Produkt Logo

Immobilienblase: Immer weniger Deutsche können sich Wohneigentum leisten

Kaum eine Anlageklasse bietet so viele Risiken wie der Kauf von Immobilien. Doch die Gefahren werden bei der allgemeinen Euphorie rund um das Beton-Gold gerne verdrängt. Daher lohnt es sich ganz besonders, Sie hier noch einmal auf die Gefahren aufmerksam zu machen – auch weil von offizieller Seite immer wieder für Immobilien als Anlageklasse geworben wird.

Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, Vítor Constâncio, übte jetzt Kritik an den Deutschen, weil sie seiner Meinung nach trotz Niedrigzinsen zu wenig Immobilien kaufen würden. Deutschland sei in Europa das Land mit der geringsten Immobilieneigentumsquote. Während in anderen Ländern die niedrigen Zinsen zu vermehrten Immobilienkäufen genutzt würden, wäre das in Deutschland nicht der Fall.

Doch diese Kritik des EZB-Vizepräsidenten geht meiner Ansicht nach ins Leere, denn Immobilien sind gerade in Deutschland extrem überteuert. Kaum ein Normalverdiener kann sich heute solche extremen Preise überhaupt noch leisten. Genau das belegt auch eine aktuelle Studie des Bundesverbands der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

Danach sind die Immobilienpreise im letzten Jahr mit 5,4 Prozent noch stärker gestiegen als schon in den Vorjahren. In den sechs größten Städten betrug der Anstieg sogar fast 12 Prozent. Damit sind die Preise in den letzten Jahren um 55 Prozent stärker gewachsen als die Einkommen der Haushalte, weshalb Immobilien für die meisten Menschen immer unerschwinglicher werden.

Einkommen legen kaum zu – Immobilienpreise explodieren aber

Diese Scherentwicklung zwischen explodierenden Immobilienpreisen und zurückbleibenden Einkommen in Deutschland zeigt mir deutlich, dass es sich hier um eine Blase handelt. Diese Blase wird zwangsläufig platzen, weil sich bei weiter steigenden Preisen schlicht immer weniger Menschen eine Immobilie leisten können. Dann kommt es sehr schnell zu einem Nachfragemangel und einem plötzlichen Preiseinbruch, der Zwangsverkäufe und damit weitere Preiseinbrüche bei Immobilien nach sich zieht.

Kommt es gar – wie ich befürchte – in einer neuen Finanzkrise zu Zwangsabgaben auf Immobilien, wird diese Anlageklasse sehr schnell völlig unattraktiv und die Preise fallen ins Bodenlose. Denn wenn auf Immobilien Zwangsabgaben erhoben werden, dann will sich niemand mehr mit so einem „Klotz am Bein“ belasten und die Preise fallen noch weiter.

Deshalb bleibe ich bei meinem Ratschlag an Sie: Außer dem Eigenheim sollten Sie auf weitere Immobilieninvestments verzichten. Es macht keinen Sinn, in eine Preisblase einzusteigen. Zudem sind Sie mit Immobilien auf Gedeih und Verderb auf das Wohlwollen des Staates angewiesen, der nach Belieben Ihre Immobilie mit Zwangsabgaben belegen kann, ohne dass es Ihnen möglich ist, diesen entgehen.

Schockierend schwache Daten aus China

Seit Jahren, wenn nicht schon seit Jahrzehnten, wird China als Zugpferd der Weltwirtschaft gefeiert. In jüngster Vergangenheit kam das Riesenreich der Mitte wieder verstärkt durch die Handels- und Zollpolitik der Administration von Donald Trump ins Visier der Medien. Abseits dieses Scharmützels sind es aber allen voran eher durchwachsene, mitunter für chinesische Verhältnisse extrem schlecht ausfallende Wirtschaftsdaten, die für „Furore“ sorgen. Das stimmt schon bedenklich.

Zum einen ist China nach den USA die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt; zum anderen ist es immer noch so, dass die offiziell von den chinesischen Behörden publizierten Daten sehr, sehr „wohlwollend“ ausfallen. Andere würden aufgehübscht bzw. frisiert dazu sagen.

