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Chaostage in Berlin – doch die Börsen steigen immer weiter

So langsam wird es ernst. Das meine ich bezogen auf die Entwicklung an den Finanzmärkten. Die massive Spekulation und Übertreibung an den Börsen kann nicht mehr lange gutgehen. Das aktuelle Beispiel dafür ist die Reaktion der Börsen auf das politische Chaos in Berlin.

Es ist schon ein heftiger externer Faktor der die Entwicklung der Wirtschaft derzeit massiv einschränkt. Immerhin hat Deutschland auf Sicht der kommenden Monate wohl kaum eine stabile Regierung aufzubieten. Doch was machen die Börsen allen voran der deutsche Leitindex DAX? Es geht munter weiter nach oben.

Am Montagmorgen direkt nach dem Scheitern der Jamaika-Koalitionsgespräche gab der Aktienmarkt etwas nach und der DAX verlor beispielsweise im frühen Handel 100 Punkte. Bis zum Mittag hatte sich die Lage schon wieder beruhigt und auch heute geht es weiter nach oben.

Dabei ist für mich unerheblich, wer denn jetzt tatsächlich die Schuld trägt für das Scheitern dieser möglichen Koalition. Ich denke hier haben alle vier Parteien ihren Anteil daran. Mir geht es vielmehr darum, an dieser Stelle ihnen deutlich zu machen, dass der politische Faktor an der Börse derzeit keine Rolle spielt. Hier wird einfach nur noch spekulativ Geld in die Finanzmärkte geschoben und das treibt die Preise weiter nach oben.

Börsenwerte sind schon jetzt völlig abgehoben

Mit fundamentaler Bewertung hat das schon lange nichts mehr zu tun. Und jetzt kommt noch ein weiterer Faktor mit hinzu: So langsam schauen immer mehr Menschen auf die Entwicklung an der Börse und ärgern sich darüber, dass sie jetzt nicht mit dabei sind. Das führt dazu, dass jetzt auch Investoren an die Börse gehen, die sonst nicht dort aktiv sind. So etwas ist oft die letzte Phase eines Börsenbooms.

Ich bleibe dabei: Wenn Börsenindizes stetig zweistellig pro Jahr zulegen und die dazu gehörenden Volkswirtschaften aber nur ein Wachstum von 1,5 oder maximal 2 % schaffen, passt das nicht zusammen. Hier baut sich eine Spannung und ein Ungleichgewicht auf, das nur auf eine Art und Weise gelöst werden kann: Durch einen Crash.

Und diese Gefahr nimmt meiner Ansicht nach jetzt weiter zu, wenn die Kurse auch ungeachtet vieler Turbulenzen stetig zulegen. Grundsätzlich bin ich natürlich gespannt wie sich die Lage in Berlin weiterentwickelt – doch der Einfluss auf die Börsen wird wohl weiterhin gering bleiben. Das hat uns die Reaktion auf das nun wirklich überraschende Ende der aktuellen Sondierungsgespräche für eine neue Koalition in Berlin ganz klar gezeigt.

Crash-Gefahr: OECD warnt vor wachsenden Risiken

Die Krisengefahr wird aktuell in der Öffentlichkeit kaum noch gesehen. Es ist eher so, dass es fast täglich neue Jubelmeldungen und angehobene Prognosen gibt. Wenn man diesen Meldungen Glauben schenkt, könnte man fast den Eindruck gewinnen, dass es auf ewig so weitergehen wird mit dem wirtschaftlichen Aufschwung.

Doch wie Sie sich denken können, stehe ich diesem fast grenzenlosen Optimismus kritisch gegenüber. Mit dieser Meinung stehe ich nicht allein. Wenn man eben etwas genauer hinschaut, finden sich auch auf offizieller Seite mahnende Stimmen.

