauen in die Aktienmärkte hat zugelegt.

Beim DAX führte daher die Reise in der vergangenen Woche unter die Marke von 12.000 Punkten. Zu Beginn der neuen Woche ist nicht klar, wie es sich weiter verhält, doch die Gemengelage an den Börsen ist eindeutig. Die geopolitischen Risiken und auch weitere Meldungen über anstehende Handelskonflikte bilden die Basis für weitere Rückschläge. Ich bin mir sicher, dass in diesem Umfeld die Schwäche an den Märkten weitergehen wird.

Wo sollen auch die positiven Perspektiven für die Unternehmen herkommen? Nun zeigt sich einmal mehr, dass es nicht möglich ist, in einem schwachen wirtschaftlichen Umfeld an der Börse immer nur steigende Kurse zu haben. Börsen sind auf ein Gleichgewicht zwischen der wirtschaftlichen Leistung und Kurssteigerungen angewiesen. Zuletzt jedoch sind die Börsenkurse immer deutlich stärker gewachsen als die wirtschaftliche Basis. Genau das löst sich so langsam auf.

Das Abwärtspotenzial ist in den USA noch sehr viel größer

Der Blick in die USA zeigt ganz deutlich, dass dort wiederum die Korrekturen noch deutlich moderater ausfallen. Hier hat der wichtige S&P 500 Index im Wochenverlauf nur 1,3 % an Wert verloren. Dennoch ist es gut möglich, dass wir hier Ende August das Rekordhoch für die nächste Zeit gesehen haben.

Ich bleibe dabei: Aktien sind derzeit eine extrem risikoreiche Anlageklasse. Das gilt auch nach dem schon extrem langen Zeitraum, in dem der aktuelle Bullenmarkt schon aktiv ist. Sie müssen sich vorstellen, dass wir derzeit an den großen Aktienmärkten schon seit März 2009 einen Bullenmarkt erleben. In der Börsenwelt spricht man von einem Bullenmarkt, wenn es in Marktphasen keine Korrekturen von 20 % oder mehr gegeben hat.

Und das ist sowohl in den USA als auch bei uns noch nicht passiert. Und genau der Blick in die USA offenbart noch eine andere wichtige Tatsache: Der Kursanstieg, den wir dort vor allen Dingen noch in diesem Jahr massiv gesehen haben, basiert auf den Zuwächsen bei wenigen Aktien. Hierunter fallen vor allen Dingen die Technologiewerte wie Facebook, Apple oder auch Google.

Aber genau diese Werte haben in den vergangenen Tagen auch ganz klar Federn lassen müssen. Wenn also bei Technologie Aktien jetzt die Stimmung dreht, ist es gut möglich, dass es auch an den breiten Aktienmärkten in den USA sehr bald schon deutlich nach unten gehen wird.

Für Sie heißt das: Derzeit bieten sich außer bei ausgewählten Qualitätsaktien keine Aktienpositionen mehr an, denn das Risiko wird immer größer und die Wahrscheinlichkeit von massiven Kursverlusten hat zuletzt deutlich zugenommen.

Türkei und Argentinien: Was Sie über diese Währungskrisen wissen müssen

Erst vor wenigen Wochen eskalierte die Lage in der Türkei: Über Nacht verlor die türkische Lira rund 20% an Wert. Viele Experten sahen schon eine massive Krise auf das Land zukommen. Doch dann beruhigte sich die Lage in der Türkei etwas.

In wenigen Tagen legte der Lira-Kurs im Verhältnis zum Euro wieder um fast 20% zu. Aber auch diese Phase der Beruhigung ist jetzt wieder vorbei. In den vergangenen Tagen setze die türkische Währung den massiven Abwärtstrend wieder fort. In einer Woche ging es so um gut 9% nach unten im Verhältnis zum Euro.

Damit ist das Land jetzt wieder im Krisenmodus. Und die aktuelle Krise in der Türkei ist nur ein Krisenherd im globalen Geflecht der Finanzmärkte. Gleichzeitig verschärft sich derzeit auch die Lage in Argentinien. Sie erinnern sich bestimmt noch an die Argentinien-Krise 2002? Damals sorgten die massiven Zahlungsschwierigkeiten dort für deutliche Kursrückgänge auch in vielen etablierten Ländern.

Aber jetzt sind es genau wieder die Schwellenländer, die verstärkt im Fokus stehen und mit deutlichen Abwertungen der Währungen klarkommen müssen. Es ist eben so wie schon so oft in der Vergangenheit: Viele Kredite in der Türkei oder auch in Argentinien sind aus dem Ausland und laufen in US-Dollar. Wenn nun ausgelöst durch wirtschaftliche Probleme im Land selbst der Außenwert der Währung einknickt, werden die Kredite schlagartig teurer und belasten auf einmal weite Kreise der Wirtschaft.