Schockierend schwache Daten

In der vergangenen Woche kamen einige Daten in die Öffentlichkeit, die selbst für chinesische Verhältnisse extrem schwach ausfielen. Die Agentur Reuters meldete, dass die Anlageinvestitionen – etwa in Fabriken und Maschinen – von Januar bis Mai nur noch um 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zulegten. Das sei der kleinste Zuwachs seit mindestens 1996 gewesen.

Das Wachstum der Industrieproduktion fiel auch unerwartet schlecht aus. Im Mai 2018 kam es hier nur zu einer Steigerung von 6,8 Prozent. Von der Agentur Bloomberg befragte Experten hatten damit gerechnet, dass sie wie zuletzt um 7 Prozent anzieht. Last but not least kamen auch aus dem chinesischen Einzelhandel schwache Zahlen. Ein Plus beim Umsatz in Höhe von nur noch 8,5 Prozent ist für China extrem ernüchternd. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Erwartungslatte ziemlich hoch lag. Schon im April legte der Umsatz ja nur um 9,4 Prozent zu.

Für die Mai-Umsätze wurde erwartet, dass diese endlich wieder in Richtung zehn Prozent Wachstum marschieren. Prozentual zweistellige Zuwachsraten waren ja in den letzten Jahren für China normal. Ein so geringes Wachstum hat es im chinesischen Einzelhandel seit 15 Jahren nicht mehr gegeben.

Ja, liebe Leser, kein Wunder also, dass die Volkswirte der Rabobank von schockierend schwachen Daten schrieben. Wenig überraschend auch, dass die chinesische Zentralbank sich angesichts der Hinweise auf eine Konjunkturabkühlung dafür entschied, ihre Zinsen für Interbankengeschäfte nicht anzutasten.

Im Vorfeld hatten laut Reuters Marktteilnehmer mit einer leichten Erhöhung gerechnet, nachdem die US-Notenbank ihren Leitzins zuvor wie erwartet auf die neue Spanne von 1,75 bis 2,0 Prozent angehoben hatte. Alles in allem zeichnet sich nun nach den schwachen Mai-Daten ab, dass Chinas Wirtschaft im zweiten Quartal 2018 an Fahrt verloren hat und als Zugpferd für die Weltwirtschaft zumindest schwächer wird.

Griechenland: Die fast vergessene Krise flammt wieder auf

In den vergangenen Wochen ist die Euro Krise wieder in den Fokus gerückt: Das Hauptthema dabei war allerdings Italien. Doch wie Sie sich vorstellen können, sind die Probleme auch in Griechenland noch nicht komplett gelöst. Nur leider haben wir davon zuletzt wenig mitbekommen. Jetzt aber tauchen Meldungen auf, wonach Griechenland auch weiterhin finanzielle Hilfen bekommen soll.

Nur noch einmal für Sie zur Erinnerung: Aktuell läuft das 3. Hilfspaket für Griechenland und das Land bekommt Milliardenhilfen, um die maroden Finanzen irgendwie in den Griff zu bekommen. Auch dieses Hilfsprogramm wird auslaufen und genau für diese Zeit sind jetzt neue Zahlungen geplant.

So sieht es aus, als würde Griechenland aus dem auslaufenden ESM Hilfsprogramm das Restgeld in Höhe von mindestens 15 Mr. Euro bekommen. Die Absicht dahinter ist klar. Mit diesen neuen finanziellen Mitteln soll Griechenland davor bewahrt werden, gleich wieder in eine Zahlungsnot zu kommen.

Diese Maßnahme steht noch aus. Aber es sieht jetzt schon danach aus, dass die Euro-Finanzminister ganz aktuell umfassende Schuldenerleichterungen für das krisengeschüttelte Griechenland beschließen. Eins finde ich dabei besonders interessant. Griechenland soll eine Summe von rund 5 Mrd. Euro erhalten. Dieses Geld speist sich aus den Gewinnen, die die europäische Zentralbank mit Griechenland-Anleihen gemacht hat. Da bin ich wirklich gespannt, ob dieser Punkt in der Praxis umgesetzt wird.

