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IWF warnt massiv vor globalen Risiken

In den diversen Massenmedien wird derzeit ja immer noch von einem Boom der Weltwirtschaft gesprochen. Sehr oft ist dabei von einem Aufschwung, der synchron in nahezu allen Ländern stattfindet, die Rede. Spannend ist auch, dass in diesen Tagen ein hohes Maß an Sorglosigkeit vorherrscht.

An den Finanzmärkten sind die Bewertungen nach wie vor historisch einmalig hoch. Anscheinend gehen fast alle Beobachter und Investoren davon aus, dass es immer weiter nach oben geht. Die Risiken werden nicht nur ausgeblendet, sondern auch massiv unterschätzt. Aber das ist wohl immer vor extremen Krisen so der Fall.

IWF warnt vor Risiken für die Weltwirtschaft

Höchst beachtlich ist aber, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) im Rahmen der jüngsten Frühjahrstagung auf die großen Risiken für die Entwicklung der Weltwirtschaft dezidiert hinwies. „Wachsende finanzielle Verwundbarkeiten, wachsende Spannungen im Handel und der Geopolitik und ein historisch hoher Schuldenstand bedrohen die globalen Wachstumsaussichten“, hieß es wörtlich in der Abschlusserklärung des IWF-Finanzkomitees.

Schulden und Protektionismus würden die Aussichten der Weltwirtschaft gefährden. Kein Wunder, dass der IWF die Staaten nun dazu mahnt, angesichts alternder Gesellschaften und lauer Produktivität das „Fenster der Gelegenheit“ zu nutzen, um mit Strukturreformen und Schuldenabbau schon jetzt massiv gegenzusteuern.

IWF-Chefin mit flammendem Appell

IWF-Chefin Lagarde aus Frankreich, richtete höchstpersönlich einen flammenden Appell an die Staaten. Das ist schon sehr außergewöhnlich und kommt in der Form wahrlich nur extrem selten vor. Die Dame forderte allen voran die entwickelten Staaten dazu auf, sich jetzt daran zu machen, ihre Schulden abzubauen. Es habe sich Lagarde zufolge global ein Schuldenberg von 164 Billionen US-Dollar angesammelt, was 225% der globalen Wirtschaftsleistung entspreche. Die entwickelten Industrienationen hätten jetzt den höchsten Schuldenstand seit dem zweiten Weltkrieg erreicht. Sie müssten nun alles daran setzen, diesen gewaltigen Schuldenberg abzubauen.

Ja, liebe Leser, vor diesem Schuldenberg warnen wir schon sehr lange. Und just jetzt kommt auch der IWF mit einem flammenden Appell zum Schuldenabbau aus der Deckung. Das zeigt, auf welch extrem fragilem Fundament derzeit die Weltwirtschaft basiert. Die derzeit grassierende Sorglosigkeit wird sicherlich nicht mehr allzu lange anhalten. Denn über kurz oder lang wird den meisten bewusst wie massiv die Folgen sein werden.

Brexit: Vor allem deutsche Wirtschaft am stärksten betroffen

Der Brexit und die Folgen spielten in der öffentlichen Wahrnehmung kaum noch eine Rolle. Das ist eine gefährliche Haltung. Denn schon im März 2019 muss es eine endgültige Entscheidung darüber geben, wie der Brexit umgesetzt wird. Daher tauchen immer mehr kritische Stimmen auf. Aber tatsächlich sieht es jetzt so aus, als ob der britische Ausstieg aus der EU tatsächlich kommen sollte.

Doch was bedeutet der Brexit tatsächlich für die deutsche Wirtschaft? Eins kann ich Ihnen sagen: Dieses Ereignis wird massive Folgen für uns und unser Alltagsleben haben. Wie jetzt eine Studie des Europäischen Ausschusses der Regionen, also der Versammlung der Regional- und Kommunalvertreter der Europäischen Union, ergab, leidet vor allem Deutschland unter dem Austritt Großbritanniens aus der EU (Brexit). Von 50 betroffenen Regionen in der EU liegen alleine 41 in Deutschland. Damit ist Deutschland neben Irland das Land, das die meisten Einbußen durch den Brexit haben wird.

Besonders trifft es die Wirtschaft in den Regionen Hamburg, Berlin, Düsseldorf mit dem westlichen Ruhrgebiet sowie Köln und Darmstadt. Dort sind zwischen 16 und 17,5 Prozent der Wirtschaftsleistung im produzierenden Gewerbe vom Brexit betroffen. Das ist ein weiteres Indiz dafür, dass es mit diesem „Aufschwung“ nicht mehr lange so weitergehen wird. Wenn Großbritannien aus der EU aussteigt, wird das massive Folgen für unsere Wirtschaft haben.

