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Wie lang bleibt der US-Aktienmarkt noch in Rekordlaune?

Liebe Leser,

der viel beachtete S&P 500 ging am vergangenen Freitag bei einem Stand von über 2.900 Zählern ins Wochenende. Fakt ist, dass die Bullen den Markt über die wichtige Widerstandszone von 2.800 nach oben hieven konnten. Das ist schon beachtlich. Letztlich ist das alte Rekordhoch im Bereich um 2.941 nicht mehr allzu weit entfernt.

Es ist also gut möglich, dass selbiges schon in naher Zukunft erreicht und überschritten werden könnte. Sicherlich haben die Bullen schon die Schlagzeilen über das neue Rekordhoch geschrieben und stellen gleich weitere zehn Prozent Potential nach oben in Aussicht. Nichts kann anscheinend die schöne, heile Börsenwelt eintrüben.

Fundamentale Überbewertung

Tatsache ist ferner, dass der Anstieg in den ersten Monaten des Jahres 2019 relativ umsatzschwach über die Bühne ging. Fundamental gesund ist das Ganze jedenfalls nicht, wenn wir uns darüber hinaus einige klassische Bewertungskennziffern etwas näher ansehen. An der Stelle haben wir ja schon des Öfteren auf das exorbitant hohe Shiller-KGV hingewiesen. Wir liegen hier aktuell bei einem Wert von über 31. Nur einmal in der Geschichte, nämlich kurz vor dem Platzen der Blase 1999/2000, war der US-Aktienmarkt mit Blick auf diese für langfristig-konservative Investoren exorbitant wichtige Kennziffer teurer. Das sollte zumindest zu denken geben.

Ferner fällt auf, dass das Kurs-Buchwert-Verhältnis ebenfalls nicht wirklich prickelnd preiswert ist. Aktuell beträgt selbiges ja knapp 3,5. Normal wäre hier ein Wert von um die 2,7. Wir würden uns wohler fühlen, wenn wir am breiten US-Markt im Bereich unter 2 einsteigen könnten. Und auch auf die eher lausige Dividendenrendite von gerade mal 1,85 Prozent haben wir an der Stelle des Öfteren hingewiesen. Die ist wahrlich nicht wirklich attraktiv. Da rentieren selbst US-Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit höher.

Ja, liebe Leser, das aktuelle fundamentale Bewertungsniveau und die vorhandenen enormen strukturellen Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung in dieser Zeit des Umbruchs sprechen ganz klar gegen ein Investment am breiten US-Aktienmarkt. Wir würden uns bei einem Shiller-KGV von 10, einer Dividendenrendite von um die fünf Prozent und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von weniger als 2 wesentlich wohler fühlen.

Davon sind wir aber leider noch meilenweit entfernt. Folglich ist es nach wie vor ratsam, das wilde Treiben der Bullen von der Seitenlinie aus zu beobachten. Über ein Engagement am US-Aktienmarkt kann man durchaus nachdenken, wenn die Bewertung stimmt. Das ist aber aktuell nicht gegeben. Im Gegenteil, momentan sollte eher über Short-Engagements nachgedacht werden.

Herzlichst Ihr
Günter Hannich

Krisenland Italien größeres Risiko als der Brexit

In der vergangenen Woche senkte die italienische Regierung ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum 2019. Der aktuellen Prognose zufolge erwarten die Verantwortlichen in Rom nur noch ein Mini-Wachstum in Höhe 0,2 Prozent. Zuvor lag die Prognose ja bei immerhin einem Prozent BIP-Wachstum. Gleichzeitig erhöhte die Regierung die Prognose für das Haushaltsdefizit von 2,04 auf 2,4 Prozent.

Dauermalaise nicht beendet

Unter dem Strich geht also das Siechtum der italienischen Volkswirtschaft auch 2019 munter weiter. Für die Bürger des Landes ist das Ganze alles andere als befriedigend. Noch immer ist die Arbeitslosigkeit exorbitant hoch. Allen voran die jungen Menschen leiden nach wie vor unter Massenarbeitslosigkeit. Im Februar 2019 lag die Jugendarbeitslosigkeit im Krisenland bei fast 33 Prozent.