Griechenland steht weiter massiv unter Druck – und unter „verstärkter Überwachung“

Klar ist natürlich auch: Die griechische Regierung steht weiterhin unter massiver „verstärkter Überwachung“. Das ist eine Forderung, die von den Geldgebern schon seit Jahren an das Land gerichtet wird. Es geht eben um die ordnungsgemäße Umsetzung der immer wieder angekündigten Reformen.

Mir zeigt die aktuelle Lage in Griechenland vor allen Dingen eins: Die Krise ist alles andere als abgeschlossen. Griechenland steht noch immer mit dem Rücken zur Wand. Ohne ausländische Hilfsgelder kommt das krisengeschüttelte Land schlicht und einfach nicht auf die Beine.

Doch Griechenland spielt ja wie gesagt in der öffentlichen Wahrnehmung derzeit kaum eine Rolle. Die viel größeren Summen sind in Italien in Gefahr. Und wo die Hilfszahlungen der verschiedenen Institutionen in Griechenland schon fast an ihre Grenzen gestoßen sind, da wird Italien das System zum Einsturz bringen. Als größte Volkswirtschaft der Eurozone wird es nicht möglich sein, Italien mit den bekannten Hilfsmechanismen zu retten. Diese Gefahr hatte ich gestern schon an dieser Stelle hingewiesen. Daher ist die Lage in Griechenland jetzt nur ein weiterer Tropfen, der das Fass womöglich zum Überlaufen bringen könnte.

Eurokrise – Italien mit dem Rücken an der Wand

Ende Mai dieses Jahres kam ja die Eurokrise, genauer gesagt das große Krisenland Italien, wieder auf die Agenda. Die Bildung einer neuen tendenziell establishment-kritischen Regierung sorgte für Turbulenzen an den Finanzmärkten. So kam es kurzfristig zu einem heftigen Abverkauf italienischer Staatsanleihen. Die Renditen schnellten fulminant nach oben. In den letzten Wochen beruhigte sich die Lage wieder etwas. Nichtsdestotrotz steht die Regierung des Krisenlands mit dem Rücken an der Wand. Die dramatischen Fakten sprechen hier eine klare Sprache.

So schlecht steht es um Italien wirklich

Die Staatsverschuldung Italiens liegt bei ca. 2.300 Milliarden Euro bzw. 132 Prozent des BIP. In der Eurozone weist nur Griechenland in Relation zum BIP einen höheren Wert aus (ca. 180 Prozent des BIP). Hinzu kommt, dass Italien mittlerweile eine gigantisch hohe Summe an Target2-Verbindlichkeiten hat. Im April belief sich der negative Target2-Saldo Italiens auf 426 Milliarden Euro – das ist der höchste negative Target2-Saldo eines Landes innerhalb der Eurozone.

Weiter spricht für sich, dass die Bankenkrise im Hintergrund weiter schwelt. Hunderte Milliarden Euro fauler Kredite belasten die krisengeplagten Banken des Landes weiter schwer. Und obendrauf konnte sich die Realwirtschaft nie wirklich vom Schock der Finanzkrise bzw. Eurokrise erholen. Im Gegenteil, noch immer liegt die Industrieproduktion deutlich unter dem Wert von vor zehn Jahren.

Schrumpfende Industrieproduktion

Erst jüngst wurde bekannt, dass die italienischen Betriebe im April 2018 1,2 Prozent weniger als im Vormonat produzierten. Von der Agentur Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich ein Minus von 0,6 Prozent erwartet, nachdem es im März noch ein Wachstum von 1,2 Prozent gegeben hatte. Der dritte Rückgang binnen vier Monaten bestätigt die Warnung des Statistikamtes. Die jüngsten Konjunkturdaten “signalisieren ein langsameres Wachstum”, so die offizielle Aussage der Statistikbehörde.  Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im ersten Quartal ja nur um 0,3 Prozent. Anders formuliert, Italien wird weiter relativ schwach, wenn überhaupt wachsen.