Exportabhängigkeit Deutschlands wird zur Gefahr

Da der hiesige Aufschwung zum Großteil auf Exporten beruht, wird es allein dadurch einen deutlichen Rückschlag geben. Wenn dazu – wie ich erwarte – noch eine weltweite neue Finanzkrise kommt und die Exporte zusammenbrechen, dann wird aus dem vermeintlichen „Wirtschaftswunderland“ Deutschland sehr schnell ein Land, in dem Not und Elend herrschen. Ich gehe davon aus, dass die nächste Krise Deutschland wegen der einseitigen Exportabhängigkeit von allen Ländern am heftigsten treffen wird.

Für Sie heißt das, dass Sie sich auf jeden Fall bei Ihrer Geldanlage von allen Wirtschaftsbereichen fernhalten sollten, die auf Exporte angewiesen sind. Investieren Sie besser flexibel in verschiedene Anlageklassen. Dabei sollten Sie auch einen zu hohen Anteil an britischen Unternehmen meiden.

Wenn sich viele Befürchtungen rund um den Brexit bewahrheiten wird dann die britische Währung weiter deutlich an Wert verlieren. Und genau das schwächt dann weiterhin auch die britische Industrie. Unterm Strich bleibt es dabei: Durch die starke Exportabhängigkeit Deutschlands werden wir am allermeisten vom Brexit betroffen sein.

Datenlage spitzt sich zu: Schwache Inflationsdaten aus China

Aktuell steht ja die geopolitische Lage im Fokus der Medien. Die dramatische Zuspitzung des Stellvertreter-Konflikts der Großmächte in Syrien überschattet derzeit alles. Allein das zeigt schon – abseits möglicher weiterer Handelskonflikte – wie kritisch in diesen Tagen die Rahmenbedingungen für die Weltwirtschaft sind. Der Außenminister der Russischen Föderation warnte die Welt vor den möglichen Folgen einer weiteren Eskalation der Lage. Wörtlich wird er wie folgt von den Agenturen zitiert:

„Gott bewahre, dass nach den Erfahrungen in Libyen und im Irak in Syrien nicht etwas Abenteuerliches passiert“, mahnte Sergej Lawrow. Selbst kleinste Fehleinschätzungen in Syrien könnten neue Migrationswellen auslösen.

Schwache Inflationsdaten aus China

Inmitten dieser bedrohlichen Nachrichten kamen in der vergangenen Woche höchst interessante und brisante Daten aus dem Reich der Mitte, aus China. China wird ja nach wie vor als der Wachstumsmotor der Weltwirtschaft erachtet. Kein Wunder also, dass insbesondere Meldungen von der chinesischen Inflationsfront mit Argusaugen betrachtet werden.

Am vergangenen Mittwoch meldete jedenfalls das Statistikamt des Riesenreichs der Mitte, dass die Verbraucherpreise im März im Vergleich zum Vorjahr nur noch um 2,1 Prozent gestiegen seien. Der Preisauftrieb habe sich massiv im Vergleich zum Februar (hier lag der Anstieg bei 2,9 Prozent) abgeschwächt. Und damit wurden die Erwartungen der Experten deutlich verfehlt. Von der Agentur Bloomberg befragte Experten hatten im März nur mit einem Rückgang auf 2,6 Prozent gerechnet.

Relativ schwache Entwicklung bei den Erzeugerpreisen

Auch bei den Erzeugerpreisen fiel der Anstieg im März deutlich schwächer als im Vormonat aus. Hier betrug das Plus nur 3,1 Prozent; zum Vergleich, im Februar meldeten die Statistiker noch einen Anstieg in Höhe von 3,7 Prozent. Seit 17 Monaten hat es keinen derart niedrigen Wert mehr gegeben. Und der lag auch noch tiefer als die Konsensschätzung der Ökonomen. Diese hatten nur einen Rückgang auf 3,3 Prozent erwartet.