Jetzt gilt es für diese Länder wie eben die Türkei oder Argentinien aktiv zu werden. Die Situation ist alles andere als einfach. Ein wichtiger Faktor ist hierbei immer die Inflation. Die galoppiert mittlerweile in der Türkei und auch in Argentinien. Und somit nehmen die wirtschaftlichen Probleme immer weiter zu.

Jetzt legt auch noch die Inflation in der Türkei massiv zu

Die Inflation trifft hierbei alle Bevölkerungsgruppen. Die Bürger leiden hier jeden Tag beim Einkauf. Die Unternehmen leiden wiederum beim Verkauf ihrer Güter. Durch die fortschreitende Geldentwertung müssten die Preise eigentlich immer weiter angehoben werden. Doch dann fehlen irgendwann die Kunden für die eigenen Produkte.

Hier sehen Sie ganz deutlich, vor welch großen Problemen die aktuell angeschlagenen Schwellenländer stehen. Durch das wirtschaftliche Gewicht einer in den vergangenen Jahren immer stärker aufgekommenen Türkei, kann dieses Land durchaus massive Verwerfungen an den Finanzmärkten hervorrufen.

So sollten Sie eine Sache auf jeden Fall beherzigen: Selbst, wenn es bei Anleihen aus Schwellenländern derzeit hohe Renditen gibt, sollten Sie diese Anlageklasse meiden. Das Risiko von Ausfällen ist schlicht und einfach zu groß. Viel passender ist es hierbei, auf Fremdwährungen oder Edelmetalle zu setzen, um das eigene Vermögen abzusichern. Wie Sie das konkret umsetzen können, erfahren Sie regelmäßig an dieser Stelle.

Griechenland versinkt weiter im schwarzen Loch

In den staatlichen Medien Europas wurde das Ende des dritten Hilfsprogramms für die überschuldete Hellenische Republik regelrecht gefeiert. Das Ende der milliardenschweren Rettungsprogramme sei ein “historischer Moment für Griechenland und ganz Europa”, so der EU-Finanzkommissar Pierre Moscovici. Selbst Bundesfinanzminister Olaf Scholz von der SPD sprach von einem Erfolg.

Varoufakis spricht von schwarzem Loch

Ganz anders sieht das Griechenlands ehemaliger Finanzministers Gianis Varoufakis. Das Land sei auch nach dem Auslaufen des dritten Rettungspakets noch nicht gerettet. Griechenland stehe am selben Punkt, im gleichen schwarzen Loch und es versinke jeden Tag tiefer darin.

Das sei unter anderem auch deshalb so, weil die Sparvorgaben der Gläubiger Investitionen und den Konsum behindern würden, so der ehemalige Minister gegenüber der deutschen “Bild-Zeitung“. Die Staatsschulden seien nicht weniger, sondern mehr geworden. Er merkte ferner an, dass der griechische Staat noch immer pleite sei und die Bürger ärmer geworden seien. Das BIP des Landes stürzte dem Ex-Minister zufolge um 25 Prozent in den letzten Jahren ab.

Blick auf die Fakten

Angesichts der in Griechenland seit Jahren vorherrschenden deflationären Depression ist es schon mehr als nur „verwunderlich“, dass Herr Scholz von einem Erfolg spricht. Fakt ist, dass die Staatsverschuldung des Landes mit ungefähr 330 Milliarden – das entspricht in etwa 180 Prozent des BIP – nach wie vor extrem hoch ist; obwohl es ja seit Jahren massive Sparversuche, einen Schuldenschnitt im Jahr 2012 und zahlreiche Privatisierungen gab. Die Arbeitslosigkeit ist im europäischen Vergleich unverändert extrem hoch.

Wir reden hier über eine offizielle Arbeitslosenquote von über 20 Prozent. Mit Blick auf die Perspektiven für die junge Generation sieht es noch schlechter aus. Hier sprechen wir über eine Arbeitslosenquote von über 45 Prozent. In den letzten harten Krisenjahren haben zudem Hunderttausende gut ausgebildete, junge Griechen ihre Heimat verlassen.

Ja, liebe Leser, Herr Varoufakis liegt richtig. Nach wie vor blicken die leidgeplagten Griechen in ein schwarzes Loch. Und eine wirklich nachhaltige Besserung ist weit und breit nicht in Sicht. Im Gegenteil. In den nächsten Wochen wird ein Bekannter von uns das Krisenland besuchen. Wir werden an der Stelle dann berichten, welche Eindrücke er vor Ort gewinnen konnte. Bleiben Sie bis auf weiteres extrem kritisch und skeptisch, wenn die EU-Offiziellen von Erfolgen in Sachen Griechenland schwärmen…

Zahl der Gewinnwarnungen steigt deutlich an

Noch immer ist ja von einer angeblich hervorragenden konjunkturellen Entwicklung in Deutschland die Rede. Selbst die größten Optimisten mussten aber zugestehen, dass der Lauf der konjunkturellen Dinge zumindest „holpriger“ wird.