Ja, liebe Leser, angesichts dieser schlechten Fundamentaldaten wundert es nicht, dass die Realwirtschaft in Italien bestenfalls dahinsiecht. Die enorm hohe Jugendarbeitslosenquote von fast einem Drittel geht nur sehr langsam und zäh zurück. Und das schon seit Jahren. Man mag sich gar nicht erst ausdenken, was hier passiert, wenn die Weltwirtschaft wieder in den Rezessionsmodus zurückfällt.

Unter dem Strich steht die italienische Regierung vor einer kaum lösbaren Herkulesaufgabe. Und damit wird sich über kurz oder lang für die Italiener die Frage stellen, ob der Ausstieg aus dem Euro und die Wiedereinführung der Lira nicht doch ein gangbarer Weg aus der Krise wäre. Alles eine Frage der Zeit, pardon Leidenszeit…

Handelskrieg droht: US-Präsident Trump sieht USA als Gewinner

US-Präsident Trump bestimmt in diesen Tagen ganz klar die Schlagzeilen vieler Medien – gerade auch nach dem Treffen mit dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jung Un. Aber für die Finanzmärkte sind die Handelskonflikte zwischen den USA und vielen anderen Länder sehr viel wichtiger.

US-Präsident Donald Trump hat kürzlich erklärt, dass die USA angesichts eines jährlichen Handelsbilanzdefizits von 566 Mrd. Dollar einen Handelskrieg gegen Europa und China niemals verlieren könnten. Wie er weiter ausführte, wären die USA über lange Zeit von anderen Ländern über den Tisch gezogen worden. Gleichzeitig sprach Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier davon, dass die geplanten Maßnahmen der EU gegen die US-Zölle auf Stahl und Aluminium die USA hart treffen würden.

Doch hier sehe ich es wie der US-Präsident. Wenn ein Handelskrieg zum Abbau der Ungleichgewichte und des US-Defizites in der Handelsbilanz führt, dann haben nicht die USA ein Problem, sondern Exportländer – in erster Linie Deutschland. Unser ganzer angeblicher „Wirtschaftsboom“ der letzten Jahre beruht auf einem immer größeren Exportüberschuss, was bedeutet, dass ständig mehr Waren exportiert als importiert werden.

Deutscher Exportüberschuss wird immer größer – das ist gefährlich

Mittlerweile liegt der deutsche Exportüberschuss bei einem Rekordwert von etwa 8 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) – selbst die EU hält maximal 6 Prozent Exportüberschuss zum BIP für tragbar. Wenn durch einen Handelskrieg mit den USA der deutsche Export einbricht, dann verwandelt sich dieser vermeintliche „Boom“ sehr schnell in eine ausgewachsene Wirtschaftskrise.

Immerhin werden ganze 46 Prozent unseres BIPs nur durch Exporte erwirtschaftet. Selbst ein geringfügiger Rückgang der Exportquote bedeutet für Deutschland dann schon eine nur noch schwer beherrschbare Krise.

Und dass Zölle auf wirtschaftlich unbedeutende US-Waren wie Levi‘s-Jeans, Harley-Davidson Motorräder oder Whiskey die USA hart treffen werden, halte ich für ein Märchen. Damit hat der US-Präsident recht, wenn er sagt, dass sein Land diesen Krieg nicht verlieren kann. Verlieren wird ihn auf jeden Fall Deutschland mit seiner einseitigen Exportpolitik.

Deshalb bleibe ich bei meiner Einschätzung, dass gerade Deutschland beim nächsten Finanzcrash weitaus mehr zu leiden haben wird als andere Länder. Daher sollten Sie keinesfalls auf einen dauerhaften „Wirtschaftsboom“ setzen, sondern sich weiter aktiv auf den unvermeidlichen Kollaps vorbereiten.

