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USA: Schulden wachsen unkontrolliert weiter

Der Blick in die USA ist immer noch extrem wichtig zur Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage. Und genau dort zeigen sich immer mehr Kennzeichen dafür, dass wir schon bald ein Ende der deutlichen Zuwachsraten sehen werden.

Das liegt schlicht und einfach daran, dass das aktuelle Wirtschaftswachstum in den USA auf einem massiven Ausbau der Schulden beruht. Und genau das ist definitiv keine positive Tatsache. Und da die USA noch immer die weltgrößte Wirtschaftsmacht sind, haben die anstehenden Probleme auch massive Auswirkungen auf uns hier in Europa und speziell in Deutschland.

Dabei haben zuletzt einige Wirtschaftszahlen eine deutliche Verschlechterung der Lage angedeutet. Das bezieht sich insbesondere auf den massiven Anstieg der Verschuldung. Wie Sie vielleicht wissen, basiert ein Großteil des US-Wirtschaftswachstums auf dem privaten Konsum. Und hier hat es zuletzt massive Zuwächse bei den Verbraucherkrediten gegeben. Erinnern wir uns zurück: Im Sommer 2008 lief die Konjunktur in den USA noch rund. Die Finanzkrise stand kurz bevor. Im Vergleich zu diesem Zeitraum haben die Verbraucherkredite bis jetzt um 48 % zugelegt. Hier erkennen Sie die Sprengkraft dieser enormen Zuwächse.

Ausfälle bei Kreditkartenzahlungen nehmen immer weiter zu

Zudem sind zuletzt nach Angaben der US-Notenbank die Ausfälle bei Kreditkarten Zahlungen sieben Quartale in Folge angestiegen. Auch das ist eine bedrohliche Tatsache. Die schwache finanzielle Ausstattung vieler US-Bürger ist auch mit der enttäuschenden Lohnentwicklung zu erklären. So ist das reale Einkommen in den USA zuletzt so stark zurückgekommen wie in den vergangenen 6 Jahren nicht mehr.

US-Präsident Trump setzt weiter auf den Ausbau der Schulden. Seitdem er im Amt ist, hat sich das Haushaltsdefizit in den USA um 21 % ausgeweitet – und ein Ende des enormen Schuldenanstiegs ist nicht in Sicht. Dazu tragen auch die massiven Ausgabenprogramme bei, die Donald Trump vorantreibt. Erst in diesen Tagen hat er einen massiv gestiegenen Verteidigungshaushalt für das nächste Jahr vorgestellt. Das zeigt eine weitere Gefahr: Wenn nicht viele äußere Risiken bestehen, käme es auch nicht so deutlichen Ausweitung der Verteidigungsausgaben.

Doch zurück zu den Schulden: Wie in den vergangenen Jahren auch versuchen die USA dem Problem der Schulden mit noch mehr Schulden beizukommen. Kurzfristig mag das noch funktionieren – aber langfristig wird diese völlig verfehlte Politik einer der Hauptauslöser für die nächste massive Finanzkrise sein. Da aber auch viele Staaten seit der Finanzkrise 2009 die Schulden weiter gesteigert haben, wird dann sehr wahrscheinlich das nötige Kapital fehlen, um den Zusammenbruch des Bankensystems zu verhindern.

Diese Risken bei Lebensversicherungen sollten Sie kennen

Ein guter Teil der Ersparnisse vieler Menschen ist in den vergangenen Jahrzehnten in langlaufende Kapital-Lebensversicherungen geflossen. Immer noch gibt es mit über 84 Millionen Verträgen mehr Policen als Einwohner in Deutschland.

Teilweise liegt das daran, weil bei den Menschen von Politik und Medien regelrecht eine Angst vor Altersarmut geschürt wurde. Aufgrund dieser Angst investierten viele Bürger – oftmals unüberlegt – in langlaufende Kapital-Lebensversicherungen. Die in den Lebensversicherungen gebundenen Gelder sind langfristig Ihrem unmittelbaren Zugriff entzogen. Das macht sich insbesondere in Finanzkrisen äußerst negativ bemerkbar.