Viele Zeitgenossen sprechen mit Blick auf die jungen Italiener von einer „verlorenen Generation“. Machen wir uns nichts vor: Bei einem derart geringen Wachstum wird sich für die jungen Menschen auch in diesem Jahr kaum was verbessern. Bei der jüngsten EZB-Ratssitzung im fernen Frankfurt war es der Italiener und EZB-Chef Mario Draghi höchstpersönlich, der die Regierung in Rom fast schon flehentlich aufforderte, nun doch endlich mehr für Wachstum und Beschäftigung zu tun.

Schuldenstreit mit Brüssel in Sicht?

Ob der italienische Staat wirklich viel „Anschub“ für Wachstum und Beschäftigung leisten kann, ist äußerst fraglich. Wohl gemerkt, Italien ist ja höchst verschuldet und weist neben Griechenland die zweithöchste Staatsverschuldung aller Euro-Staaten aus. Wir reden hier über 132 Prozent in Relation zum BIP. Laut dem Maastricht-Vertrag sind ja „eigentlich“ nur 60 Prozent erlaubt. Aufgrund der erhöhten Defizitprognose für das Jahr 2019 zeichnet sich ja schon jetzt Streit zwischen Rom und der EU in Brüssel ab.

Erst im Dezember hatte sich Rom nach einem längeren Schlagabtausch mit Brüssel auf 2,04 Prozent Haushaltsdefizit für das Jahr 2019 festgelegt, nachdem die EU-Kommission zuvor ein Defizit 2,4 Prozent als zu hoch abgelehnt hatte. Ob die EU die jetzt avisierten 2,4 Prozent einfach durchwinken wird, bleibt abzuwarten.

JJa, liebe Leser, der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Herr Fratzscher, merkte gebenüber Reuters an, dass Konflikte mit Italien ein viel größeres Risiko für die europäische Wirtschaft darstellen als ein harter Brexit. Besonders beachtlich ist, dass Herr Fratzscher ebenfalls sagte, dass Italien mitten in der dritten Rezession in weniger als zehn Jahren stecken würde. Ein Ende dieser Dauerkrise ist nicht in Sicht.

Verarmung: Ein Drittel der Deutschen kann finanziell nicht vorsorgen

Wenn Sie sich in Ihrem persönlichen Umfeld umhören, werden Sie bei der Aussage „Deutschland ist ein reiches Land“ viel Zustimmung bekommen. Doch leider sieht die Realität völlig anders aus. Unter der Oberfläche hat sich hier eine große soziale Ungleichheit aufgebaut. Und ganz ehrlich gesagt hat das auch genügend Sprengkraft für gesellschaftliche Konflikte im so konsensverliebten Deutschland.

Wie eine Untersuchung der ING-Bank in 13 europäischen Ländern, den USA und Australien jetzt ergab, hat fast ein Drittel der Deutschen nicht genug Einkommen, um finanziell vorzusorgen. Damit weist Deutschland unter den 15 Ländern den zweithöchsten Anteil an Menschen ohne jegliche Ersparnisse auf. Nur in Rumänien ist dieser Anteil noch größer.

Zu geringes Einkommen hält die Bürger vom Sparen ab

Hinzu kommt, dass der Anteil, dem eine finanzielle Vorsorge nicht möglich ist, rapide steigt. Waren es vor einem Jahr erst 25 Prozent, so sind es jetzt schon 31 Prozent. Von denjenigen, die kein Geld zurücklegen, geben laut Studie 63 Prozent an, dass die Ursache des Nichtsparens ein zu geringes Einkommen ist, da nach Abzug der Kosten für die Finanzierung der Grundbedürfnisse schlicht nichts mehr zum Sparen übrig bleibt.