Zinswende in den USA ist gefährlich für die Aktienmärkte

Die Vergangenheit ist oft ein guter Ratgeber. Das gilt auch an den Finanzmärkten. Doch hier gilt häufig: Geschichte wiederholt sich. Aber in vielen Fällen ist es nur so, dass bestimmte Muster regelmäßig auftreten. Aber jetzt bin ich auf ein Muster gestoßen, dass mich wirklich aufhorchen lässt – denn es ist der Vergangenheit immer aufgetreten in den speziellen Marktphasen.

Hierbei geht es um den Zusammenhang von langfristigen Zinssteigerungen in den USA und der Schwäche am Aktienmarkt. Seit dem die US-Notenbank 1913 gegründet wurde, hat es 18 Phasen mit steigenden Zinsen gegeben. Und am Ende dieser Phasen ist es immer zu einem deutlichen Einbruch am Aktienmarkt gekommen.

Wie gesagt: Ich rede hier nicht davon, dass der Aktienmarkt sehr oft eingebrochen ist und mit hoher Wahrscheinlichkeit: In den 18 Phasen hat es am Ende bislang immer in den USA einen klaren Einbruch am Aktienmarkt gegeben. Auf diesen Zusammenhang hat im Übrigen der Wirtschaftswissenschaftler Lance Roberts hingewiesen.

Nun tauchen Stimmen auf, die sagen: Dieses Mal ist alles anders. Aber ich sehe das nicht so. Für mich hat eine solche Serie schon eine sehr starke Aussagekraft. Daher ist zwar möglich, dass die US-Wirtschaft erst einmal noch weiterwächst und auch die Aktienkurse noch weiter steigen – und das obwohl die US-Notenbank schon jetzt die Zinsen anhebt.

Wenn die Stimmung dreht, kann es schnell zur massiven Korrektur kommen

Aber diese Entwicklung wird nicht unendlich so weitergehen. Solange die Wirtschaft rund läuft, sieht es auch immer gut aus – aber wenn dann die Stimmung dreht, kann es sehr schnell sehr ungemütlich werden.

Aber diese klaren Warnzeichen will aktuell kaum jemand hören. Zu gut ist die Stimmung an den Börsen. Erst vor wenigen Tagen kletterte die US-Technologiebörse Nasdaq auf ein neues Rekordhoch. Das lässt mich besonders aufhorchen, denn diese Aktien sind in den vergangenen 12 Monaten auch besonders stark angestiegen. Somit ist auch das Potenzial für einen Rückschlag bei Aktien wie Facebook oder auch Tesla, dem Pionier bei den Elektroautos besonders groß.

Hierzu passt jetzt auch eine Meldung wonach Tesla massiv Stellen abbauen will. So wie es aussieht wird das Unternehmen die Belegschaft um 9% verkleinern – das ist schon ein massiver Schritt. Sie sehen einmal mehr: Auch bei hochgelobten Unternehmen wie Tesla wachsen die Bäume nicht in den Himmel.

Für die weitere Marktentwicklung bedeutet das alles: Sollten die Zinsen in den USA weiter steigen wird es wohl auch bald an den Börsen zu einer massiven Korrektur kommen.

Fällt Japan wieder zurück in die Rezession?

Seit den 1980er-Jahren ist Japan ja in einer Art Dauerkrise. Die Wirtschaft wächst nur noch äußerst gering, der japanische Staat ist hoffnungslos überschuldet (236 Prozent in Relation zum BIP sprechen für sich) und die Bevölkerung schrumpft und vergreist massiv. Kein Wunder, dass sich die Japaner angesichts dieser fundamentalen Rahmendaten mit jahrelangem Nullzins abfinden mussten.

Vor einigen Jahren, genauer gesagt seit 2013, wollte der damals neue Premier Abe in Kooperation mit der Notenbank diesen Kreislauf durchbrechen. Mit der sog. Abenomics-Politik sollte Japan zurück auf den Wachstumspfad gebracht werden. Grundsätzlich basiert dieser Ansatz der Politik auf drei Säulen, nämlich anhaltender Billig-Geldschwemme, kreditfinanzierte Konjunkturprogramme und Deregulierung.