Das Versicherungsunternehmen kann in einer Krise die Auszahlung sperren, sodass Sie nicht einmal mehr mit Verlusten an Ihr Geld herankommen. Zugleich sind im Krisenfall Versicherungsgesellschaften – genau wie auch die Banken – auf breiter Front vom Konkurs bedroht. Zwar sind Versicherungen überwiegend in Anleihen investiert, doch wenn langlaufende Anleihen in der Krise unter Druck kommen, dann schmilzt auch die Finanzbasis der Versicherung schnell dahin und die Gefahr von Konkursen wächst stark an.

Bei der nächsten Finanzkrise kommen große Turbulenzen auf Lebensversicherer zu

Vor einiger Zeit ergaben schon „Stresstests“, dass viele Versicherungen einer ausgewachsenen Finanzkrise nur schwer standhalten können. Dazu kommt, dass der Garantiezins nur noch bei 0,9 Prozent liegt und die Versicherung heute die Überschussbeteiligung sperren kann. Dann bekommt der Anleger am Ende im schlimmsten Fall sogar weniger Geld heraus, als er eingezahlt hat.

Bereits in der aktuellen Niedrigzinsphase haben die Lebensversicherungsunternehmen zunehmend Schwierigkeiten, ihren Kunden eine akzeptable Gewinnbeteiligung zukommen zu lassen. Insgesamt macht eine Altersvorsorge mit Kapital-Lebensversicherungen heute keinen Sinn mehr. Sie sind nicht einmal mehr ein Mittel, um Steuern zu sparen, da dieses Privileg schon lange aufgehoben wurde.

Zudem ist es unverständlich, warum eine Altersvorsorge über eine anonyme, risikobehaftete Versicherung besser sein soll als eine Kapitalanlage in Eigenregie, bei der man im Notfall jederzeit auf das vorhandene Kapital ohne Einschränkung zurückgreifen kann. Etwas anderes ist eine viel günstigere Risikoversicherung, mit der das Invaliditäts- bzw. Todesfallrisiko abgesichert wird.

Das heißt für Sie: Wenn viel Geld in Ihren Kapital-Lebensversicherungen gebunden ist, haben Sie im Prinzip drei Möglichkeiten für eine vorzeitige Beendigung. Sie können eine Beitragsfreistellung erwägen. D. h., der Vertrag bleibt bestehen, Sie zahlen aber keine weiteren Beiträge mehr ein. Sie können den Vertrag aber auch am sogenannten Zweitmarkt für Lebensversicherungen an ein einschlägiges Unternehmen verkaufen. Als weitere Alternative bleibt Ihnen auch noch eine Kündigung des Vertrags, was aber meist der teuerste Ausweg ist.

Türkei: Diese Währungskrise hat bedrohliche Ausmaße angenommen

Währungskrisen haben eine besonders große Sprengkraft an den Finanzmärkten. Das liegt schlicht und einfach daran, dass die Bürger des jeweiligen Landes direkt davon betroffen sind. Und schon häufiger in der Vergangenheit haben Währungskrisen auch massive Folgen für die weltweiten Finanzmärkte gehabt und haben zu großen Turbulenzen bis hin zu geführt.

Jetzt steht die Türkei in einer massiven Währungskrise. Anders ist es nicht mehr zu bezeichnen. Allein am vergangenen Freitag rutschte die türkische Währung Lira an einem Tag um 18 % gegenüber dem US-Dollar ab. Auch gegenüber dem Euro gab es massive Verluste und im frühen Handel am Montagmorgen erreichte die türkische Währung ein neues Rekordtief.

Stellen Sie sich vor: Allein seit Jahresanfang hat die türkische Währung gegenüber dem Euro rund 40 % an Wert verloren. Dabei ist keine Besserung in Sicht. Das liegt insbesondere auch an der Rolle des türkischen Präsidenten Erdogan. Mit seiner neuen Machtfülle möchte er nun auch aktiv Einfluss nehmen auf die Geldpolitik des Landes. Dazu hat er nicht nur seinen Schwiegersohn Berat Albayrak als Finanzminister eingesetzt. Dazu möchte er jetzt auch direkten Einfluss auf die Geldpolitik des Landes nehmen.

