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Handelskrieg droht: US-Präsident Trump sieht USA als Gewinner

US-Präsident Trump bestimmt in diesen Tagen ganz klar die Schlagzeilen vieler Medien – gerade auch nach dem Treffen mit dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jung Un. Aber für die Finanzmärkte sind die Handelskonflikte zwischen den USA und vielen anderen Länder sehr viel wichtiger.

US-Präsident Donald Trump hat kürzlich erklärt, dass die USA angesichts eines jährlichen Handelsbilanzdefizits von 566 Mrd. Dollar einen Handelskrieg gegen Europa und China niemals verlieren könnten. Wie er weiter ausführte, wären die USA über lange Zeit von anderen Ländern über den Tisch gezogen worden. Gleichzeitig sprach Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier davon, dass die geplanten Maßnahmen der EU gegen die US-Zölle auf Stahl und Aluminium die USA hart treffen würden.

Doch hier sehe ich es wie der US-Präsident. Wenn ein Handelskrieg zum Abbau der Ungleichgewichte und des US-Defizites in der Handelsbilanz führt, dann haben nicht die USA ein Problem, sondern Exportländer – in erster Linie Deutschland. Unser ganzer angeblicher „Wirtschaftsboom“ der letzten Jahre beruht auf einem immer größeren Exportüberschuss, was bedeutet, dass ständig mehr Waren exportiert als importiert werden.

Deutscher Exportüberschuss wird immer größer – das ist gefährlich

Mittlerweile liegt der deutsche Exportüberschuss bei einem Rekordwert von etwa 8 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) – selbst die EU hält maximal 6 Prozent Exportüberschuss zum BIP für tragbar. Wenn durch einen Handelskrieg mit den USA der deutsche Export einbricht, dann verwandelt sich dieser vermeintliche „Boom“ sehr schnell in eine ausgewachsene Wirtschaftskrise.

Immerhin werden ganze 46 Prozent unseres BIPs nur durch Exporte erwirtschaftet. Selbst ein geringfügiger Rückgang der Exportquote bedeutet für Deutschland dann schon eine nur noch schwer beherrschbare Krise.

Und dass Zölle auf wirtschaftlich unbedeutende US-Waren wie Levi‘s-Jeans, Harley-Davidson Motorräder oder Whiskey die USA hart treffen werden, halte ich für ein Märchen. Damit hat der US-Präsident recht, wenn er sagt, dass sein Land diesen Krieg nicht verlieren kann. Verlieren wird ihn auf jeden Fall Deutschland mit seiner einseitigen Exportpolitik.

Deshalb bleibe ich bei meiner Einschätzung, dass gerade Deutschland beim nächsten Finanzcrash weitaus mehr zu leiden haben wird als andere Länder. Daher sollten Sie keinesfalls auf einen dauerhaften „Wirtschaftsboom“ setzen, sondern sich weiter aktiv auf den unvermeidlichen Kollaps vorbereiten.

Zinswende in den USA ist gefährlich für die Aktienmärkte

Die Vergangenheit ist oft ein guter Ratgeber. Das gilt auch an den Finanzmärkten. Doch hier gilt häufig: Geschichte wiederholt sich. Aber in vielen Fällen ist es nur so, dass bestimmte Muster regelmäßig auftreten. Aber jetzt bin ich auf ein Muster gestoßen, dass mich wirklich aufhorchen lässt – denn es ist der Vergangenheit immer aufgetreten in den speziellen Marktphasen.

Hierbei geht es um den Zusammenhang von langfristigen Zinssteigerungen in den USA und der Schwäche am Aktienmarkt. Seit dem die US-Notenbank 1913 gegründet wurde, hat es 18 Phasen mit steigenden Zinsen gegeben. Und am Ende dieser Phasen ist es immer zu einem deutlichen Einbruch am Aktienmarkt gekommen.