Daran sehen Sie, dass die Feststellung, Deutschland sei ein „reiches Land“, in dieser Pauschalität die tatsächlichen Verhältnisse nicht widerspiegelt. Nur eine Minderheit hat vor allem in Deutschland große Vermögen und Ersparnisse, während die Mehrheit entweder gar keine oder nur geringe Vermögenswerte besitzt.

Genau das ergab auch schon eine Vermögensuntersuchung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Jahr 2013. Danach gehörten im Euro-Raum die Deutschen mit damals nur gut 50.000 Euro Vermögen pro Haushalt neben Portugal zu den Ärmsten. Zum Vergleich: Italiener hatten mehr als dreimal mehr Vermögen, die Griechen doppelt so viel und Luxemburger sogar achtmal mehr Vermögen als die Deutschen.

Hohe staatliche Abgabenlast verschlimmert die Lage noch

Die aktuelle ING-Untersuchung bestätigt meine Einschätzung, dass vor allem Deutschland immer mehr verarmt und regelrecht ausblutet. Ein weiterer Mosaikstein dabei ist die Tatsache, dass wir neben Belgien unter den Industrieländern die höchsten Steuer- und Abgabenlasten haben.

Dieser Verarmungsprozess wird sich bei der nächsten unweigerlich kommenden Finanzkrise noch drastisch verstärken. Wer da nicht vorgesorgt hat, wird große Teile seines Vermögens verlieren. Deshalb ist es für Sie entscheidend, dass Sie sich richtig positionieren. Das tun Sie mit einer breiten Diversifikation Ihrer Kapitalanlagen in Fremdwährungen, Edelmetalle und einer aktiven Absicherung.

Es geht abwärts mit der Wirtschaft

Liebe Leser,

gestern habe ich an dieser Stelle auf die Entwicklung in den USA geschaut. Dabei standen der Immobilienmarkt und die nachlassende Dynamik dort im Mittelpunkt. Als größte Volkswirtschaft der Welt spielen die Vereinigten Staaten nun einmal die maßgebliche Rolle bei der Beurteilung der konjunkturellen Entwicklung.

Bei der Recherche bin ich nun auf weitere alarmierende Wirtschaftsdaten gestoßen, die ich Ihnen heute vorstellen möchte. Eins muss Ihnen klar sein: Wenn in den USA tatsächlich eine Rezession kommen sollte, hätte das auch massive Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung bei uns. Daher schaue ich besonders intensiv über den großen Teich und auf die dort aktuell veröffentlichten Wirtschaftsdaten.

Wirtschaftlicher Abschwung in vollem Gang

Dass wir derzeit einen wirtschaftlichen Abschwung erleben, steht außer Frage. Es ist nur noch offen, wie heftig dieser Abschwung sowohl in Nordamerika als auch bei uns in Europa ausfallen wird. Durch die immer stärker voranschreitende Vernetzung der einzelnen Teile der Welt, werden auch in der nächsten Krise die Folgen insgesamt heftiger ausfallen.

Aber allein die Daten aus den USA zeigen ganz deutlich die immer weiter nachlassende Dynamik der Wirtschaft. So haben in den USA die Firmen zuletzt immer weniger neue Jobs schaffen. Insgesamt ist die Anzahl der neuen Stellen auf dem niedrigsten Niveau seit 18 Monaten.

Hinzu kommen auch branchenspezifische Schwächen. So haben die großen Autokonzerne General Motors, Ford, Nissan und Fiat Chrysler alle Umsatzrückgänge im Vergleich zum Vorjahr gemeldet die mindestens bei 5 % lagen. Extrem enttäuschend fielen sogar die Verkaufszahlen des Elektro Autoherstellers Tesla aus. Hier sackte die Anzahl der ausgelieferten Fahrzeuge um 31 % im 1. Quartal.

US-Einzelhandel bleibt in der Krise

Besonders aufschlussreich ist dabei auch immer der Blick auf die Entwicklung im Einzelhandel. Gerade in den USA haben in den vergangenen Jahren schon etliche große Ketten entweder massive Schließungen vorgenommen oder sind sogar komplett vom Markt verschwunden.