Unbeobachtet von der breiten Öffentlichkeit hat unlängst die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vor steigenden Ungleichgewichten im Finanzsystem gewarnt. Die OECD-Chefökonomin Catherine Mann wies dabei darauf hin, dass sich die Finanzmärkte heute mehr denn je von der Realwirtschaft abgekoppelt hätten, die Risiken dort nicht mehr gesehen werden und es dadurch gefährliche Entwicklungen gibt.

Zwar schränkte die Chefökonomin ihre Warnung wieder ein, als sie auf die komplett andere Lage von heute, verglichen mit früheren Wirtschaftszyklen, verwies, doch in einer Hinsicht bin ich derselben Auffassung wie sie: Gerade seit der Finanzkrise 2008 hat sich das Finanzsystem von der Realwirtschaft abgekoppelt. Das sehen Sie vor allem bei den Aktienbörsen, wo z. B. noch letztes Jahr der S&P500-Index um ganze 17 Prozent anstieg, während die von ihm repräsentierte US-Wirtschaft gerade einmal um 1,6 Prozent zulegte.

Immobilien und Aktien massiv überbewertet

Das Gleichgewicht ist gestört und Aktien, Immobilien sowie Anleihen werden trotzdem auf immer neue Rekordhöhen hochspekuliert. Doch solch ein Zustand geht nicht dauerhaft gut. In der Natur endet jede Fehlentwicklung letztlich in einer Korrektur der Verhältnisse. Bei einem Gewitter bauen sich unterschiedliche Ladungen in der Wolke und am Boden so lange auf, bis ein Kurzschluss entsteht, für den ein Blitz einen Ausgleich schafft. Auch das Finanzsystem unterliegt diesen Naturgesetzen und deshalb ist der Crash unausweichlich, um die entstandenen Auswüchse zu beseitigen.

Das bedeutet, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich die jetzigen überzogenen Kurse wieder ganz plötzlich korrigieren. Dann werden die Aktien abstürzen und Immobilien wieder drastisch an Wert verlieren.

Deshalb sollten Sie sich rechtzeitig gegen diesen unweigerlich kommenden Crash schon heute absichern. Das tun Sie mit einer breiten Streuung Ihres Vermögens, die ich Ihnen an dieser Stelle immer wieder nahebringe.

Warum Griechenland noch nicht über dem Berg ist

Vor der deutschen Bundestagswahl betonten die Finanzminister der Eurozone, dass nun selbst das Krisenland Griechenland auf einem guten Weg sei. Nur ab und an wird darüber berichtet, dass die Lage vor Ort immer noch prekär ist.

Faule Kredite im Fokus

Jüngst wurde berichtet, dass nach vielen Jahren des wirtschaftlichen Niedergangs die hellenischen Geldinstitute immer noch auf einem gigantischen Berg an faulen Krediten sitzen. Hier reden wir immer noch über ein Volumen von 103 Milliarden Euro, also fast 60 Prozent der drastisch geschrumpften Wirtschaftsleistung. Und nun fordert die EZB einen Abbau dieser Bestände um 38 Milliarden Euro bis Ende 2019. Ob und wie das gelingen wird, steht in den Sternen.

Hohe Verschuldung

Nach wie vor leidet die griechische Wirtschaft unter einer exorbitant hohen Verschuldung. Die Staatsverschuldung liegt bei fast 180 Prozent der Wirtschaftsleistung und ist damit drei Mal so hoch wie es die Maastricht-Regeln eigentlich erlauben.

Spannend wird werden, ob die internationalen Gläubiger im Sommer 2018 nach dem Auslaufen des dritten Rettungspakets zumindest über Schuldenerleichterungen nachdenken werden. Hier wird es um Themen wie Fristenverlängerungen und dergleichen gehen. Selbst der IWF verlangt ja schon seit geraumer Zeit, dass das krisengeplagte Land etwas mehr Luft zum Atmen braucht.