Wie gesagt: Ich rede hier nicht davon, dass der Aktienmarkt sehr oft eingebrochen ist und mit hoher Wahrscheinlichkeit: In den 18 Phasen hat es am Ende bislang immer in den USA einen klaren Einbruch am Aktienmarkt gegeben. Auf diesen Zusammenhang hat im Übrigen der Wirtschaftswissenschaftler Lance Roberts hingewiesen.

Nun tauchen Stimmen auf, die sagen: Dieses Mal ist alles anders. Aber ich sehe das nicht so. Für mich hat eine solche Serie schon eine sehr starke Aussagekraft. Daher ist zwar möglich, dass die US-Wirtschaft erst einmal noch weiterwächst und auch die Aktienkurse noch weiter steigen – und das obwohl die US-Notenbank schon jetzt die Zinsen anhebt.

Wenn die Stimmung dreht, kann es schnell zur massiven Korrektur kommen

Aber diese Entwicklung wird nicht unendlich so weitergehen. Solange die Wirtschaft rund läuft, sieht es auch immer gut aus – aber wenn dann die Stimmung dreht, kann es sehr schnell sehr ungemütlich werden.

Aber diese klaren Warnzeichen will aktuell kaum jemand hören. Zu gut ist die Stimmung an den Börsen. Erst vor wenigen Tagen kletterte die US-Technologiebörse Nasdaq auf ein neues Rekordhoch. Das lässt mich besonders aufhorchen, denn diese Aktien sind in den vergangenen 12 Monaten auch besonders stark angestiegen. Somit ist auch das Potenzial für einen Rückschlag bei Aktien wie Facebook oder auch Tesla, dem Pionier bei den Elektroautos besonders groß.

Hierzu passt jetzt auch eine Meldung wonach Tesla massiv Stellen abbauen will. So wie es aussieht wird das Unternehmen die Belegschaft um 9% verkleinern – das ist schon ein massiver Schritt. Sie sehen einmal mehr: Auch bei hochgelobten Unternehmen wie Tesla wachsen die Bäume nicht in den Himmel.

Für die weitere Marktentwicklung bedeutet das alles: Sollten die Zinsen in den USA weiter steigen wird es wohl auch bald an den Börsen zu einer massiven Korrektur kommen.

Fällt Japan wieder zurück in die Rezession?

Seit den 1980er-Jahren ist Japan ja in einer Art Dauerkrise. Die Wirtschaft wächst nur noch äußerst gering, der japanische Staat ist hoffnungslos überschuldet (236 Prozent in Relation zum BIP sprechen für sich) und die Bevölkerung schrumpft und vergreist massiv. Kein Wunder, dass sich die Japaner angesichts dieser fundamentalen Rahmendaten mit jahrelangem Nullzins abfinden mussten.

Vor einigen Jahren, genauer gesagt seit 2013, wollte der damals neue Premier Abe in Kooperation mit der Notenbank diesen Kreislauf durchbrechen. Mit der sog. Abenomics-Politik sollte Japan zurück auf den Wachstumspfad gebracht werden. Grundsätzlich basiert dieser Ansatz der Politik auf drei Säulen, nämlich anhaltender Billig-Geldschwemme, kreditfinanzierte Konjunkturprogramme und Deregulierung.

Acht Quartale Wachstum

Immerhin gelang es erneut, ein Strohfeuer auszulösen. Die japanische Wirtschaft wuchs bis zum Ende des Jahres 2017 acht Quartale in Folge. Jetzt scheint endgültig die Luft aus der japanischen Wirtschaft zu entschwinden. Fakt ist nämlich, dass schon im ersten Quartal 2018 das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorquartal preisbereinigt um 0,2 Prozent sank. Aufs Jahr hochgerechnet betrug der Rückgang 0,6 Prozent, während von Reuters befragte Volkswirte im Mittelwert mit 0,4 Prozent gerechnet hatten. Und die jüngsten Daten aus dem zweiten Quartal geben wenig Anlass zur Hoffnung auf bessere Zeiten.