Jetzt meldete sich eine wichtige Kette aus dem Schmuckbereich und erklärte die Schließung von 150 Filialen in den USA. Im gesamten Einzelhandel sind die Stellenstreichungen aktuell um 92 % höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Und wenn weniger verkauft wird, muss auch weniger transportiert werden. Deshalb ist das Frachtaufkommen in den USA nun 3 Monate in Folge gefallen.

All diese Zahlen verdeutlichen eins immer mehr: Das ökonomische Fundament in den USA bekommt immer größere Risse. Und diese Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten. Vor allen Dingen werden im weiteren Jahresverlauf die positiven Effekte der US-Steuerreform ausbleiben, die noch 2018 die Wirtschaft in gewissem Maße angetrieben haben. Daher könnte die US-Konjunktur zu Beginn des kommenden Jahres tatsächlich in eine Rezession rutschen. Das hätte dann auch für uns unangenehme Folgen.

Herzlichst Ihr
Günter Hannich

Geht die Finanzkrise 2.0 wieder vom US-Immobilienmarkt aus?

Fast schon wöchentlich kommen enttäuschend schlechte Nachrichten vom US-Immobilienmarkt. Ende März wurde bekannt, dass die Zahl der begonnenen Neubauten im März 2019 um sage und schreibe 8,7 Prozent rückläufig war. Dabei handelte es sich um den stärksten Rückgang seit acht Monaten. Spannend ist auch, dass die Zahl der Baugenehmigungen um fast zwei Prozent rückläufig war. Mitte März wurde schon bekannt, dass weniger neue Häuser verkauft wurden. Seit dem Herbst des vergangenen Jahres zeichnet sich ja hier ein klarer Abwärtstrend ab.

Was passiert an der Preisfront?

Viel spannender ist allerdings die Frage, wie es mit den Preisen am US-Immobilienmarkt weitergehen wird. Seit 2011/12 ging es ja nach den Turbulenzen der Vorjahre wieder nach oben. Mit Blick auf die gesamte USA zogen die Häuserpreise in den vergangenen Jahren grob gerechnet um gut 50 Prozent wieder an. Es war auch keine Seltenheit, dass sich die Preise in einigen gefragten Regionen verdoppelten. Als Beispiel sei hier nur Denver erwähnt, wo es zu einer Preisverdopplung kam.

Diese Zeiten scheinen aber auch in den USA der Vergangenheit anzugehören. Fakt ist, dass selbst im gefragten Manhattan der Preis für eine Wohnung auf Jahressicht um fünf Prozent gefallen ist. Tatsache ist ferner, dass der Median-Preis neuer Einfamilienhäuser zuletzt mit Blick auf die gesamte USA im Jahresvergleich noch deutlich stärker rückläufig war. Und zwar um gewaltige 7,2 Prozent im Jahresvergleich.

Dabei handelte es sich um den größten Rückgang seit der Finanzkrise, die ja vor gut zehn Jahren ebenfalls vom US-Immobilienmarkt ausging. Stichwort war ja hier die sog. Subprime-Krise. Nebenbei erwähnt sei in dem Kontext, dass das Zinsniveau in den USA 2007/08 höher als das aktuelle war. Insofern ist die aktuelle Preisschwäche wahrlich signifikant und sollte keinesfalls abgetan bzw. unterschätzt werden.

Ja, liebe Leser, die Angst vor einer neuen Finanzkrise, die erneut vom US-Immobilienmarkt ausgeht, ist wahrlich nicht unbegründet. Damals wie heute wiegelt die große Heerschar der Experten ab und erwartet eine „sanfte Landung“ des Immobilienmarkts. Kaum jemand sieht eine „harte Landung“ am Horizont.

Das stimmt schon mal nachdenklich. Nachdenklich stimmt auch, dass in den USA seit dem zweiten Weltkrieg neun von zwölf Rezessionen bisher durch Turbulenzen vom Immobilienmarkt eingeleitet wurden. Gut möglich, dass die anstehende 13. Rezession ebenfalls durch Probleme im Immobilienbereich eingeleitet wird. Wir wären jedenfalls alles andere als überrascht.