Die Türkei-Krise kann weite Kreise ziehen

Und hier liegt eine sehr große Gefahr für das Land – und für die Stabilität des weltweiten Finanzsystems. Unter Experten ist es nahezu unstrittig, dass weiter steigende Zinsen in der Türkei den Verfall der eigenen Währung stoppen könnten.

Doch Erdogan möchte genau den entgegengesetzten Weg gehen und die Zinsen deutlich senken, umso die Wirtschaft anzukurbeln. Genau das könnte dann aber zu einer Überhitzung der Wirtschaft führen. Stellen Sie sich vor: Schon jetzt die Inflationsrate in der Türkei bei rund 16 %.

Die Probleme der Türkei haben jetzt schon massive Auswirkungen auf die internationalen Finanzmärkte. Am vergangenen Freitag rauschten die Aktienkurse nahezu weltweit in den Keller. Hier zeigt sich einmal mehr, dass bei Währungsturbulenzen in einem wichtigen Schwellenland viele Investoren ganz genau hinschauen.

Meiner Einschätzung nach hat die Krise der Türkei auf jeden Fall genug Sprengkraft auch die internationalen Finanzmärkte nachhaltig unter Druck zu setzen. Wie Sie wissen, erwarte ich schon seit längerer Zeit einen massiven Zusammenbruch an den internationalen Finanzmärkten. Bislang fehlte nur der klare Auslöser dafür. Es ist gut möglich, dass die aktuellen Währungsturbulenzen in der Türkei genau diese Auslöser sind, der jetzt den massiven Abwärtstrend an den internationalen Finanzmärkten auslöst. Daher gilt gerade jetzt: Sichern Sie sich aktiv ab. Wie das konkret geht, erfahren Sie regelmäßig an dieser Stelle.

Ölkrise: Iran droht mit Sperrung der Ölversorgung

Die Lage an den vielen Krisenherden dieser Welt verschärft sich immer weiter. Ganz besonders prekär wird jetzt die Lage am Ölmarkt. Dabei bildet Öl nun einmal einen ganz wichtigen Rohstoff für das Funktionieren unserer Wirtschaft. Sollte es hier zu Engpässen bei der Versorgung kommen, drohen uns nicht nur deutlich höhere Preise, sondern auch massive Schäden in der Wirtschaft.

Nach den Beschlüssen von US-Präsident Donald Trump, im Zuge der US-Sanktionen gegen den Iran die Ölexporte des Landes weitgehend unterbinden zu wollen, hat jetzt Irans Staatschef Hassan Rohani damit gedroht, die Ölversorgung der Welt durch Sperren der für Öl-Tanker wichtigen Straße von Hormus zu gefährden.

Irans politisches und religiöses Oberhaupt, Ajatollah Ali Chamenei, wies in diesem Zusammenhang daraufhin, dass der Iran es nicht akzeptieren werde, wenn die iranischen Ölexporte durch militärische oder sonstige Maßnahmen der USA behindert werden würden. In diesem Fall werde der iranische Staat dafür sorgen, dass auch andere arabische Länder kein Öl mehr exportieren können.

Mittlerer Osten bleibt ein Pulverfass

Daran sehen Sie, dass der Mittlere Osten neben dem Krieg in Syrien nach wie vor ein Pulverfass ist. Und der weltweite Ölmarkt ist auf eine reibungslose Produktion und auch Belieferung aus dieser Region angewiesen. Dafür sind die Länder dort noch immerzu wichtig. Aber wie in den vergangenen Jahren auch, droht durch die Verschärfungen der Konflikte in dieser Region auch das Gleichgewicht bei uns massiv gestört zu werden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es hier zu noch weitreichenderen Konflikten kommen wird.