Ausgaben privater Haushalte gehen zurück

Letzte Woche gab die Regierung in Tokio bekannt, dass die privaten Haushaltsausgaben im April unerwartet um 1,6 Prozent zum Vormonat schrumpften. Von der Agentur Reuters befragte Ökonomen hatten einen Anstieg von 0,7 Prozent erwartet. Die Verbraucher gaben vor allem für Autos, Reisen und Freizeitvergnügen weniger Geld aus. Da der private Konsum mehr als die Hälfte der japanischen Wirtschaftsleistung ausmacht, deutet der Rückgang ein schwaches zweites Quartal an.

Hinzu kommt, dass auch der vom Institut IHS Markit ermittelte Einkaufsmanagerindex (auf Basis einer Umfrage unter Dienstleistern und Industriebetrieben) im Mai um 1,4 auf 51,7 Punkte fiel. Markit-Ökonom Joe Hayes merkte vor allem mit Blick auf die Dienstleister an, dass das Neugeschäft so langsam wie seit 20 Monaten nicht mehr gewachsen sei.

Ja, liebe Leser, kein Wunder also, dass selbst notorisch positiv gestimmte Beobachter angesichts der schwachen Daten befürchten, dass Japan im Frühjahr das zweite Quartal in Folge schrumpfen und damit in eine Rezession zurückfallen könnte. Sinkende Verbraucherausgaben machen die japanische Wirtschaft nämlich noch abhängiger von der Auslandsnachfrage. Der Export ist allerdings wegen des eskalierenden Handelskonfliktes in Gefahr. In der Tat, Japan könnte damit die erste große Volkswirtschaft sein, die wieder zurück in die Krise fallen wird.

Ausblick auf wirtschaftliche Entwicklung in Europa dramatisch schlechter

Die Zeiten, in denen nur vom wirtschaftlichen Boom in Europa gesprochen wurde, sind vorbei. Völlig unvorbereitet schlittert der Kontinent in die nächste Krise. Auffällig ist, dass die Politik derzeit eher beschwichtigt und schönredet. Das ist typisch für einen beginnenden Abschwung.

Aufträge brechen weg

Fakt ist jedenfalls, dass die deutsche Industrie nun schon den vierten Monat in Folge weniger neue Aufträge zu verzeichnen hatte. Die Unternehmen erhielten im April diesen Jahres 2,5 Prozent weniger Aufträge als im Vormonat, wofür allen voran die schwache Nachfrage aus Deutschland und der Euro-Zone verantwortlich war.

Die stärkste Auftragsflaute seit der Finanzkrise 2008 kommt für die meisten Beobachter völlig überraschend. Von Reuters befragte Ökonomen hatten ein Wachstum von 0,8 Prozent erwartet. Reuters berichtet, dass der Handelskonflikt mit den USA, die Verunsicherung durch den näher rückenden EU-Austritt Großbritanniens und weltweit zunehmende Handelshürden wie höhere Zölle oder zusätzliche Zertifizierungen den Exporteuropameister Deutschland empfindlich treffen würden.

Abwärtsrevision für den Monat März

Beachtlich ist auch, dass die amtlichen März-Zahlen für den Auftragseingang nach unten revidiert wurden. Im März gingen die Bestellungen im Monatsvergleich um 1,1 Prozent zurück. Zuvor war ein Rückgang von „nur“ 0,9 Prozent gemeldet worden. Kein Wunder also, dass sich die Analysten, die eine Erholung erwartet hatten, von den schlechten Zahlen enttäuscht zeigten.

Das sei eine weitere kalte Dusche, so der Kommentar des Chefvolkswirts der ING-Diba-Bank, Carsten Brzeski. Er merkte weiter an, dass es immer schwieriger werde, die schwache Entwicklung mit Sondereffekten wie zum Beispiel ungewöhnlich vielen Urlaubstagen zu erklären. Offenbar gehe es der deutschen Wirtschaft schlechter als bisher gedacht.