Deutsche Industriekonjunktur im freien Fall

Es kommt wahrlich extrem selten vor, dass sich führende Vertreter von namhaften deutschen Wirtschaftsinstituten relativ skeptisch zur konjunkturellen Lage der Republik äußern. Der Chef des Münchener Ifo-Instituts, Clemens Fuest, wagte sich insofern jüngst gegenüber dem Handelsblatt aus der Deckung.

Er merkte an, dass er die anhaltende Schwäche der deutschen Industrie für „erstaunlich und besorgniserregend“ halten würde. Was wir momentan erleben, sei sehr ungewöhnlich, sagte Herr Fuest. Diese Schwäche habe im Frühjahr 2018 in der Autoindustrie begonnen und sich seither stark verbreitet. Die Schwäche würde mittlerweile die gesamte Industrie umfassen, was laut Fuest schon eine Zäsur sei.

Freier Fall der Auftragseingänge

Diese Aussagen von Herrn Fuest kamen, nachdem am vergangenen Donnerstag die aktuellen Daten zu den Auftragseingängen vom Bundeswirtschaftsministerium veröffentlicht worden waren. Die konjunkturelle Talfahrt schlägt im eminent wichtigen Verarbeitenden Gewerbe mittlerweile mit voller Härte durch. Die exportabhängige Branche musste im Februar wegen der schwachen Auslandsnachfrage den stärksten Auftragseinbruch seit mehr als zwei Jahren hinnehmen.

Die Bestellungen fielen im Vergleich zum Vormonat um mehr als vier Prozent. Für das große Heer der „Experten“ kam der Rückgang einmal mehr völlig überraschend. Von der Agentur Reuters im Vorfeld befragte Ökonomen hatten ein Plus von 0,3 Prozent erwartet. Besonders krass fällt der Rückgang im Vergleich zum Februar 2018 aus. Ein Minus von sage und schreibe 8,4 Prozent kann getrost als katastrophal bezeichnet werden.

Negativ überraschte Experten

Auffällig war einmal mehr, dass sich die Experten von der harten Realität negativ überrascht zeigten. Herr Scheuerle von der DekaBank merkte an, dass die Daten eine herbe Enttäuschung seien. Der Umschwung der globalen Konjunktur sei extrem und gehe vor allem von der Region Asien aus. Jens-Oliver Niklasch von der LBBW sprach von einem herben Rückschlag und betonte weiter, dass die deutsche Industriekonjunktur wohl schon fast im freien Fall sei. Solche offenen Aussagen von Bankvolkswirten gibt es jedenfalls auch nicht oft zu hören.

Ja, liebe Leser, höchst beachtlich ist auch, dass selbst das Ministerium in Berlin für die kommenden Monate bestenfalls mit einer verhaltenen Industriekonjunktur rechnet. Die maue Weltkonjunktur, die weltweiten Handelsstreitigkeiten und der Brexit würden bis auf weiteres schwer belasten. Die Wahrscheinlichkeit ist relativ groß, dass die „Experten“ auch in Zukunft weiter negativ überrascht werden. Herr Fuest sprach ja von einer „Zäsur“. Anscheinend wird selbige nach wie vor immer noch unterschätzt. Es wäre aber grob fahrlässig, die Macht der Zeitenwende, des Umbruchs zu unterschätzen!

Crash-Gefahr: Nobelpreisträger Robert Shiller warnt vor Rezession in den USA

Wenn Sie auf die Entwicklung an den Börsen schauen, könnten Sie denken: Es läuft einfach rund in der Wirtschaft. Gerade in dieser Woche sind die Kurse an den Börsen wieder massiv gestiegen und die Marke von 12.000 Punkten kommt beim DAX wieder in Reichweite. Damit befindet sich der deutsche Aktienmarkt auf dem höchsten Niveau in diesem Jahr. Der Zuwachs summiert sich für den deutschen Leitindex jetzt schon auf 13%.