Ja, liebe Leser, nichts deutet darauf hin, dass China Inflation in die Welt exportiert. Im Gegenteil. Reuters schrieb, dass die Inflationsdaten ganz klar auf eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums hinweisen würden. Anders formuliert, die Wachstumsbäume scheinen auch in China nicht wirklich immerzu in den Himmel zu wachsen. Wir werden jedenfalls nicht nur die brisante geopolitische Lage weiter genau beobachten, sondern auch die harten Wirtschaftsdaten im Blick haben. Und hier kann klar gesagt werden, dass die von vielen herbeigeredete Gefahr der galoppierenden Inflation alles andere als real ist.

Negative Überraschungen aus der Eurozone

Aus deutschen Landen kamen ja in den vergangenen Wochen relativ schwache Daten. Wir berichteten ja mehrmals von enttäuschenden Zahlen vom Einzelhandel, einer schwachen Industrieproduktion und vergleichsweise schlechten Auftragseingängen des verarbeitenden Gewerbes.

Selbst die Dauer-Optimisten sprechen mittlerweile von einer deutlichen konjunkturellen Verlangsamung. Grund-Tenor bleibt aber nach wie vor, dass der Aufschwung vollauf intakt sei. Das betrifft im übrigen diesem Narrativ folgend auch die gesamte Eurozone. Ob dem aber wirklich nach wie vor so ist?!

Schwache Industrieproduktion ist erst der Anfang

Fakt ist nämlich, dass die jüngsten Daten aus der Eurozone alles andere als positiv ausfielen. Ganz im Gegenteil. Die Serie an negativen konjunkturellen Überraschungen hält auch in der Eurozone an. Völlig überraschend – zumindest für die Mehrheit der Beobachter – vermeldete am vergangenen Donnerstag das Statistikamt Eurostat, dass die Industrie in der Eurozone die Produktion im Februar überraschend stark zurückgefahren hat.

Die Industrieunternehmen des Währungsraums haben ihre Produktion im Monatsvergleich um 0,8 Prozent zurückgefahren, so Statistikamt Eurostat mit Sitz in Luxemburg. Den dritten Monat in Folge ging es nun also schon bergab mit der Fertigung.

Das war allen voran in den großen Volkswirtschaften der Fall; aber nicht nur dort, denn vor allem in den baltischen Staaten Estland und Litauen sowie in Malta und Portugal wurde im Monatsvergleich deutlich weniger produziert. Die von den Agenturen vorab befragten Volkswirte wurden damit auf dem völlig falschen Fuß erwischt.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten nämlich mit einem Plus von 0,1% gerechnet. Besonders pikant und auffällig ist ferner, dass es insbesondere bei Investitionsgütern,  also bei Maschinen und Anlagen, die als enorm wichtiger Gradmesser für die Konjunktur gelten, einen scharfen Rückgang von 3,6% gab. Das ist schon mehr als nur beachtlich.

Ja, liebe Leser, Reuters berichtet weiter, dass die jüngsten Konjunkturdaten aus Europa allesamt relativ ernüchternd ausfielen. Wie in deutschen Landen laufen die Geschäfte der Einzelhändler alles andere als berauschend. Aus einer Umfrage des Instituts IHS Markit geht weiter hervor, dass die Wirtschaft im europäischen Währungsraum zudem im März weiter an Schwung verloren habe.

Unter dem Strich ist es also mit dem oftmals propagierten Super-Boom in Europa nicht mehr weit her. Im Gegenteil, kaum jemand, ja fast niemand mag schon jetzt von der kommenden Krise, ja Rezession reden. Möglicherweise sind wir dieser schon viel näher, als es die meisten vermuten. Sorgen wir also vor und lassen uns bloß nicht wie die Ökonomen grob auf dem falschen Fuß erwischen…

Immobilienblase: Immobilienkäufe steigen 2017 erneut um 9 Prozent an

Die Blase am deutschen Immobilienmarkt bläht sich immer weiter auf. Das zeigen auch aktuelle Daten zum Verkaufsvolumen. Nach Angaben des Arbeitskreises der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte wechselten letztes Jahr in Deutschland Immobilien im Wert von 250 Milliarden Euro den Besitzer.

Das waren ganze 9 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Das Angebot sei knapp und angesichts von Niedrigzinsen setzten Anleger immer mehr auf Immobilien als gewinnbringende Anlage. Sorgen vor einem Kollaps seien jedoch nach Ansicht der Gutachter unbegründet.

Das sehe ich allerdings völlig anders: Wenn die Preise für Immobilien immer weiter nach oben gehen und damit auch die Umsätze ständig zunehmen, dann handelt es sich um eine Blase. Diese erkennt man meiner Ansicht nach am besten daran, wenn ein Anlageobjekt schneller im Preis steigt als die reale Wirtschaft und vor allem die Löhne wachsen.