Aufträge aus Europa brechen massiv ein

Aber nicht nur die deutsche Wirtschaft dürfte den Zenit überschritten haben. Die Auftragseingänge aus der Eurozone brachen um fast zehn Prozent weg. Aus dem Inland verzeichneten die Industrieunternehmen einen Auftragsrückgang von 4,8 Prozent im Monatsvergleich. Besonders erwähnenswert ist, dass es insbesondere deutliche Rückgänge bei den Bestellungen von Investitionsgütern gab.

Ja, liebe Leser, anscheinend trifft der Abschwung nicht nur die deutsche Wirtschaft. Auch der IHS-Markit-Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft, der Industrie und Dienstleister zusammenfasst, sank in der Eurozone um einen Punkt auf 54,1 Punkte.

Das Wachstum beim Neugeschäft lasse deutlich nach und die Unternehmen würden so wenig wie zuletzt im August 2017 einstellen. IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson kommentierte laut Reuters wie folgt: “Angesichts sich verschlechternder Wirtschafts-Indikatoren bei gleichzeitig gestiegener politischer Unsicherheit hat sich der Ausblick der Euro-Zone im Vergleich zu den rosigen Aussichten zum Jahresbeginn dramatisch verschlechtert.“

Seien Sie also nicht überrascht, wenn sich in den nächsten Monaten der Abschwung verschärft!

Vermögensgefahr: EU erwägt Rückgabeverbot für Fondsanteile im Crash-Fall

Wenn die Stimmung dreht an der Börse kann es sehr schnell gehen. Im Grunde ist es ganz einfach: Gerade dann, wenn viele Investoren verkaufen wollen, kann sich der Abwärtsdruck sehr schnell verstärken. Und damit es in solchen Phasen nicht zu massiven Verwerfungen kommt, sind jetzt offizielle Pläne für den Notfall aufgetaucht.

Der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (ESRB), eine seit 2010 bestehende Kommission, um das Finanzsystem der EU zu überwachen und Systemrisiken vorzubeugen bzw. zu begrenzen, hat jetzt der EU-Kommission vorgeschlagen, beim nächsten Finanzcrash ein Rückgabeverbot von Fondsanteilen einzuführen.

Damit soll verhindert werden, dass bei einem Börsencrash Aktienfonds den Crash dadurch verstärken, dass sie weiter Aktien verkaufen und die Kurse damit noch mehr nach unten drücken. Man will also verhindern, dass Fondskunden ihre Anteile zurückgeben und die Fonds dann dazu gezwungen sind, Aktien zu verkaufen, um ihre Liquidität zu sichern.

Im Crashfall bleiben Sie dann auf Ihren Fondsanteilen sitzen

Das heißt für Sie, dass Sie bei einem erneuten Crash an den Aktienbörsen dann Fondsanteile nicht mehr an die Fondsgesellschaft zurückgeben können. Stattdessen müssen Sie tatenlos zusehen, wie Ihre Anteile immer wertloser werden. Zudem zeigen mir solche Überlegungen in der EU, dass man sich dort schon lange darüber im Klaren ist, dass es eine neue Finanzkrise geben wird und man sich deshalb mit solchen und anderen Maßnahmen darauf vorbereitet. Öffentlich wird zwar der Eindruck erweckt, als würde die derzeitige Hausse auf „ewig“ so weitergehen, doch in Wirklichkeit sind sich die Verantwortlichen schon lange der Misere bewusst, in der wir stecken.

Das bestätigt meine Warnung an Sie, sich nicht nur von Aktien, sondern auch von Aktienfonds grundsätzlich fernzuhalten. Nicht nur dass die Rücknahme Ihrer Fondsanteile gesperrt werden kann, Sie haben bei den Fonds auch keinerlei Einfluss auf die (meist falschen) Entscheidungen der Fondsmanager. Die meisten von ihnen sind an steigende Kurse gewohnt und wissen nicht, wie sie sich im Crash-Fall verhalten müssen.

Zudem ist es in vielen Fällen so, dass die Fondsmanager es in vielen Fällen nicht schaffen besser als der Vergleichsindex abzuscheiden. Wenn es also eine breite Mischung sein soll – dann doch direkt auf den Index setzen. Die deutlich bessere Alternative sind aber ausgesuchte Einzelwerte von genau den Unternehmen, die auch in Krisenzeiten stabil bleiben.