Doch diese Euphorie ist trügerisch. So hat jetzt der Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften Robert Shiller vor einer Rezession in den USA gewarnt. Seiner Ansicht nach sprechen die hohen Preise auf dem Aktien- und Immobilienmarkt, zusammen mit den Niedrigzinsen für einen deutlichen wirtschaftlichen Rückgang, der noch vor Ende 2020 die USA in eine Rezession stürzen könnte.

Vor allem den Immobilienmarkt sieht der Nobelpreisträger kritisch. Die Preise dieses Marktsegments sind derzeit wieder auf einem Rekordhoch und die USA befinden sich im drittgrößten Immobilienboom seit dem Jahr 1890. Dazu kommen die längste Hausse der US-Börsengeschichte und ebenfalls die längste wirtschaftliche Expansion, die es je gegeben hat. Wenn sich die Entwicklung aus der Geschichte wiederholt, dann stehen die USA nach Einschätzung von Professor Shiller mit hoher Wahrscheinlichkeit vor einer Rezession.

Aktuelle Lage erinnert stark an 2008 – das ist eine gefährliche Konstellation

Das sehe ich ähnlich: Die derzeitige Konstellation mit Rekordkursen an den Aktienmärkten und Rekordpreisen bei Immobilien ähnelt extrem der Lage kurz vor der Finanzkrise 2008. Auch damals wurde – wie heute auch – die Gefahr von den meisten Anlegern nicht gesehen. Und selbst die meisten Experten gingen von weiter steigenden Aktienkursen aus.

Doch im Gegensatz zur Finanzkrise 2008 ist heute die weltweite Verschuldung nochmals um 50 Prozent höher und die Zinsen auf einem Rekordtief. Das bedeutet, dass die Krise erheblich schlimmer ausfallen wird als 2008, weil z. B. die Notenbanken keinen Spielraum mehr haben, um mit Zinssenkungen die Krise abzufedern.

Das bedeutet, dass Sie bei der kommenden Krise nicht mit einer Erholung wie im Jahr 2009 rechnen können. Es steht dann eine längere Krise bevor. Doch genau hier sind Sie jetzt gefragt mit der aktiven Absicherung für Ihr Vermögen. Zunächst ist hier die breite Streuung der Vermögenswerte wichtig. Hinzu kommt der Einsatz von unterschiedlichen Anlageklassen wie eben Edelmetallen, Fremdwährungen und auch ausgesuchten Aktien, die in früheren Krisen ihre Stärke schon unter Beweis gestellt haben.

US-Konjunktur: So langsam geht`s bergab

Die Vorzeichen bei der Konjunktur trüben sich immer weiter ein. Heute möchte ich Ihnen das an aktuellen Zahlen aus den USA zeigen. Denn das Land ist noch immer die weltgrößte Volkswirtschaft und wenn es dort wirtschaftlich abwärts geht, hat das auch Auswirkungen auf die Weiterentwicklung bei uns in Deutschland.

Ein wichtiger Faktor bei der Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Lage ist der Blick auf die Lagerbestände. Dahinter steckt die einfache Überlegung, dass bei steigenden Lagerbeständen die Nachfrage doch nachlässt. Genau das ist derzeit in den USA zu beobachten.

Schon seit 5 Monaten steigen dort die Lagerbestände im Großhandel an. Und genau das war auch zu beobachten vor der Finanzkrise 2008. Und tatsächlich sind viele Experten auch von der Dynamik des Anstiegs bei den Lagerbeständen überrascht. So hatte es im Dezember 2018 schon den größten Anstieg in den vergangenen 5 Jahren gegeben.

Ausgehend von dem hohen Niveau ging es im Januar um 7,7 % im Vorjahresvergleich weiter nach oben. Gleichzeitig sind aber die Verkäufe nur um 2,7 % angestiegen. Wenn die Lagerbestände im Großhandel einsteigen, ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Nachfrage eben deutlich schwächer ist. Gut möglich, dass sich im laufenden Jahr die Rezessionsgefahren in den USA noch weiter verstärken werden.