Acht Quartale Wachstum

Immerhin gelang es erneut, ein Strohfeuer auszulösen. Die japanische Wirtschaft wuchs bis zum Ende des Jahres 2017 acht Quartale in Folge. Jetzt scheint endgültig die Luft aus der japanischen Wirtschaft zu entschwinden. Fakt ist nämlich, dass schon im ersten Quartal 2018 das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorquartal preisbereinigt um 0,2 Prozent sank. Aufs Jahr hochgerechnet betrug der Rückgang 0,6 Prozent, während von Reuters befragte Volkswirte im Mittelwert mit 0,4 Prozent gerechnet hatten. Und die jüngsten Daten aus dem zweiten Quartal geben wenig Anlass zur Hoffnung auf bessere Zeiten.

Ausgaben privater Haushalte gehen zurück

Letzte Woche gab die Regierung in Tokio bekannt, dass die privaten Haushaltsausgaben im April unerwartet um 1,6 Prozent zum Vormonat schrumpften. Von der Agentur Reuters befragte Ökonomen hatten einen Anstieg von 0,7 Prozent erwartet. Die Verbraucher gaben vor allem für Autos, Reisen und Freizeitvergnügen weniger Geld aus. Da der private Konsum mehr als die Hälfte der japanischen Wirtschaftsleistung ausmacht, deutet der Rückgang ein schwaches zweites Quartal an.

Hinzu kommt, dass auch der vom Institut IHS Markit ermittelte Einkaufsmanagerindex (auf Basis einer Umfrage unter Dienstleistern und Industriebetrieben) im Mai um 1,4 auf 51,7 Punkte fiel. Markit-Ökonom Joe Hayes merkte vor allem mit Blick auf die Dienstleister an, dass das Neugeschäft so langsam wie seit 20 Monaten nicht mehr gewachsen sei.

Ja, liebe Leser, kein Wunder also, dass selbst notorisch positiv gestimmte Beobachter angesichts der schwachen Daten befürchten, dass Japan im Frühjahr das zweite Quartal in Folge schrumpfen und damit in eine Rezession zurückfallen könnte. Sinkende Verbraucherausgaben machen die japanische Wirtschaft nämlich noch abhängiger von der Auslandsnachfrage. Der Export ist allerdings wegen des eskalierenden Handelskonfliktes in Gefahr. In der Tat, Japan könnte damit die erste große Volkswirtschaft sein, die wieder zurück in die Krise fallen wird.

Ausblick auf wirtschaftliche Entwicklung in Europa dramatisch schlechter

Die Zeiten, in denen nur vom wirtschaftlichen Boom in Europa gesprochen wurde, sind vorbei. Völlig unvorbereitet schlittert der Kontinent in die nächste Krise. Auffällig ist, dass die Politik derzeit eher beschwichtigt und schönredet. Das ist typisch für einen beginnenden Abschwung.

Aufträge brechen weg

Fakt ist jedenfalls, dass die deutsche Industrie nun schon den vierten Monat in Folge weniger neue Aufträge zu verzeichnen hatte. Die Unternehmen erhielten im April diesen Jahres 2,5 Prozent weniger Aufträge als im Vormonat, wofür allen voran die schwache Nachfrage aus Deutschland und der Euro-Zone verantwortlich war.

Die stärkste Auftragsflaute seit der Finanzkrise 2008 kommt für die meisten Beobachter völlig überraschend. Von Reuters befragte Ökonomen hatten ein Wachstum von 0,8 Prozent erwartet. Reuters berichtet, dass der Handelskonflikt mit den USA, die Verunsicherung durch den näher rückenden EU-Austritt Großbritanniens und weltweit zunehmende Handelshürden wie höhere Zölle oder zusätzliche Zertifizierungen den Exporteuropameister Deutschland empfindlich treffen würden.