Viele neue Krisenherde bei der Deutschen Bank

Schon Anfang der Woche ging es hier um die Deutsche Bank. Doch die aktuelle desaströse Lage ist so vielschichtig, dass ich heute gleich noch einmal auf den angeschlagenen Finanzwert eingehen möchte.

Deutsche Bank Tochter in den USA unter Druck

Zuletzt kam es einmal mehr knüppeldick für den sog. „Branchenprimus“. Selbst in den offiziellen Schlagzeilen der Mainstream-Finanzmedien heißt es nun, dass die Deutsche Bank mit dem Rücken an der Wand stehen würde. Hintergrund ist, dass die für die Bankenaufsicht zuständige Notenbank Fed der US-Tochter der Deutschen Bank das Prädikat „in troubled condition“ verpasste.

Auffällig ist da schon, dass die Aufsicht schon vor einem Jahr intern von einem „beunruhigenden Zustand“ spricht. Nur wurde diese Einstufung erst gestern öffentlich bekannt. Die US-Töchter der Deutschen Bank gelten den Finanzaufsehern also als Problemfälle, als instabil und gefährdet. Und das sollte uns alle aufhorchen lassen.

Weitere Hiobsbotschaften aus Australien

Und als ob das nicht schon genug an schlechten Nachrichten wäre, haben schließlich auch noch die Bonitätswächter aus dem Hause Standard & Poor‘s den Daumen für die Deutsche Bank gesenkt. Kritisiert werden vor allem zwei Punkte:  zum einen monieren sie die fehlende Profitabilität der Bank im Vergleich mit ihren Mitbewerbern. Zum anderen zweifelt die Agentur, ob die Bank ihre neu verordnete Strategie unter dem neuen Vorstandschef erfolgreich umsetzen kann.

Desweiteren droht der Deutschen Bank in Australien eine Kartellklage im Zusammenhang mit Vorwürfen gegen die Australia and New Zealand Banking Group (ANZ). Es geht um eine 2,3 Milliarden Dollar schwere Platzierung von Aktien im Jahr 2015. Australiens Wettbewerbsaufsicht ACCC wolle die ANZ und zwei namentliche nicht genannte Unternehmen anklagen. Die Deutsche Bank und die Citigroup erklärten unabhängig voneinander, dass sie mit einer Anklage rechnen.

Ja, liebe Leser, und dann kommt dann noch die Italien-Krise obendrauf. Die Deutsche Bank weist für Ende März Forderungen gegenüber dem italienischen Staat von 2,9 Milliarden Euro aus. Ferner hat die Deutsche Bank den Berichten zufolge in Italien insgesamt Kredite im Volumen von knapp 35 Milliarden Euro vergeben. Unter dem Strich bleibt eines sicher: die Misere ist noch lange nicht ausgestanden und der Kurs der Aktie hat noch reichlich Luft nach unten.

Sorge vor konjunkturellem Absturz nimmt zu

Liebe Leser,

nach vielen Jahren des Schein-Booms kommen selbst in der deutschen Wirtschaft die ersten Zweifel auf, ob dieser künstliche Aufschwung weiter anhalten kann und wird. Auffällig und offensichtlich ist nun, dass von einem XXL-Aufschwung urplötzlich nicht mehr die Rede ist. Im Gegenteil. Kein Wunder also, dass selbst die Agentur Reuters meldet, dass die deutsche Wirtschaft sich vor einem konjunkturellen Absturz sorgt.

Wachstumsprognose wird gesenkt

Martin Wansleben, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), räumte seine Sorge vor einer allfälligen Talfahrt der deutschen Wirtschaft in der vergangenen Woche ein. Schon jetzt sei es laut Herrn Wansleben so, dass Personalengpässe, der Handelsstreit mit den USA und die politischen Unsicherheiten in Italien die Wirtschaftsentwicklung beeinträchtigen würden.