Der Großhandel sitzt auf steigenden Lagerbeständen

Die Großhändler haben natürlich eine einfache Möglichkeit: Sie bestellen einfach weniger neue Waren. Und genau das passiert jetzt auch schon in den USA. In den vergangenen beiden Monaten ist die Produktionsmenge im verarbeitenden Gewerbe gesunken und damit steigen die Anzeichen dafür, dass im ersten Quartal 2019 die konjunkturelle Entwicklung in den USA alles andere als positiv ausgefallen ist.

Und dabei bin ich auch noch auf einen weiteren Indikator gestoßen, der die nachlassende Wirtschaftsaktivität in den USA dokumentiert. Denn wenn weniger produziert wird und weniger verkauft wird, muss auch weniger transportiert werden – sei es auf der Straße, in der Luft oder auch auf der Schiene. So ist das Transportvolumen in den USA auf den maßgeblichen Verkehrswegen im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 % gefallen.

Das alles sind für mich Indikatoren einer deutlichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. Und diese Beispiele aus den USA zeigen Ihnen doch eins ganz deutlich: Die hohen Börsenkurse lassen sich nicht mehr durch eine gut laufende Konjunktur begründen. Hier wird es schon bald eine deutliche Korrektur geben müssen, denn die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, dass solche Fehlentwicklungen aus wirtschaftlicher Entwicklung und Kursentwicklung an den Börsen zu massiven Kursabschlägen geführt haben.

US-Aktienmarkt mit dem besten 1. Quartal seit 21 Jahren

Nach den ersten drei Monaten des Jahres 2019 kann getrost vom „Comeback der Euphorie“, ja des Überschwangs am US-Aktienmarkt gesprochen werden. Der technologielastige Nasdaq100 konnte im Auftaktquartal auf Dollar-Basis um sage und schreibe 16,6 Prozent zulegen. Das war der beste Jahresauftakt seit dem Jahr 2012. Beim altehrwürdigen Dow Jones summierte sich das Plus im ersten Jahresviertel 2019 auf 11,2 Prozent, was das beste erste Quartal seit dem Jahr 2013 war.

Und last but not least wagen wir einen kurzen Blick auf den S&P 500. Bei diesem stark beachteten Index betrug der Zuwachs im ersten Vierteljahr sage und schreibe 13,1 Prozent. Seit 21 Jahren hat es einen derart bullishen Jahresauftakt nicht mehr gegeben. Fraglich ist aber, ob die Bullen auch im weiteren Jahresverlauf deratigen Autrieb haben werden.

Exorbitant hohe Bewertung

Lanfristig orientierte Value-Investoren dürften es aktuell jedenfalls kaum sein, die die US-Märkte aktuell antreiben. Diese Investoren schauen ja besonders genau auf das Shiller-KGV. Und das zeigt momentan eine alles andere als günstige Bewertung des S&P 500 an. Wir liegen hier bei einem Wert von über 30. Im großen und langfristigen historischen Kontext war der Markt nur einmal teurer als aktuell. Und zwar vor dem Platzen der Tech-Blase im Jahr 2000.

Selbst vor dem Crash 1929 war die Bewertung nicht so hoch. An der Stelle sei erwähnt, dass im historischen Durchschnitt das Shiller-KGV bei um die 16 lag. Die aktuelle Bewertung kann also auch vor dem Hintergrund der monumental-strukturellen Risiken wahrlich als exorbitant hoch bezeichnet werden.

Momentan liegt darüber hinaus die Dividendenrendite beim S&P 500 ja bei nur kärglichen 1,9 Prozent. Im historischen Schnitt waren Werte von 4,3 Prozent normal. Auch das zeigt ganz klar, dass es momentan nicht wirklich attraktiv ist, in den US-Aktienmarkt zu investieren. Die Dividendenrendite ist ja momentan auch noch geringer als die Zinsen am kurzen Ende. Das sagt eigentlich schon alles.