Abwärtsrevision für den Monat März

Beachtlich ist auch, dass die amtlichen März-Zahlen für den Auftragseingang nach unten revidiert wurden. Im März gingen die Bestellungen im Monatsvergleich um 1,1 Prozent zurück. Zuvor war ein Rückgang von „nur“ 0,9 Prozent gemeldet worden. Kein Wunder also, dass sich die Analysten, die eine Erholung erwartet hatten, von den schlechten Zahlen enttäuscht zeigten.

Das sei eine weitere kalte Dusche, so der Kommentar des Chefvolkswirts der ING-Diba-Bank, Carsten Brzeski. Er merkte weiter an, dass es immer schwieriger werde, die schwache Entwicklung mit Sondereffekten wie zum Beispiel ungewöhnlich vielen Urlaubstagen zu erklären. Offenbar gehe es der deutschen Wirtschaft schlechter als bisher gedacht.

Aufträge aus Europa brechen massiv ein

Aber nicht nur die deutsche Wirtschaft dürfte den Zenit überschritten haben. Die Auftragseingänge aus der Eurozone brachen um fast zehn Prozent weg. Aus dem Inland verzeichneten die Industrieunternehmen einen Auftragsrückgang von 4,8 Prozent im Monatsvergleich. Besonders erwähnenswert ist, dass es insbesondere deutliche Rückgänge bei den Bestellungen von Investitionsgütern gab.

Ja, liebe Leser, anscheinend trifft der Abschwung nicht nur die deutsche Wirtschaft. Auch der IHS-Markit-Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft, der Industrie und Dienstleister zusammenfasst, sank in der Eurozone um einen Punkt auf 54,1 Punkte.

Das Wachstum beim Neugeschäft lasse deutlich nach und die Unternehmen würden so wenig wie zuletzt im August 2017 einstellen. IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson kommentierte laut Reuters wie folgt: “Angesichts sich verschlechternder Wirtschafts-Indikatoren bei gleichzeitig gestiegener politischer Unsicherheit hat sich der Ausblick der Euro-Zone im Vergleich zu den rosigen Aussichten zum Jahresbeginn dramatisch verschlechtert.“

Seien Sie also nicht überrascht, wenn sich in den nächsten Monaten der Abschwung verschärft!

Vermögensgefahr: EU erwägt Rückgabeverbot für Fondsanteile im Crash-Fall

Wenn die Stimmung dreht an der Börse kann es sehr schnell gehen. Im Grunde ist es ganz einfach: Gerade dann, wenn viele Investoren verkaufen wollen, kann sich der Abwärtsdruck sehr schnell verstärken. Und damit es in solchen Phasen nicht zu massiven Verwerfungen kommt, sind jetzt offizielle Pläne für den Notfall aufgetaucht.

Der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (ESRB), eine seit 2010 bestehende Kommission, um das Finanzsystem der EU zu überwachen und Systemrisiken vorzubeugen bzw. zu begrenzen, hat jetzt der EU-Kommission vorgeschlagen, beim nächsten Finanzcrash ein Rückgabeverbot von Fondsanteilen einzuführen.

Damit soll verhindert werden, dass bei einem Börsencrash Aktienfonds den Crash dadurch verstärken, dass sie weiter Aktien verkaufen und die Kurse damit noch mehr nach unten drücken. Man will also verhindern, dass Fondskunden ihre Anteile zurückgeben und die Fonds dann dazu gezwungen sind, Aktien zu verkaufen, um ihre Liquidität zu sichern.

Im Crashfall bleiben Sie dann auf Ihren Fondsanteilen sitzen

Das heißt für Sie, dass Sie bei einem erneuten Crash an den Aktienbörsen dann Fondsanteile nicht mehr an die Fondsgesellschaft zurückgeben können. Stattdessen müssen Sie tatenlos zusehen, wie Ihre Anteile immer wertloser werden. Zudem zeigen mir solche Überlegungen in der EU, dass man sich dort schon lange darüber im Klaren ist, dass es eine neue Finanzkrise geben wird und man sich deshalb mit solchen und anderen Maßnahmen darauf vorbereitet. Öffentlich wird zwar der Eindruck erweckt, als würde die derzeitige Hausse auf „ewig“ so weitergehen, doch in Wirklichkeit sind sich die Verantwortlichen schon lange der Misere bewusst, in der wir stecken.