Schon seit Jahren schaue ich sehr genau auf die Entwicklung beim Ölpreis, der oft ein guter Krisenindikator ist. Doch eins ist auch klar: Steigt der Ölpreis, dann steigen auch die Gewinne der großen Ölkonzerne. Insofern haben Sie es selbst in der Hand, von der wohl anstehenden Entwicklung bei diesem Rohstoff zu profitieren.

Gleichwohl bleibt die Lage angespannt – und das gilt eben nicht nur für die Ölproduzenten im Mittleren Osten. Die Spannungen zwischen den USA mit dem immer wieder unberechenbar auftretenden Präsidenten Donald Trump und dem Regime im Iran haben auf jeden Fall das Potenzial für viel Unruhe nicht nur auf den Finanzmärkten zu sorgen. Insofern lohnt es sich gerade jetzt in einer Phase mit vielen Konflikten, den Schutz des eigenen Vermögens aktiv voranzutreiben. Wie das geht, erfahren Sie regelmäßig an dieser Stelle.

Gold ist nicht so sicher wie Sie denken

Vielfach wird heute angenommen, dass Gold eine “absolut sichere” Geldanlage wäre. Genau wie vor einigen Jahren für Investments in Aktien geworben wurde, wird nun weltweit für ein Engagement in Gold geworben. Dabei wird von den Goldjüngern gerne vermittelt, dass es bei dem Edelmetall von jetzt an nur noch nach oben gehen kann.

Diese Meinung vertraten die Goldjünger auch schon 2001/2012. Doch in den Folgejahren stürzte der Goldpreis über etliche Jahre ab. Erst Anfang 2016 kam hier die Trendwende zum Besseren. Doch bei einem Goldpreis von rund 1.200 Dollar hat Gold noch viel Luft bis zum Rekordhoch von über 1.900 Dollar pro Unze.

Gold hilft nur in der Inflation – aber die wird nicht kommen

Tatsächlich ist Gold nur in einer Inflation von Nutzen, in einer Deflation verliert es (wie alle anderen Metalle auch) an Wert. Das Szenario für den kommenden Crash sieht dann folgendermaßen aus:

Ein Crash erschüttert das Vertrauen der Menschen in die Märkte. Jeder ist deshalb bestrebt seine Ersparnisse so schnell wie möglich nach Hause zu holen (bevor die Banken bankrottgehen).

Weil damit Geld in der Wirtschaft fehlt, steigt der Geldwert, bzw. fallen die Preise für alle Waren. Geld wird also wertvoller. Schnell merken die Goldbesitzer, dass sie eigentlich Geld bräuchten um die täglichen Einkäufe zu tätigen. Sie erkennen, dass an der Kasse der Kaufhäuser zwar Bargeld mit Handkuss genommen, Gold jedoch nicht akzeptiert wird. Infolgedessen sind sie dazu gezwungen Gold zu jedem Preis zu verkaufen. Da dies dann im großen Stil geschieht, fällt der Goldpreis plötzlich und das Edelmetall verliert seinen Glanz. Gold ist damit zwar zur Risikostreuung zu empfehlen, keinesfalls jedoch als ausschließliche Geldanlage.

Gefährliche Diskussion um Goldgeld

Die Diskussion um Goldgeld ist in diesem Zusammenhang sehr gefährlich. Damit werden uninformierte Leute mit psychologischen Mitteln gefangen und eine eigentliche Problemlösung durch eine grundlegende Geldreform wird verhindert. Es ist deshalb heute sehr wichtig, dass die Bevölkerung über die Bestrebungen interessierter Kreise aufgeklärt wird, welche an der Einführung einer Goldwährung (zum eigenen Nutzen!) arbeiten. Was dahinter steckt, lesen Sie in wenigen Tagen an dieser Stelle.