Ja, liebe Leser, für langfristige Investoren ist das Chance-Risiko-Verhältnis für Investments im breiten US-Aktienmarkt denkbar ungünstig, ja schlecht. Sowohl die Absturzhöhe wie auch -gefahr sind historisch hoch. Einzig fraglich ist, wie lang dieser wilde Tanz auf dem brodelnden Vulkan noch gutgehen kann. Die Geschichte lehrt uns jedenfalls, dass vor dem Hintergrund derart hoher Bewertungen das kein „ewiger Tanz“ sein kann und wird. Anders formuliert, es wäre nicht verwunderlich, wenn wir schon in den nächsten Quartalen von einer historisch schlechten Entwicklung berichten werden. Überraschend wäre das wahrlich nicht…

Eurokrise – Stimmung in der europäischen Wirtschaft trübt sich weiter ein

In der vergangenen Woche kamen von der EU-Kommission abermals schlechte Nachrichten. Fakt ist, dass sich die Stimmung in der Wirtschaft nun schon den neunten Monat in Folge verschlechtert hat. Das Stimmungsbarometer fiel im Monat März um weitere 0,7 auf 105,5 Punkte. Das ist der schlechteste Wert seit mehr als zwei Jahren. Einmal mehr war es die Exportindustrie, die für den Rückgang verantwortlich war. Die schwächere konjunkturelle Verfassung der Weltwirtschaft und die Risiken aus den diversen Handelskonflikten sorgten für wahrlich schlechte Stimmung.

Auffällig ist erneut, dass die Stimmung sich in Deutschland (und auch in den Niederlanden) überdurchschnittlich stark verschlechterte. Wenig verwunderlich ist dann auch, dass einmal mehr die Prognose für das Wachstum in der Euro-Zone deutlich nach unten hin angepasst wurde. Und zwar von der OECD. Die Industriestaaten-Organisation sagt der Währungsunion für 2019 nur noch ein Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent voraus. Zunächst war ja noch ein Wachstum von stolzen 1,8 Prozent angenommen worden.

IWF-Chefin warnt vor Turbulenzen

Höchst interessant ist weiter, dass sich jüngst auch der IWF, genauer gesagt die Chefin, Frau Lagarde, zur Lage in der Eurozone zu Wort meldete. Normalerweise kommen ja von „offizieller Seite“ in der Regel nur optimistische Aussagen. Das Motto lautet dann fast immer, dass die Krise ausgestanden und beendet ist. Die Französin goss aber vergangene Woche viel Salz in das „Heile-Welt-Gerede“ der Eurokraten. Frau Lagarde wagte sich aus der Deckung und warnte vor neuen Turbulenzen in der Eurozone.

Das Bankensystem in den Ländern mit der Gemeinschaftswährung sei nicht krisenfest genug, sagte Lagarde laut der Agentur Reuters auf einer Konferenz in Paris. Die Währungsunion sei der IWF-Chefin zufolge zwar widerstandsfähiger als vor zehn Jahren. Leider reiche das aber noch nicht wirklich aus. Viele Privathaushalte und Unternehmen trügen noch immer “schmerzhafte Narben” der Finanzkrise, in die die Weltwirtschaft 2008 gestürzt war, sagte die IWF-Chefin. Die Eurozone müsse deshalb die Banken- und die Kapitalmarktunion vollenden, so die Forderung der Französin.

Ja, liebe Leser, mittlerweile pfeifen es selbst die „offiziellen Spatzen“ vom Dach, dass die Krise in Europa noch nicht ausgestanden ist. Im Gegenteil, die konjunkturelle Verschlechterung führt unter dem Strich auch dazu, dass die immer noch existenten Narben noch länger nicht zuwachsen werden. Im Gegenteil, die Gefahr ist sehr groß, dass neue Wunden entstehen und sich die alten weiter vergrößern werden. Traurig, aber wahr.