Das bestätigt meine Warnung an Sie, sich nicht nur von Aktien, sondern auch von Aktienfonds grundsätzlich fernzuhalten. Nicht nur dass die Rücknahme Ihrer Fondsanteile gesperrt werden kann, Sie haben bei den Fonds auch keinerlei Einfluss auf die (meist falschen) Entscheidungen der Fondsmanager. Die meisten von ihnen sind an steigende Kurse gewohnt und wissen nicht, wie sie sich im Crash-Fall verhalten müssen.

Zudem ist es in vielen Fällen so, dass die Fondsmanager es in vielen Fällen nicht schaffen besser als der Vergleichsindex abzuscheiden. Wenn es also eine breite Mischung sein soll – dann doch direkt auf den Index setzen. Die deutlich bessere Alternative sind aber ausgesuchte Einzelwerte von genau den Unternehmen, die auch in Krisenzeiten stabil bleiben.

Viele neue Krisenherde bei der Deutschen Bank

Schon Anfang der Woche ging es hier um die Deutsche Bank. Doch die aktuelle desaströse Lage ist so vielschichtig, dass ich heute gleich noch einmal auf den angeschlagenen Finanzwert eingehen möchte.

Deutsche Bank Tochter in den USA unter Druck

Zuletzt kam es einmal mehr knüppeldick für den sog. „Branchenprimus“. Selbst in den offiziellen Schlagzeilen der Mainstream-Finanzmedien heißt es nun, dass die Deutsche Bank mit dem Rücken an der Wand stehen würde. Hintergrund ist, dass die für die Bankenaufsicht zuständige Notenbank Fed der US-Tochter der Deutschen Bank das Prädikat „in troubled condition“ verpasste.

Auffällig ist da schon, dass die Aufsicht schon vor einem Jahr intern von einem „beunruhigenden Zustand“ spricht. Nur wurde diese Einstufung erst gestern öffentlich bekannt. Die US-Töchter der Deutschen Bank gelten den Finanzaufsehern also als Problemfälle, als instabil und gefährdet. Und das sollte uns alle aufhorchen lassen.

Weitere Hiobsbotschaften aus Australien

Und als ob das nicht schon genug an schlechten Nachrichten wäre, haben schließlich auch noch die Bonitätswächter aus dem Hause Standard & Poor‘s den Daumen für die Deutsche Bank gesenkt. Kritisiert werden vor allem zwei Punkte:  zum einen monieren sie die fehlende Profitabilität der Bank im Vergleich mit ihren Mitbewerbern. Zum anderen zweifelt die Agentur, ob die Bank ihre neu verordnete Strategie unter dem neuen Vorstandschef erfolgreich umsetzen kann.

Desweiteren droht der Deutschen Bank in Australien eine Kartellklage im Zusammenhang mit Vorwürfen gegen die Australia and New Zealand Banking Group (ANZ). Es geht um eine 2,3 Milliarden Dollar schwere Platzierung von Aktien im Jahr 2015. Australiens Wettbewerbsaufsicht ACCC wolle die ANZ und zwei namentliche nicht genannte Unternehmen anklagen. Die Deutsche Bank und die Citigroup erklärten unabhängig voneinander, dass sie mit einer Anklage rechnen.

Ja, liebe Leser, und dann kommt dann noch die Italien-Krise obendrauf. Die Deutsche Bank weist für Ende März Forderungen gegenüber dem italienischen Staat von 2,9 Milliarden Euro aus. Ferner hat die Deutsche Bank den Berichten zufolge in Italien insgesamt Kredite im Volumen von knapp 35 Milliarden Euro vergeben. Unter dem Strich bleibt eines sicher: die Misere ist noch lange nicht ausgestanden und der Kurs der Aktie hat noch reichlich Luft nach unten.