Denn wenn die verfügbaren Netto-Löhne stagnieren, aber die Immobilienpreise explodieren, führt das zwangsläufig dazu, dass sich immer weniger Menschen ein Wohnobjekt leisten können. Solch eine Entwicklung kollabiert zwangsläufig früher oder später.

In der nächsten Finanzkrise sind Immobilienbesitzer besonders betroffen

Wenn es zu einer neuen Finanzkrise kommt, werden Immobilieneigentümer mit die größten Verlierer sein. Das war nicht nur in der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre, der Argentinienkrise im Jahr 2001 und der Finanzkrise 2008 so, sondern es wird auch in Zukunft der Fall sein. Denn wenn in einer Krise die Arbeitslosigkeit steigt, dann können immer weniger verschuldete Immobilienbesitzer ihre Kredite tilgen und es kommt zu Zwangsversteigerungen.

Durch das auf diese Weise steigende Angebot werden die Preise immer weiter nach unten gedrückt. Die jetzt weltweit erneut massiv gestiegenen Immobilienpreise zeigen nur, wie angespannt die Lage schon wieder ist.

Sie sehen: Immobilien sind alles andere als eine Krisenvorsorge. Vielmehr gehört diese Anlageform in den meisten Krisen zu den größten Verlierern. Zudem sollten Sie auch heute nie dort investieren, wo sich die Masse der Anleger tummelt und sich deshalb eine Blase bildet.

Für Sie ist es weit besser, dass Sie – abgesehen vom Eigenheim – die Finger von dieser Spekulation lassen und sich lieber mit mobilen und liquiden Werten wie Fremdwährungen und Edelmetallen eindecken. Das bietet Ihnen vor allem die in der Krise so wichtige Flexibilität  -denn mit Immobilien sind Sie gerade nicht flexibel.

Deutsche Konjunktur – Serie negativer Überraschungen hält an

Allem Anschein nach geht der deutschen Wirtschaft etwas die Luft aus. Von einem Super-Boom kann wahrlich nicht mehr die Rede sein. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein.

Fakt ist nämlich, dass auch in der Woche nach dem Osterfest negative konjunkturelle Überraschungen ganz oben auf der Agenda standen. Das ist schon beachtlich, zumal in der massenmedialen Berichterstattung immer noch von der vermeintlich ach so robusten Verfassung der deutschen Wirtschaft die Rede ist. Also, schauen wir uns das Ganze etwas genauer an.

Fehlstart für die Industrie ins Jahr 2018

Zum einen meldete das statistische Bundesamt, dass die deutsche Industrie auch im Februar 2018 nur einen relativ schwachen Auftragseingang verbuchen konnte. Vielleicht können Sie sich ja noch daran erinnern, dass schon im Januar der Ordereingang mau ausfiel. Im Januar war der Auftragseingang um 3,5 Prozent gesunken und damit so stark wie seit einem Jahr nicht mehr.

Im Februar konnte sich der Ordereingang kaum vom kräftigen Minus im Januar erholen. Im Monatsvergleich habe es nur einen Zuwachs um 0,3 Prozent gegeben. Damit wurden die hohen Konsenserwartungen massiv verfehlt. Die diversen Experten hatten ja im Konsens ein Auftragsplus von 1,5 Prozent erwartet.

Rückläufige Produktion

Kein Wunder also, dass die deutschen Unternehmen ihre Produktion im Februar so stark wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr gedrosselt haben. Industrie, Bau und Versorger stellten nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums zusammen 1,6 Prozent weniger als im Januar her.

Das größte Minus seit August 2015 kam für fast alle Beobachter dennoch überraschend; von der Agentur Reuters befragte Ökonomen hatten ein Produktionswachstum von 0,3 Prozent erwartet. Konkret nahm die Industrieproduktion im Februar um zwei Prozent ab. Die Baubranche meldete ein Minus von 2,2 Prozent.

Ja, liebe Leser, abschließend sei erwähnt, dass die deutschen Einzelhändler im Februar nun schon den dritten Monat in Folge weniger umsetzen konnten. Fakt ist laut statistischem Bundesamt, dass die Umsätze im Februar im Vergleich zum Vormonat preisbereinigt um 0,7 Prozent fielen.