Bevölkerung leidet stark unter Dauerkrise

Die normale Bevölkerung leidet nach wie vor extrem unter der Krise. Die offiziell ausgewiesene Arbeitslosenquote liegt bei über 20 Prozent. Fakt ist weiter, dass laut jüngsten Medienberichten, die sich auf Zahlen des hellenischen Arbeitsministeriums berufen, 60 Prozent der Beschäftigten in Griechenland in sogenannten „flexiblen“ Beschäftigungsverhältnissen „stecken“.

Sprich, diese Menschen arbeiten in Teilzeit oder Rotation und haben keinen Vollzeitjob. Der Anteil der flexibel Beschäftigten stieg demnach im Oktober dieses Jahres auf 62 Prozent. Konkret heißt das, dass von rund zwei Millionen Arbeitnehmern gut 1,1 Millionen ohne Vollzeitarbeitsvertrag beschäftigt waren.

Ja, liebe Leser, die griechische Krise hält nach wie vor an. Die Eurokrise ist damit alles andere als beendet und gelöst. Spätestens im Sommer 2018 wird das Thema Griechenland wieder auf die Agenda kommen. Und dann wird mit hoher Wahrscheinlichkeit dem deutschen Steuerzahler die Rechnung präsentiert werden.

Das im Sommer 2015 beschlossene dritte Rettungspaket läuft ja dann „pünktlich“ nach der Bundestagswahl aus. Und darüber hinaus kommt hinzu, dass über die Schuldenerleichterungen just im Sommer 2018, in der die Fußball-WM stattfinden wird, entschieden wird. Ein Schelm, wer insofern Böses dabei denkt…

Deflationsgefahr wird massiv unterschätzt

Schon gestern ging es an dieser Stelle um das Lesertreffen im Geldmuseum der Deutschen Bundesbank in Frankfurt in der vergangenen Woche. Spannend war hier tatsächlich die Frage nach den Ursachen einer Deflation. Diese Frage wurde offenbar durch mich zum ersten Mal aufgeworfen, da die Mitarbeiterin sonst besser auf diese eigentlich naheliegende Fragestellung vorbereitet gewesen wäre.

Mir zeigt die Unkenntnis der Bundesbank-Mitarbeiterin über die historischen Gründe der Deflation, dass dieses Thema gerade heute bei den meisten Menschen gar keine Rolle spielt und sich offenbar nur wenige überhaupt damit befasst haben. Noch heute wird vielfach angenommen, die 1930er Jahre wären eine Inflationsphase gewesen.

Parallelen der Deflation 1930 zu heute

Doch die Deflationsfrage ist keineswegs eine rein historische Angelegenheit, sondern ist gerade heute für Sie interessant. Viele Entwicklungen sind denen von damals extrem ähnlich. So haben wir heute, genauso wie 1929, ein extrem aufgeblasenes Kursniveau an den Aktienbörsen, dem außer der Erwartung, dass die Werte der Aktien immer steigen werden, nichts an fundamentaler Substanz mehr gegenübersteht.

Dazu kommt eine sehr euphorische Haltung der meisten Anleger und Experten im Hinblick auf die wirtschaftliche Zukunft. Damals wie heute glauben viele von ihnen, dass es „immer so weitergehen“ werde. Dieser Optimismus erzeugt eine sorglose Haltung, in der unkritisch riskante Wertpapiere gekauft werden, in der puren Erwartung, dass es keine Risiken mehr gäbe und man dadurch leistungslos reich werden würde.

Selbst Anleihen mit einhundert Jahren Laufzeit von Pleitestaaten wie Argentinien werden heute schon mehr als dreifach überzeichnet. Weitere Beispiele sind die Spekulationen mit Kryptowährungen wie dem Bitcoin, mit Immobilien oder Aktienwerten wie denen des Autobauers Tesla, einem Unternehmen, das bislang nur Verluste macht und dieses Jahr dennoch eine höhere Börsenkapitalisierung erreichte als BMW.