Der Verband senkte seine Wachstumsprognose für dieses Jahr um einen halben Punkt auf 2,2 Prozent. Mit Blick auf die Lage in Italien warnte Herr Wansleben, dass es noch deutlich schlechter kommen könne. Hintergrund ist insofern, dass die Krise im hochverschuldeten Euroland bisher noch nicht in der Prognose des Verbands enthalten sei.

Weltweiter Aufschwung auf dem Prüfstand

Spannend ist, dass jüngst nicht nur der DIHK die Prognose deutlich absenkte. Auch die OECD geht von einer Wachstumsverlangsamung aus. Und selbst das tendenziell optimistisch gestimmte Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet in der ersten Hälfte 2018 eine deutlich schwächere Wirtschaftsentwicklung. Herr Fichtner, Konjunkturexperte beim DIW, wird laut Reuters wie folgt zitiert:  “Dem weltweiten Aufschwung geht etwas die Puste aus.“

Vor allem der Handelsstreit mit den USA zeige Wirkung bei der Nachfrage nach Investitionsgütern. Herr Wansleben merkt ferner an, dass auch die Folgen der US-Sanktionen gegen den Iran für deutsche Firmen “ein Riesenthema” seien. Wenig verwunderlich, dass Herr Wansleben aktuell davon spricht, dass der Aufschwung auf dem Prüfstand stehen würde.

Ja, liebe Leser, die Annahmen der Experten sind wohl unter dem Strich immer noch extrem optimistisch. Hintergrund ist ja, dass die wieder aufkeimende Eurokrise in den Prognosen und Schätzungen nicht enthalten ist. Die Krise in Italien habe aber das Potenzial zum “Desaster” für die Konjunktur und die Euro-Zone insgesamt zu werden. Davor warnte Herr Wansleben ausdrücklich.

Und die Krise wird immer noch massiv unterschätzt. An den Anleihemärkten brodelt es im Hintergrund schon jetzt gewaltig. Die Renditen der italienischen Staatsanleihen schnellten nach oben. Einzig eine Frage der Zeit, bis diese massiven Turbulenzen auch in der Realwirtschaft ankommen und sich niederschlagen werden…

Herzlichst Ihr
Günter Hannich

Deutsche Bank am Abgrund

Die Deutsche Bank steht wieder am Abgrund. Das ist ein Satz, der derzeit sehr stark nachhallt. Immerhin war das größte deutsche Geldinstitut einmal das Aushängeschild der deutschen Finanzindustrie. Doch diese Zeiten sind vorbei.

Erinnern wir uns kurz zurück. Im Herbst 2016 rutschte die Deutsche Bank Aktie unter die Marke von 10 €. Immer neue kostspieligere Rechtsstreitigkeiten und schwache operative Zahlen sorgten damals für den Negativtrend bei der Deutschen Bank. Doch danach keimte wieder etwas Hoffnung auf, dass die Deutsche Bank in die Erfolgsspur zurückgekehrt ist.

Bis Ende 2017 kletterte so die Aktie der Deutschen Bank wieder auf einen Wert von 17 € und vieles sah sehr viel besser aus. Die Lage hatte sich beruhigt. Das gleiche galt auch für die Eurozone, dort tauchten immer weniger Krisenherde auf. Aber die vergangenen Monate haben wieder eine Verschiebung gebracht. Operativ steht die Deutsche Bank immer noch unter Druck und hat in den zwei vergangenen Quartalen einen kleinen Gewinn ausgewiesen aber davor gab es immerhin 3 Verlustjahre in Folge. Und das ist nicht spurlos an der Bank vorübergezogen.

Zusätzlich hat das Vertrauen in die Führungsetage nachgelassen und so ist jetzt der neue Vorstandschef Christian Sewing der Hoffnungsträger der Deutschen Bank. Er soll den Abwärtstrend stoppen und als erstes hat er ein massives Stellenkürzungsprogramm angekündigt. So sollen rund 7.000 Vollzeitstellen in den kommenden Monaten wegfallen – vor allem beim früher sehr ertragreichen Investmentbanking in den USA und Großbritannien.