Marktkapitalisierung von Apple bei einer Billion US-Dollar

Der Sommer des Jahres 2018 geht wahrlich in die Geschichte ein. In deutschen Landen, ja in ganz Europa, werden nahezu alle Hitzerekorde gebrochen. Und in diesen Tagen wird auch Börsengeschichte geschrieben. Die Aktie des iPhone-Konzerns Apple schaffte in der vergangenen Handelswoche als erstes Unternehmen überhaupt den Sprung über die magische Hürde von einer Billion US-Dollar Marktwert.

Mehr wert als die 15 größten Aktien im deutschen Leitindex

1.000.000.000.000 US-Dollar. Eine Zahl mit zwölf Nullen. Damit ist der US-Konzern mehr wert als die 15 größten Aktien im deutschen Leitindex. Das spricht schon für sich. Viele Marktbeobachter hatten ja damit gerechnet, dass die Aktie des Internetversandhändlers Amazon als erstes in Richtung einer Billion Marktkapitalisierung marschiert. Letztlich war es aber dann die Apple-Aktie, die diese Zielmarke erreichte. Nichtsdestotrotz ist die Amazon-Aktie mit einer aktuellen Kapitalisierung von 880 Milliarden US-Dollar auch nicht mehr wirklich weit von der Billion entfernt.

Kurssturz bei der Facebook-Aktie

Gerade in den USA sind es ja nur einige wenige extrem hochkapitalisierte Aktien aus der Technologiebranche, die den breiten Standardindex S&P 500 im ersten Halbjahr dieses Jahrs nach oben zogen. Fakt ist, dass die sog. FANG-Aktien (Facebook, Amazon, Netflix, Google) für sage und schreibe 95 Prozent des Kursgewinns beim S&P 500 verantwortlich waren. Das ist schon extrem.

Fakt ist weiter, dass es in den vergangenen Wochen auch den einen oder anderen herben Rücksetzer gab. Und zwar auch bei diesen beliebten Aktien. Hier sei nur kurz angemerkt, dass die Aktie von Facebook nach einem schwachen Quartalsbericht massiv unter Druck kam. Von einem Tag auf den anderen brach das Papier um mehr als 20 Prozent ein. Sage und schreibe 120 Milliarden Dollar an Marktwert waren ausgelöscht.

Ja, liebe Leser, das jüngste Beispiel Facebook beweist, dass das Eis, auf dem die extrem teuren Tech-Aktien stehen, sehr dünn ist. Nach vielen Jahren steigender Kurse gleicht das Ganze aktuell einem wilden Ritt auf der Rasierklinge. Tatsache ist jedenfalls, dass die Absturzhöhe extrem hoch ist. Von einer halbwegs fairen, ja normalen Bewertung sind wir meilenweit entfernt. Jedenfalls wäre es mehr als nur fahrlässig, das gewaltige Absturzrisiko zu unterschätzen. Und vielleicht ist es ja tatsächlich so, dass wir mit dem Sprung der Apple-Aktie auf den Marktwert von einer Billion Dollar so etwas wie den finalen Höhepunkt dieser Hausse gesehen haben.

Wirtschaftsklima in der Eurozone trübt sich spürbar ein

Der Hochsommer in Europa scheint derzeit alle historischen Rekorde zu brechen. Fakt ist, dass in Portugal aktuell Temperaturen von über 45 Grad gemessen werden. Also, nochmals zehn Grad mehr als in deutschen Landen.

Wirtschaftsklima kühlt ab

Während ganz Europa unter der Hitzewelle leidet, kühlt sich gleichzeitig das Wirtschaftsklima in der Eurozone merklich ab. Erst in der vergangenen Woche kamen aus München vom ifo-Institut alles andere als beruhigende Nachrichten. Prof. Fuest, Präsident des ifo-Institituts und Nachfolger von Prof. Hans-Werner Sinn, gab bekannt, dass das ifo Wirtschaftsklima im Juli 2018 von 31,1 auf 19,6 Saldenpunkte gefallen sei.

Seit 1981 befragt das ifo Institut ja im vierteljährlichen Turnus Experten aus einer Vielzahl von Ländern zur Konjunkturentwicklung und zu anderen Wirtschaftsdaten in ihrem jeweiligen Beobachtungsgebiet. Die Ergebnisse für den Euroraum basieren im Juli 2018 auf den Meldungen von 367 Experten.