Die Spekulationsblase wird auch heute wie 1929 platzen und zu einer gewaltigen Deflation mit einer daraus resultierenden Weltwirtschaftskrise führen. Damals verfielen Aktienwerte im Schnitt um 90 Prozent. Ebenso Immobilien, die auch nur noch ein Zehntel ihres ursprünglichen Wertes hatten.

Wie die Geschichte auch zeigt, ist eine breite Streuung des Vermögens der beste Schutz gegen Krisen. An dieser Stelle präsentiere ich Ihnen daher regelmäßig die besten Möglichkeiten, das Vermögen breit zu streuen. Denn nicht nur im Winter sondern auch beim Vermögen gilt: Wer streut rutscht nicht.

Fast jeder fünfte Deutsche von Armut bedroht

Die deutsche Wirtschaft ist kaum mehr zu bremsen. Die Gefahr ist groß, dass die Wirtschaft überhitzt. So oder so ähnlich liest es sich derzeit fast überall. Der konjunkturelle Aufschwung in deutschen Landen ist derzeit von Superlativen geprägt. Und es fällt nur ganz am Rande auf, dass dieser Schein-Boom doch mit Schattenseiten behaftet ist. Jüngst lief eine amtliche Meldung des Statistischen Bundesamts über die Ticker, die mitten im Mega-Boom doch etwas nachdenklich stimmen sollte.

16 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen

Das Statistische Bundesamt (Destatis) machte jüngst die Ergebnisse der Erhebung LEBEN IN EUROPA (EU-SILC) publik. Demnach waren in Deutschland 16 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen. Während der Anteil der von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohten Bevölkerung in der Europäischen Union (EU) im Jahr 2016 durchschnittlich bei 23,5 % lag, betrug dieser Anteil in Deutschland 19,7 Prozent.

Eine Person gilt als von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, wenn mindestens eine der folgenden drei Lebenssituationen zutrifft: Ihr Einkommen liegt unter der Armutsgefährdungsgrenze, ihr Haushalt ist von erheblicher materieller Entbehrung betroffen oder sie lebt in einem Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung. Für jede dieser Lebenssituationen kann jeweils der Anteil der Personen in der Bevölkerung ermittelt werden, auf den diese Situation zutrifft.

Jeder Sechste armutsgefährdet

Mit 16,5 Prozent der Bevölkerung war jede sechste Person in Deutschland im Jahr 2016 armutsgefährdet. Das entsprach rund 13,4 Millionen Menschen. Eine Person gilt nach der EU-Definition für EU-SILC als armutsgefährdet, wenn sie über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt (Schwellenwert der Armutsgefährdung). 2016 lag dieser Schwellenwert für eine alleinlebende Person in Deutschland bei 1.064 Euro im Monat, für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren bei 2.234 Euro im Monat.

Sehr erstaunlich ist auch, dass 2016 sage und schreibe fast vier Prozent der Bevölkerung in Deutschland von erheblicher materieller Entbehrung betroffen waren. Das bedeutet, dass ihre Lebensbedingungen aufgrund von fehlenden finanziellen Mitteln eingeschränkt waren. Sie waren zum Beispiel nicht in der Lage, ihre Rechnungen für Miete, Kredite oder Versorgungsleistungen zu bezahlen, ihre Wohnungen angemessen zu beheizen oder eine einwöchige Urlaubsreise zu finanzieren.

Ja, liebe Leser, einst galt ja das „Credo“, das Versprechen „Wohlstand für alle“. Es besorgt schon, wenn schon jetzt, mitten im Super-Boom, jeder fünfte Bürger Deutschlands direkt mit der Thematik Armut betroffen ist. Man mag gar nicht daran denken, wie sich die Lage dann darstellt, wenn die nächste allfällige Krise erbarmungs- und schonungslos zuschlägt….

Deutscher Immobilienmarkt im Fokus internationaler Investoren

Das Mega-Thema „Immobilien“ steht in deutschen Landen selbst in diesen späten Herbsttagen des Jahres 2017 immer noch ganz oben auf der Agenda. Und fast täglich gibt es neue „frohe Botschaften“ aus der seit Jahren erfolgsverwöhnten Branche. Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC veröffentlichte erst jüngst eine Studie, die diesen Befund eindeutig bestätigte.