Sparprogramm wird erst mittelfristig Entlastung bringen

Mittelfristig mag das eine Verbesserung der Ertragslage für die Deutsche Bank bringen. Doch kurzfristig wird das zu einer starken Belastung führen. So erwartet selbst der Vorstand für das laufende Jahr Restrukturierung und Abfindungskosten von bis zu 800 Mio. €. So etwas hören Investoren nicht gern und so ist die Aktie jetzt wieder einmal klar unter die Marke von 10 EUR gerutscht.

Und als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, sorgt jetzt auch noch die aktuelle Diskussion um Italien für weiteren Druck bei der Deutschen Bank. Auch wenn das Kreditengagement der Deutschen Bank nur bei geschätzten 1,3 Mrd. € liegt. Das ist insgesamt ein negatives Zeichen für die gesamte Finanzbranche, dass jetzt wieder ein Land der Eurozone so unter Druck steht.

Bei einer Sache bin ich mir ziemlich sicher: Die schnelle Erholung werden wir bei der Deutschen Bank nicht sehen. Dafür haben sich die Marktbedingungen in den vergangenen Monaten zu sehr verschlechtert. Daher bleibe ich bei meiner Einschätzung: Bankaktien gehören nicht ins Depot, die Risiken sind einfach viel zu groß.

Rente: IWF fordert noch höheres Renteneintrittsalter

Langsam aber sicher steigt in Deutschland das Rentenalter an. Doch nun tauchen Forderungen auf, das Alter noch weiter ansteigen zu lassen – denn sonst bekommen wir in Deutschland ein Rentenproblem.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat jetzt die deutsche Bundesregierung dazu aufgefordert, das Renteneintrittsalter von aktuell 67 Jahren nochmals merklich auf 70 Jahre zu erhöhen. Angesichts einer schnell schrumpfenden und alternden Bevölkerung stehe die Volkswirtschaft nach IWF-Angaben vor großen Herausforderungen. Änderungen am Rentensystem sollen deshalb dafür sorgen, dass die Menschen länger arbeiten und noch später in Rente gehen.

Dabei ist Deutschland unter den Industrieländern heute schon an der Spitze derjenigen, wo von den Versicherten am meisten Beiträge für eine relativ geringe Rente geleistet werden müssen. Beim Vergleich von aktuellem Einkommen zur erwartbaren Rentenhöhe kommt Deutschland nach Angaben der OECD jetzt schon gerade einmal auf 58 Prozent. Im Schnitt liegen die anderen OECD-Länder bei 69 Prozent Rente des vorigen Einkommens. Italiener kommen auf 75 Prozent, Spanier auf 84 Prozent und Griechen sogar auf 110 Prozent Rente im Verhältnis zum früheren Einkommen.

Extrem niedriges Rentenniveau in Deutschland – und hohe Anzahl an Beitragsjahren

In Deutschland muss dazu noch im Schnitt 45 Jahre gearbeitet werden, um auf das genannte Rentenniveau zu kommen. In Frankreich sind es nur 41 Jahre, in Italien 40 Jahre und in Griechenland sogar nur 35 Jahre.

Bei solchen Forderungen geht es meiner Ansicht nach deshalb nur darum, die Renteneinzahlungen zu steigern und die Ausgaben durch ein späteres Renteneintrittsalter zu senken. Diese Forderungen des IWF zeigen, wie desolat das Rentensystem in Deutschland ist, wo eine immer größere Zahl von Rentenempfängern durch immer weniger Beitragszahler finanziert werden muss.

Ein jetzt gefordertes Renteneintrittsalter von 70 Jahren führt zwangsläufig dazu, dass die Rentenzahlungsdauer entsprechend abnimmt. Bei einer Lebenserwartung für Männer von derzeit 79 Jahren und bei Frauen von 84 Jahren wären das pro Rentenempfänger im Durchschnitt drei Jahre weniger.