Massive Verschlechterung bei den Konjunkturerwartungen

Und jene Experten gaben gleich doppelt schlechte Meldungen ab. Zum einen verschlechterte sich die Einschätzung zur aktuellen Lage. Und zum anderen trübten sich auch die Erwartungen spürbar ein. Diese fielen auf den geringsten Stand seit Ende 2012. Das ist schon erheblich und sollte keinesfalls unterschätzt werden. Herr Fuest merkte an, dass das in Summe auf eine konjunkturelle Abschwächung im gesamten Euroraum hindeuten würde.

Das Wirtschaftsklima verschlechterte sich laut ifo jedenfalls in den fünf größten Volkswirtschaften der Eurozone. Allerdings variiere das Ausmaß der Abschwächung. In Deutschland, Italien und den Niederlanden hätten die Experten insbesondere ihre Erwartungen stark nach unten korrigiert.

Der Lageindikator sei in diesen drei Ländern ebenfalls gesunken, aber noch im relativ positiven Bereich. Höchst beachtlich ist auch, dass in Italien, dem großen Krisenland im Süden des Kontinents, die aktuelle Lagebeurteilung schon jetzt negativ ausfällt. Und das in einer Zeit, in der der mächtige EZB-Chef, der ja aus Italien stammt, immer noch von einem Aufschwung in der gesamten Eurozone redet.

Ja, liebe Leser, das war es dann wohl mit dem Aufschwung in Europa. Signifikant ist jedenfalls, dass die Experten zum ersten Mal seit Ende 2012 mit stagnierenden Investitionen rechnen. Die aktuelle Zoll- und Protektionismusdebatte führe ferner zu einer deutlichen Verschlechterung der Exporterwartungen. Und last but not least sei angemerkt, dass die befragen Experten eine Inflationsrate von „nur“ 1,7 Prozent im Euroraum in diesem Jahr erwarten. Das liegt ja weiter unterhalb der Zielmarke der Euro-Notenbank. Von galoppierender Inflation kann da wahrlich nicht die Rede sein!

Eurokrise: Die größte Gefahr geht von Italien aus

Das Thema Eurokrise spielt in der öffentlichen Wahrnehmung kaum noch eine Rolle. Genau das ist eine gefährliche Entwicklung. Denn eins muss Ihnen immer klar sein: Im Untergrund brodelt die Eurokrise unvermindert weiter. An einigen Stellen tauchen dann wieder einmal Signale auf, die genau das belegen.

Derzeit lohnt es sich dabei vor allen Dingen einmal auf die Entwicklung in Italien zu schauen. Die neue Regierung ist alles andere als eurofreundlich einzuschätzen. Und jetzt zeigt sich auch genau, wohin die Regierung das Land steuern könnte.

Der Vorsitzende des Haushaltsausschusses des italienischen Parlaments, Claudio Borghi, hat jetzt in einem Interview die Auffassung geäußert, dass Italien früher oder später aus dem Euro austreten wird. Seiner Ansicht nach funktioniert das System aus Euro und EZB nicht mehr und Italiens Lage könnte eskalieren, besonders wenn der jetzige Bundesbankpräsident Jens Weidmann als Nachfolger von Mario Draghi EZB-Präsident werde.

Solche Aussagen führender Politiker in Italien zeigen Ihnen ganz deutlich, dass nach wie vor ein Euro-Ausstieg Italiens im Bereich des Möglichen liegt. Das ist auch der Grund, warum die italienische Regierung, anstatt zu sparen und die Überschuldung abzubauen, jedes Jahr weiter Wahlgeschenke in Höhe von 100 Milliarden Euro in Form von vorzeitiger Verrentung, niedrigen Steuern und höheren Haushaltseinkommen an die Bevölkerung verteilt.