Deutscher Immobilienmarkt wird immer wichtiger

Der Studie zufolge sei Deutschland nun für internationale Immobilieninvestoren der wichtigste Markt in Europa. Mit 68 Milliarden Euro Investitionsvolumen (Vorjahr: 54 Milliarden Euro) habe Deutschland in den vergangenen 12 Monaten Großbritannien überholt. Dort seien die Gesamtinvestitionen von 68 Milliarden auf 64 Milliarden Euro gefallen.

Die Unsicherheit über den Ausgang der Brexit-Verhandlungen wirke sich der Studie zufolge massiv negativ auf das dortige Investitionsklima aus. 80 Prozent der Befragten gehen von fallenden Immobilienwerten und einem Rückgang an Investitionen in Großbritannien aus. Gleichzeitig rechnen fast 70 Prozent damit, dass die Investitionen im Rest der EU steigen werden.

Deutsche Ballungsräume stark gefragt

Und in dem Kontext verwundert es überhaupt nicht, dass insbesondere die großen Städte in Deutschland zu den Profiteuren dieser Entwicklung gehören werden. Die befragten Branchenexperten trauen den deutschen Städten folglich mit das größte Entwicklungspotenzial zu. Als Ergebnis der Studie kam heraus, dass mit Berlin, Frankfurt, München und Hamburg sich gleich vier deutsche Städte unter den Top-6 Standorten mit den besten Investitions- und Entwicklungspotenzialen 2018 befinden.

Schlechte Nachrichten für Mieter

Der Studie zufolge dürfte sich dieser Trend auch bei den Mieten widerspiegeln. Aufgrund der nach wie vor steigenden Attraktivität deutscher Immobilien rechnen die befragten Experten mit den europaweit höchsten Mietpreissteigerungen in Berlin, Hamburg und München. Die europaweit einzige wichtige Metropole, in der laut Studie die Mieten sinken dürften, sei London.

Ja, liebe Leser, im Zusammenhang mit der Studie stellt sich wahrlich die „heißeste“ Frage zum deutschen Immobilienmarkt. Wie lange wird dieser Boom noch anhalten? Der PwC-Studie zufolge sei es schon jetzt Fakt, dass der Immobilienzyklus in Deutschland weit fortgeschritten sei – aber eine wirklich Abkühlung sei nicht in Sicht.

Sicher ist, dass nach diesem Boom eine Abkühlung kommen wird. Es stellt sich einzig die Frage, wann dies der Fall sein wird. Und sicher ist auch: Je länger der Boom noch anhält, umso heftiger wird die anschließende „Delle“ ausfallen. Es bleibt daher nach wie vor ratsam, das wilde Treiben am deutschen Immobilienmarkt von der Seitenlinie aus zu beobachten. Wehe, wehe, wenn wir jetzt schon auf das bittere Ende sehen….

Reichster Mann der Welt verkauft Aktien

An den US-Aktienmärkten setzt sich die Kaufpanik der Vorwochen fort. Erste Marktbeobachter sprechen schon von einem Crash nach oben. Beinahe täglich werden immer neuere und höhere Kursziele in den Raum gestellt.

Amazon-Aktie im Höhenflug

Und in dem Kontext wird immer wieder auf die Erfolgsstory Amazon hingewiesen. Manche Analysten trauen der Amazon-Aktie zu, schon im Jahr 2018 die Marktkapitalisierung von einer Billion Dollar zu erreichen. Das wäre ein absolutes Novum. Nie zuvor hat eine Aktie eine derart hohe Marktkapitalisierung erreicht.