Zahl der Gewinnwarnungen steigt

Fakt ist, dass im ersten Halbjahr dieses Jahres deutlich mehr börsennotierte Unternehmen in Deutschland ihre Prognosen nach unten korrigieren mussten. Wir haben hier ja schon davon berichtet. Die Zahl der Umsatz- oder Gewinnwarnungen stieg im Jahresvergleich von 29 auf 42. Das ist der höchste Stand in einem ersten Halbjahr seit Beginn der Untersuchung im Jahr 2011.

Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, die veröffentlichungspflichtige Korrekturen an Gewinn- und Umsatzprognosen seit dem Jahr 2011 bis Mitte 2018 untersucht hat. Für die Analyse wurden alle 307 Unternehmen aus dem Prime Standard der Deutschen Börse betrachtet.

Kaum Anpassungen der Prognosen nach oben

Spannend in dem Kontext ist auch, dass sich die Zahl der positiven Korrekturen, bei denen die Unternehmen das Übertreffen ihrer bisherigen Prognosen ankündigen, von 106 auf 42 mehr als halbiert hat. Jedes achte Unternehmen gab indes eine Warnung heraus. Sehr interessant ist, dass vor allem die großen DAX-Konzerne betroffen waren. 17 Prozent – also fünf Unternehmen – haben ihren Prognose im ersten Halbjahr nach unten revidiert.

Eindeutig nach unten zeigt demnach der Trend derzeit für Unternehmen aus der Autoindustrie, von denen jedes vierte im ersten Halbjahr eine Umsatz- oder Gewinnwarnung herausgab, während von keinem einzigen eine positive Korrektur veröffentlicht wurde. In den letzten Monaten hätten vor allem stark im internationalen Wettbewerb stehende und im Ausland engagierte Unternehmen Probleme bekommen, die selbstgesteckten Ziele zu erreichen. Sie seien besonders von weltweiten geopolitischen Entwicklungen betroffen, so Dr. Marc Förstemann von EY.

Ja, liebe Leser, die Zahl der negativen Überraschungen nimmt zu. Das liegt sehr wohl auch daran, dass wir uns schon seit einiger Zeit am oberen Rand des konjunkturellen Zyklus befinden. Herr Förstemann liegt richtig mit seiner Aussage, dass sich die Anzeichen für eine Abkühlung der Wirtschaft mehren.

Und selbst große Konzerne sind nicht davor gefeit, mehrmals ihre Prognose nach unten hin anzupassen. Jüngst war das ja beim Autozulieferer Continental der Fall. Die Aktie brach daraufhin massiv ein. Mittlerweile sind vom Jahreshoch aus betrachtet fast 40 Milliarden Euro an Marktwert aus der Aktie entschwunden. Stellen Sie sicher, dass Sie nicht brutal negativ überrascht werden…

Immobilienblase: DIW warnt vor Übertreibungen bei den Immobilienpreisen

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat jetzt in einer Studie die Immobilienpreisentwicklung in den 20 wichtigsten OECD-Staaten untersucht. Ergebnis ist, dass sich hier immer mehr Spekulationsblasen auftun. Das gilt vor allem für Großbritannien, Portugal und Schweden.

Doch auch in Deutschland explodieren die Immobilienpreise. Zwar gibt es hier nach der Studie weniger Risiken bei der Kreditvergabe, doch wird klar darauf hingewiesen, dass auch in Deutschland ein großer Teil des Preisanstiegs auf dem Immobilienmarkt seit 2010 nur auf die erhöhte Nachfrage aufgrund der stark gesunkenen Zinsen zurückzuführen ist.

Das Risiko dabei ist, dass bei einem wieder steigenden Zinsniveau die Nachfrage nach Immobilien dann weitaus drastischer einbrechen wird als in anderen Staaten. Das führt dann zu stark fallenden Immobilienpreisen. Die Studie weist ausdrücklich darauf hin, dass, wenn der Immobilienwert die Kredithöhe nicht mehr abdeckt, der Kreditnehmer als überschuldet gilt und die betroffenen Banken dann mit Fehlbewertungen zu kämpfen hätten.