In der nächsten Krise wird Euro-Ausstieg Italiens wahrscheinlich

Und diese Entwicklung ist noch lange nicht vorbei. Die italienische Regierung ist gerade erst gestartet. Hier erwarte ich noch viele weitere Maßnahmen, die vor allen Dingen teuer werden für uns alle in der Eurozone, wenn es dann zur Verschärfung der Euro Krise kommen sollte.

Ich gehe davon aus, dass Italien spätestens zu Beginn einer neuen Finanzkrise unverzüglich aus dem Euro aussteigen wird und die aufgelaufenen Verbindlichkeiten nicht mehr zurückgezahlt werden. Dann muss gerade Deutschland nicht nur mit einer neuen Finanzkrise fertig werden, sondern auch noch den Ausfall von fast einer halben Billion Euro Target2-Schulden Italiens bei der Deutschen Bundesbank verkraften.

Und genau dieser Faktor spielt in der öffentlichen Wahrnehmung überhaupt keine Rolle. Doch die Sprengkraft der Taget 2 Salden sollten Sie immer im Auge behalten, denn das sind dann Summen, die selbst das stärkste Euroland Deutschland nicht mehr stemmen kann.

Deshalb bleibe ich unverändert bei meiner Einschätzung, dass Deutschland von der nächsten Krise am härtesten getroffen wird. Das bedeutet für Sie, dass Sie sich gerade in Deutschland schon jetzt aktiv auf diesen Zusammenbruch vorbereiten sollten. Wie das konkret geht, erfahren Sie regelmäßig an dieser Stelle.

Gerät die Wirtschaft der Eurozone in einen Abschwung?

Anscheinend ist es nun wirklich vorbei mit dem angeblich starken und dynamischen Aufschwung der Wirtschaft in Europa. Selbst massenmedial gibt es nun erste Zweifel über die Robustheit der Konjunktur. Steht nach dem sog. XXL-Aufschwung ein langer Abschwung bevor?

IWF mit pessimistischer Prognose

In diesen hochsommerlichen Tagen war es der IWF, der reichlich Wasser in den Konjunkturwein der Optimisten in Europa goss. Die Wirtschaft in der Eurozone müsse sich nach Einschätzung des IWF in den nächsten Jahren auf deutlich nachlassende Wachstumsraten einstellen. Die Experten verwiesen dabei auf eine ganze Reihe an gravierenden Risiken. Unter dem Strich werde die hohe Wachstumsrate des vergangenen Jahres in den kommenden Jahren nicht mehr erreicht werden können.

Risiken im Fokus

Spannend ist in dem Kontext ja immer, welche Risiken der IWF konkret aufführt. Wie nicht anders zu erwarten stellt der von US-Präsident Trump entfachte Handels- und Zollkonflikt ein großes Risiko für die europäische Exportwirtschaft dar. Aber die Ökonomen des IWF kritisieren auch die Staaten der Eurozone, dass sich nicht genug dafür tun würden, ihre Volkswirtschaften krisenfester und robuster aufzustellen. Ferner schwebe die Gefahr eines ungeordneten Brexit wie ein Damokles-Schwert über dem alten Kontinent.

Und hier hat der IWF ja ausgerechnet, dass ein Ausstieg der Briten ohne neue Handelsvereinbarungen mit der EU das BIP der verbliebenen EU-Staaten jährlich um rund 1,5 Prozent schmälern würde. Voll zum Tragen würden die Brexit-Auswirkungen dem IWF zufolge wahrscheinlich in fünf bis zehn Jahren kommen. Angesichts mangelnder Fortschritte in den aktuellen Brexit-Verhandlungen sei die Gefahr eines ungeordneten Brexit sehr hoch. Darüber hinaus moniert der IWF die schwache Entwicklung der Produktivität in der EU und die ungünstige demografische Konstellation in den kommenden Jahren.

Ja, liebe Leser, unter dem Strich sind die Risiken für die Wirtschaft in Europa gewaltig. Und angesichts derartiger Rahmenbedingungen bleibt dem IWF zufolge auch die Inflation vergleichweise niedrig. Die Ökonomen betonen, dass es noch Jahre dauern wird, ehe die Euro-Notenbank EZB ihr selbst gestecktes Ziel in Höhe von knapp zwei Prozent für die gesamte Eurozone wird erreichen können.