Zum Vergleich, der aktuelle Wert aller Amazon-Aktien liegt bei einem Kurs von 1.111 Dollar bei gut 535 Milliarden Dollar. Um die besagte Billion zu erreichen, müsste sich der Amazon-Aktienkurs vom aktuellen Niveau aus also fast nochmals verdoppeln. Momentan liegt mit Blick auf die Marktkapitalisierung die Apple-Aktie klar vor Amazon. Nach dem jüngsten Kursanstieg liegt die Kapitalisierung der Apple-Aktien bei über 900 Milliarden Dollar.

Amazon-Vorstandschef reichster Mann der Welt

Nichtsdestotrotz führte der rasante Anstieg der Amazon-Aktien dazu, dass der Gründer und Vorstandschef von Amazon, Jeff Bezos, mittlerweile zum reichsten Mann der Welt avancierte. Er liegt nun mit Blick auf sein Nettovermögen klar vor dem berühmten Microsoft-Gründer Bill Gates. Das Vermögen von Herrn Bezos, der noch gut 16 Prozent der ausstehenden Amazon-Aktien hält, wird mittlerweile auf fast 94 Milliarden Dollar taxiert. Damit liegt er fast vier Milliarden Dollar vor Gates.

Bezos verkauft Aktien

Höchst beachtlich ist aber, dass Herr Bezos jetzt die Gunst der Stunde des exorbitant hohen Kurses der Amazon-Aktie nutzt und massiv eigene Aktien verkauft. Einer Pflichtmitteilung gegenüber der US-Börsenaufsicht SEC zufolge machte Herr Bezos in den letzten Tagen kräftig Kasse. Er verkaufte sage und schreibe eine Million Amazon-Aktien im Gegenwert von mehr als 1,1 Milliarden Dollar. Netto, also nach Steuern dürfte er damit gut 840 Millionen Dollar erlöst haben.

Ja, liebe Leser, spätestens jetzt sollten selbst die notorischen Optimisten zumindest hellhörig werden. Der reichste Mann der Welt steht auf der Verkaufsseite und stößt einen Teil seiner Amazon-Aktien ab. Herr Bezos weiß wohl auch, dass selbst bei Amazon am Ende die Bäume nicht immerzu in den Himmel wachsen werden.

Und ihm ist auch sehr wohl bewusst, dass selbst unter optimistischen Annahmen die Bewertung der Amazon-Aktie exorbitant hoch ist. In optimistischen Schätzungen wird dem Amazon-Konzern für das Jahr 2018 ein Gewinn von nicht einmal acht Dollar je Aktie zugetraut. Daraus errechnet sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 140, was selbst in normalen Börsenphasen schon völlig überbewertet ist.

Scheinbare Inflation: Strompreise auf Rekordhoch

Alles wird immer teurer – das ist die Erkenntnis vieler Verbraucher. Dabei werden Preissteigerungen immer gleichbedeutend mit einer inflationären Tendenz angesehen. Doch heute zeige ich Ihnen, dass das nicht so ist – sondern vielmehr die von der Masse der Investoren vernachlässigte Deflation hier eine Herausforderung darstellt.

Wie das Vergleichsprotal Verivox jetzt bekannt gab, haben die Strompreise in Deutschland mit über 28 Cent pro Kilowattstunde ein neues Rekordhoch erreicht. Ursache dafür ist, dass 56 Prozent des Strompreises nur aus Steuern, Umlagen für den Ökostrom und sonstigen Abgaben bestehen und diese massiv weiter angestiegen sind. Damit hat Deutschland jetzt den teuersten Strom der Welt.

Allein die Summe der Umlagen ist höher als das, was der Strom bspw. in Österreich insgesamt kostet. Oft wird hier jedoch der Fehler begangen, diese Preissteigerungen als „Inflation“ anzusehen. Doch sind das keine Auswirkungen einer wirklichen Geldentwertung durch zu hohe Geldemission der Notenbank, sondern diese Preiserhöhungen sind allein durch staatliche Maßnahmen, Stichwort Energiewende, hervorgerufen und haben mit dem Geldsystem nichts zu tun.