Gefahr aus Missverhältnis von Immobilienpreisen und Mieten

Der zweite Punkt, der auf eine Preisblase hindeutet, ist nach der Studie das Missverhältnis zwischen Immobilienpreisen und Mieten. Seit dem Jahr 2010 sind die Immobilienpreise um 20 Prozent stärker gestiegen als die Mieten, was zu einer immer geringeren Mietrendite führt. Das bedeutet, dass die Käufer heute Immobilien nicht mehr wegen der zu erwartenden Mieterlöse kaufen, sondern nur noch, weil sie mit noch höheren Preisen rechnen, was ein klares Zeichen für eine Spekulationsblase ist.

Ich sehe das ähnlich. Wenn sich an den gegenwärtigen Umständen aus Niedrigzinsen und boomender Wirtschaft nur geringfügig etwas ändert, dann werden die Immobilienpreise sehr schnell und heftig abstürzen. Dazu kommt die Gefahr, dass der Staat in der nächsten Finanzkrise besonders Immobilienvermögen belasten wird, weil der Großteil des deutschen Vermögens hier angelegt ist und zudem Immobilien im Gegensatz zu anderen Anlageformen weder vor dem gierigen Staat versteckt, noch ins sichere Ausland transferiert werden können.

Für Sie ist das ein weiterer Grund dafür, warum Sie sich außer dem Eigenheim aus dieser gefährlichen Blase völlig heraushalten sollten. Immobilien sind für Sie kein Krisenschutz, sondern im Gegenteil eine große Gefahr und ein unkalkulierbares Risiko in der nächsten Finanzkrise. Nicht umsonst waren gerade Immobilien in der Finanzkrise 2008 der Auslöser für die Krise und nicht die Rettung davor.

Es wird keine Zinswende geben

Ab und an wird ja tatsächlich noch von der Zinswende in Europa geschrieben, vielleicht auch geträumt. Im Herbst 2019 soll es ja angeblich so weit sein. Ab dann könnte es langsam aber sicher vielleicht wieder Zinsen für die konventionellen Sparer für ihre Bankeinlagen geben. So jedenfalls lautet die aktuell herrschende Meinung oder besser gesagt Hoffnung.

Selbst wenn dem so wäre, würde es bei den Zinsen für Spareinlagen bestenfalls um homöopathische Dosen im Zehntel-Bereich gehen. Mehr ist wahrlich nicht dran. Die Zeiten, in den es ganz normal war, drei Prozent Zinsen für das Sparbuch gutgeschrieben zu bekommen, sind vorbei und kommen wohl so schnell auch nicht wieder.

Zinswende fällt aus

Das sehen nicht nur wir so, sondern auch die Privatbank Oddo BHF aus Frankfurt am Main. Die Bank geht davon aus, dass die Zinsen in der Eurozone noch sehr lange extrem niedrig bleiben werden. Die hohe Staatsverschuldung in Europa sei der Garant für eine lang anhaltende Niedrigzinsphase der EZB.

Im Kapitalmarktausblick der Bank war zu lesen, dass die EZB als größter Gläubiger der Regierungen der Eurozone kein Interesse an einer raschen Normalisierung des Zinsniveaus haben würde. Und auch die Regierungen hätten keinerlei Interesse an einem halbwegs normalen Zinsniveau. Im Gegenteil. Niemand hätte die Absicht, mit der Geldpolitik die Konjunktur abzukühlen.

Rezession ante portas?

Apropos Konjunktur, hier könnte es ja in den kommenden Monaten in deutschen Landen durchaus zu einer schlechten Entwicklung kommen. Und auch in dem Kontext hat sich Oddo BHF zu Wort gemeldet. Nach Einschätzung der Bank würden unter einer Eskalation des Handelsstreits hin zu einem echten Krieg wegen ihrer Exportabhängigkeit besonders China, Deutschland und Japan am stärksten leiden. Erschwerend hinzu käme, dass speziell der deutsche Leitindex DAX der Privatbank zufolge aufgrund seiner hohen zyklischen und exportlastigen Struktur deutlich anfälliger als internationale Indizes sei.

Hier sehen Sie ganz klar: Die kommenden Monate werden extrem spannend, ja holprig an den Märkten werden. Alle jene, die immer noch meinen, dass Aktien risikolose Investments seien, werden hier gnadenlos eines Besseren belehrt, genauer gesagt bestraft werden. In diesen spätsommerlichen Tagen des Jahres 2018 gilt es, das Vermögen sturmfest zu machen.

Schwere Herbststürme stehen bevor. Und es wäre wahrlich leichtsinnig, sich nicht schon jetzt auf turbulente und extrem volatile Zeiten vorzubereiten. Und last but not least sei angemerkt, dass bei einer rezessiven konjunkturellen Entwicklung eher Negativzinsen auf der Agenda stehen werden. Sicher ist, dass die Zeiten für die konventionellen Sparer sehr schlecht bleiben werden. Unabänderlich und bis auf weiteres…