Das heißt für Sie, dass Sie keinesfalls davon ausgehen können, dass das Rentensystem in absehbarer Zeit weiter so funktionieren wird, wie es heute der Fall ist. Ich gehe davon aus, dass nach dem nächsten Finanzcrash nicht nur künftige Renten nochmals reduziert, sondern auch laufende Renten gekürzt werden. Deshalb ist es für Sie wichtig, Ihr Vermögen vor den Folgen eines möglichen Crashs zu schützen. Sichern Sie es deshalb mit einer breiten Streuung ab – dann sind Sie jetzt schon bestens auf den unweigerlich kommenden Crash vorbereitet.

Die Rückkehr der Euro-Krise: Was Sie jetzt tun sollten

Die Euro Krise ist wieder da. Jetzt steht nicht Griechenland im Mittelpunkt. Jetzt geht es um Italien. Zwar konnte Staatspräsident Sergio Mattarella in letzter Sekunde die Koalition der linken und rechten Populisten noch verhindern. Er nutzte sein Vetorecht, weil er mit dem Kandidaten für das Amt des Finanzministers nicht einverstanden war.

Hier wollte die neue Koalition den Euro-Gegner Paolo Savona etablieren. Doch das hätte nach Ansicht von Mattarella die wirtschaftliche Stabilität des Landes gefährdet. Fakt ist: Jetzt muss der italienische Staatspräsident zu einem Trick greifen, damit es überhaupt erst einmal eine Regierung gibt. So hat der italienische Staatspräsident jetzt mit Carlo Cottarelli einen Übergangs- Premierminister vorgestellt, der aber im Parlament über keine Mehrheit verfügt.

Mittlerweile sieht es so aus, als ob es schon bald in Italien zu Neuwahlen kommen sollte. Bis dahin wird es eine unruhige Zeit geben, denn schon für das kommende Wochenende sind viele Demonstrationen geplant. Die Hauptkritik richtet sich gegen den Staatspräsidenten und seine Rolle. Etliche politische Kräfte wollen beispielsweise am kommenden Samstag auf die Straße gehen, dem italienischen Nationalfeiertag. Das ist ein klares Signal.

Euro-Gegner aus dem linken und rechten Lager bringen sich in Stellung

Eins muss Ihnen dabei bewusst sein: Die Euro-Gegner bringen sich in Italien schon jetzt Stellung. Sowohl bei der 5 Sterne Bewegung auf der linken Seite als auch bei der Lega auf der rechten Seite sind die Gegner des Euros stark vertreten. Sollte es nun zu Neuwahlen kommen, kann es sehr gut sein, dass die politischen Ränder weiter gestärkt bei dieser Wahl auftreten werden. Und dann dürfte es auch zu einer weiteren möglichen Koalition aus linken und rechten Populisten kommen.

Sollte das tatsächlich passieren (das halte ich immer noch für sehr wahrscheinlich) wäre das die erste offen eurokritische Regierungskoalition in Europa. Damit steht das gesamte Projekt Gemeinschaftswährung wieder auf dem Prüfstand. Schon jetzt sind die Anleihenzinsen in Italien massiv angestiegen und haben den höchsten Unterschied zu Bundesanleihen seit 4 Jahren erreicht. Das ist ein klares Zeichen für einen Risikoaufschlag, den die Investoren jetzt schon zahlen müssen.

Aktuelle Kursrückgänge sind erst der Anfang

Aber das ist erst der Anfang. In der vergangenen Woche machte schon das Wort vom Schuldenschnitt die Runde in Rom. Hinzu kommen die massiven Probleme der italienischen Banken, die auch immer noch nicht gelöst sind. Hier lauern noch faule Kredite im Volumen von mehr als 300 Milliarden EUR.

Insgesamt sieht es so aus, als ob uns unruhige Monate in der Eurozone bevorstehen – und eine schnelle Lösung für die Krise in Italien ist auch nicht in Sicht. Daher heißt es für Sie, jetzt aktiv ihr Vermögen abzusichern, denn die jüngsten Kursrückgänge sind meiner Einschätzung nach nur der Beginn.