Administrative Preiserhöhungen sind auch nicht inflationär

Das Gleiche gilt für alle administrativen Preiserhöhungen, beispielsweise bei Abgaben und Steuern für den Staat oder Preiserhöhungen bei staatlichen Monopolbetrieben wie etwa dem öffentlichen Personennahverkehr, bei der Deutschen Post AG oder der Deutschen Bahn AG. Letztlich sind solche Preiserhöhungen keineswegs inflationär, sondern deflationär.

Wenn der Strompreis immer weiter steigt, ohne dass das durch gleichzeitig steigende Masseneinkommen kompensiert wird, bewirkt das, dass immer mehr Haushalte in anderen Bereichen sparen müssen. Dann wird beim Konsum gespart, oder größere Anschaffungen, beispielsweise ein neuer Fernseher oder ein neues Auto, werden hinausgezögert oder gar nicht realisiert.

Das bewirkt, dass die betreffenden Branchen weiter unter Druck kommen und letztlich die Preise deflationär senken müssen. Deshalb ist es für Sie wichtig, steigende Preise nicht automatisch als „Inflation“ zu sehen. Heute ist die Absicherung des Vermögens vor allem gegen eine Deflation wichtig.

Genau hier bin ich einer der wenigen Experten, der sowohl gegen Deflation, wie auch eine danach folgende Inflation absichert. Gegen die Deflation wappnen Sie sich mit Fremdwährungen und einem persönlichen Cash-Anteil. Dieser sollte so bemessen sein, dass Sie damit die Ausgaben bestreiten zu können, die nötig sind, um Ihren Lebensstandard für mindestens zwei Monate aufrecht zu erhalten. Gegen Inflation sichern Sie sich mit anderen flexiblen Anlageformen ab wie beispielsweise Edelmetallen.

Deutsche Sparer setzen zunehmend auf Aktien und Immobilien

Alle Jahre wieder geben die deutschen Sparkassen, genauer gesagt der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV), anlässlich des Weltspartags bekannt, was die deutschen Sparer aktuell so umtreibt. Fakt ist demnach, dass einer repräsentativen Umfrage des DSGV zufolge sich die Präferenzen der deutschen Sparer nach zehn Jahren Finanzkrise deutlich verändert haben.

Aktien und Immobilien im Fokus

Unter dem Strich ist es nun so, dass laut der Umfrage selbst genutzte und vermietete Immobilien zusammen mit Wertpapieranlagen wie Aktien-, Investment- und Immobilienfonds ganz oben in der Gunst der Sparerinnen und Sparer stehen würden. Dagegen haben Lebens- und Rentenversicherung sowie der Bausparvertrag in den letzten Jahren an Beliebtheit verloren.

Höchst beachtlich ist aber auch, dass im Vergleich zum Jahr 2016 die Beliebtheit der selbst genutzten Immobilie als Anlageform leicht rückläufig sei. Hintergrund dieser Entwicklung sei laut DSGV, dass vor allem die gestiegenen Immobilienpreise an der Beliebtheit zehren würden. Sehr spannend ist auch, dass dem Verband zufolge die Beliebtheit von Aktien deutlich gewachsen sei.

Aktien im Höhenrausch

Der Verband teilt in dem Kontext mit, dass die deutschen Sparer nun stärker vom Anstieg der Aktienkurse profitieren könnten. Der Präsident des DSGV, Herr Fahrenschon, merkte in dem Kontext an, dass der DSGV es begrüßen würde, dass sich die deutschen Sparer nun stärker für Wertpapieranlagen interessieren würden. Er fügte hinzu, dass sie damit die Chance hätten, von den Höhenflügen an den Aktienmärkten zu profitieren.