Für 2018 und das kommende Jahr 2019 sagt der IWF der Eurozone jeweils eine Teuerungsrate von 1,7 Prozent vorher. Unter dem Strich kann also von einer galoppierenden Inflation nicht die Rede sein. Im Gegenteil, die Gefahr ist groß, dass bei einer massiven wirtschaftlichen Abschwächung das Thema Deflation wieder auf die Agenda kommt.

IWF warnt vor Übertreibungen am deutschen Immobilienmarkt

Seit Jahren läuft der deutsche Immobilienmarkt ja regelrecht heiß. Und just jetzt, im Jahr 2018, wirft sogar der IWF ein wachsames Auge auf die Entwicklung in deutschen Landen. Mehr noch, die Ökonomen heben bewusst den Zeigefinger und sprechen eine deutliche Warnung aus.

IWF spricht von Überbewertung

Es kommt wahrlich nur extrem selten vor, dass eine Institution wie der IWF derart Klartext schreibt. Das sollte also auf keinen Fall unterschätzt werden. Die Experten betonen nämlich, dass die Wohnimmobilienpreise in Deutschlands größten Städten stärker gestiegen seien als das durch Nachfrage und Fundamentaldaten erklärt werden könne. Und konkret ist es dem IWF zufolge wiederum München, das einmal mehr den Spitzenplatz bei der Übertreibung innehat. Hier hätten die Preise für Wohnimmobilien im Jahr 2017 um sage und schreibe 46 Prozent über dem durch Fundamentaldaten gerechtfertigten Niveau gelegen.

In der Tat, das ist schon eine gravierende Übertreibung, selbst in Relation zu den anderen boomenden Ballungsräumen. Der IWF bringt dabei konkret die Großstädte Hamburg, Hannover und Frankfurt ins Spiel. In diesen drei Ballungsräumen beziffern die Experten die Überbewertung auf 25% bis 30%. Und last but not least seien noch die beiden Hauptstädte der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg erwähnt. Mit Blick auf Stuttgart und Düsseldorf lag die Überbewertung im vergangenen Jahr ja laut IWF bei nur zehn bis 15 Prozent.

Marktbeobachtung eminent wichtig

Beachtlich ist auch, dass der IWF keine detaillierte Prognose, ja Einschätzung der weiteren Entwicklung gab. Er stellte aber klar, dass die steigenden Immobilienpreise vor allem in Ballungszentren weiter im Blick behalten werden müssten. Der IWF kritisiert darüber hinaus, dass es zu wenige detaillierte Daten auf Städteebene gebe und daher eine umfassende Bewertung der Entwicklung auf dem Immobilienmarkt nicht möglich sei. Er empfiehlt deshalb, sogenannte makroprudenzielle Instrumente zu stärken und vorhandene Datenlücken schnellstmöglich zu schließen.

Von den geplanten Maßnahmen der neuen Bundesregierung, die Wohnraum bezahlbarer machen sollen, erwartet der IWF nicht viel. Wohnraum durch Maßnahmen wie eine Sonderabschreibung für Mietwohnungsneubau, eine Verschärfung der Mietpreisbremse und ein KfW-Bürgschaftsprogramm beim Immobilienkauf bezahlbarer zu machen, bringe dem Fonds zufolge nicht wirklich viel. Im Gegenteil, derartige Vorhaben hätten auf Bautätigkeit und Nachfrage einen gegenteiligen Effekt als den erhofften.

Ja, liebe Leser, unter dem Strich sollten wir alle die Ausführungen des IWF sehr ernst nehmen. Jetzt ist absolut nicht die Zeit, in den überteuerten Ballungsräumen der Republik Immobilien-Investments zu tätigen. Im Gegenteil, vielleicht ist es klug, eher an einen möglichen Verkauf als einen Kauf zu denken…