Ja, liebe Leser, seit dem März 2009, also seit mehr als acht Jahren geht es an den Aktienmärkten steil und wild nach oben. Die Indizes haben mittlerweile neue Rekordhochs erreicht. Und just jetzt, in der Endphase dieser künstlichen Hausse, kommen die deutschen Kleinsparer als Käufer in den Markt. Wehe, wehe, wenn wir hier schon jetzt auf das sich abzeichnende bittere Ende sehen.

Herr Fahrenschon hätte hier gleichzeitig auch betonen sollen, dass die deutschen Sparer nicht nur vom Höhenflug profitieren werden. Sie sind auch beim allfälligen Absturz „voll“ mit dabei. Fakt ist, dass Aktien trotz aller optimistischer Prognosen immer noch eine hochriskante Anlageform sind und bleiben. Das werden dann auch die deutschen Sparer bitter „erfahren“ dürfen, wenn dieser ausgereizte Bullenmarkt endgültig vorbei ist und die Bären wieder das Ruder übernehmen. Und es spricht sehr viel dafür, dass die Bären ausgehend von der Wall Street schon relativ zeitnah zuschlagen werden…

Riesiger Berg fauler Kredite belastet die Banken in Europa

Die Wirtschaft in Deutschland, ja in ganz Europa hat mittlerweile volle Fahrt aufgenommen. So, oder so ähnlich tönt es schon seit Wochen in den Medien. Das Thema „Krise“ steht überhaupt nicht mehr auf der Agenda. Nur ab und an wird am Rande noch auf diverse „Altlasten“ der Finanzkrise der Vorjahre hingewiesen. Und höchst beachtlich ist dabei auch, dass vom Narrativ her so getan bzw. suggeriert wird, als sei die Krise längst überwunden.

Krisenland Italien im Fokus

Jüngst vermeldete jedenfalls die Bankenaufsicht der EZB, dass der Altbestand der Problemdarlehen in Italien rückläufig sei. Anders formuliert, das Volumen fauler Kredite in den Büchern der Banken des Krisenlandes ging auf „NUR“ noch 212 Milliarden Euro zurück. Das sei eben eine Hinterlassenschaft der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Und da ist Italien in der Euro-Zone derzeit immer noch „trauriger“ Spitzenreiter. Weiter ging aus der Meldung der Bankenaufsicht hervor, dass auch das Gesamtvolumen an faulen Krediten im zweiten Quartal 2017 deutlich geringer gewesen ist als noch in den ersten drei Monaten des Jahres 2017.

Volumen fauler Kredite bei 844 Milliarden Euro

Dennoch ist unter dem Strich festzuhalten, dass trotz des Rückgangs beim offiziell ausgewiesenen Bestand an faulen Krediten immer noch sage und schreibe 844 Milliarden Euro an toxischen Problemkrediten in den Bilanzen der Banken der Euro-Zone verborgen sind. Das ist schon eine gewaltige Haus-Nummer. Und selbst im Wirtschaftsmusterland Deutschland gibt es faule Bankkredite. Und zwar trotz des aktuell immer wieder propagierten Wirtschaftswunders. In den Bilanzen der Banken Deutschlands schlummern notleidende Kredite im Volumen von 65 Milliarden Euro vor sich hin. Das ist auch eine Summe, die wahrlich nicht gering und zu unterschätzen ist.

Ja, liebe Leser, es kann an der Stelle nicht oft genug betont werden, dass diese Zahlen höchst „offizielle“ sind. Anders formuliert: Es ist sehr wohl davon auszugehen, dass hinter den Kulissen alles dafür getan wird, diese so gering wie nur irgend möglich auszuweisen. In Wahrheit dürften also nicht nur 844 Milliarden Euro an notleidenden Krediten im Feuer sein.

Insofern sollten wir uns keinesfalls Sand in die Augen streuen lassen. Die Bankenkrise ist alles andere als beendet, geschweige denn ausgestanden. Momentan durchleben wir die Ruhe vor dem nächsten großen Sturm. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und daher ist es nach wie vor ratsam, äußerst defensiv zu agieren und bis auf weiteres „angeschnallt“ zu bleiben.