Im Vorfeld hatten von Reuters befragte Volkswirte mit einem Plus von 0,6 Prozent gerechnet. Interessantes Detail ist hier, dass selbst der Internet- und Versandhandel nur ein Plus von 0,5 Prozent vermelden konnte. Anscheinend wachsen auch in diesem Segment – wie in der gesamten Volkswirtschaft – die Bäume nicht in den Himmel….

Eurokrise – Bankenrettung erhöht italienisches Haushaltsdefizit

Die Eurokrise, besser gesagt die Schuldenkrise in Europa, ist derzeit ja überhaupt nicht mehr auf der Agenda der Massenmedien. Darauf habe ich ja schon gestern hingewiesen. Ferner fällt auf, dass selbst das große Krisenland im Süden des Kontinents, Italien, nicht mehr wirklich im Fokus der Berichterstattung steht. Ab und an wird derzeit noch über die extrem schwierige politische Konstellation nach den jüngsten Parlamentswahlen berichtet.

Naja, hier könnte es ja zu einer möglichen Koalition zwischen der eher rechts ausgerichteten Lega mit der europakritischen Fünf-Sterne-Bewegung kommen. Sollte es zu einem solchen Bündnis kommen, wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Eurokrise wieder „aktuell“. Alles zu seiner Zeit eben.

Hohes Haushaltsdefizit durch Bankenrettung ausgeweitet

Wie auch immer, nach Ostern war nur als kleine Randnotiz zu lesen, dass es um die Staatsfinanzen Italiens weiter nicht wirklich gutsteht. Das Statistikamt Italiens, Istat, teilte jedenfalls mit, dass das Haushaltsdefizit des italienischen Staats im Jahr 2017 deutlich höher als bisher verkündet ausfiel. Kurzum, das Haushaltsdefizit wurde von 1,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) auf 2,3 Prozent nach oben revidiert. Hintergrund ist insofern, dass die Kosten für die Rettung diverser Krisenbanken bei der ersten Veröffentlichung nicht berücksichtigt wurden. Anders ausgedrückt, das Defizit fiel damit um fast fünf Milliarden Euro höher aus.

Die Bankenkrise ist in Italien ja nach wie vor ungelöst. Hunderte Milliarden Euro an faulen Krediten schlummern in den Bilanzen der Geldhäuser. Und im letzten Jahr musste der italienische Staat ja massiv mit Stützungsgeldern eingreifen, um den kompletten Untergang einiger Banken in letzter Sekunde abzumildern.

In dem Kontext sei darauf hingewiesen, dass allein in der Region Venetien zwei Banken mit italienischem Staatsgeld gestützt werden mussten. Und dann war ja da auch noch die älteste Bank der Welt, Monte Paschi di Siena, die vom italienischen Staat gerettet wurde. Das Bankhaus aus der Toskana ist immerhin das drittgrößte Kreditinstitut des Landes. Und nun ist eben der italienische Staat Großaktionär des Geldhauses.

Italiens Schulden steigen weiter massiv an

Ja, liebe Leser, unter dem Strich wurde dadurch der ohnehin schon gewaltige Staatsschuldenberg der Italiener nicht kleiner. Im Gegenteil. Mittlerweile sprechen wir hier über eine offen ausgewiesene Verschuldung des Landes in Höhe von sage und schreibe 131,8 Prozent des BIP. Gigantisch hoch, aber wahr. Ein Schelm, wer nun denkt, dass nur die Geldpolitik des Italieners an der Spitze der Euro-Notenbank EZB, Mario Draghi, den italienischen Staatsbankrott abwenden konnte. Zumindest bisher. Wie schon gesagt, die Krise ist nach wie vor nicht gelöst, geschweige denn beendet.

Europa ohne Euro – die Folgen wären heftig

Die Euro-Krise spielt an den Finanzmärkten keine Rolle mehr. Damit ist sie auch gelöst? Dem ist nicht so. Unter der Oberfläche brodelt es weiter. Daher ist die Frage nach einem Europa ohne Euro eine legitime Frage. Genau mit dieser Frage haben sich schon vor einiger Zeit die Experten der Bank of Amerika beschäftigt.

Grundsätzlich ist dieses Szenario etwas aus dem Fokus der meisten Experten gerückt. Andere Themen haben zuletzt die Schlagzeilen erobert. Doch eins muss Ihnen als Investor mitten in Europa klar sein: Der Euro als Gemeinschaftswährung wird nicht auf ewig fortbestehen. Dafür sind die Unterschiede innerhalb des Währungssystems einfach zu groß.

Unter dem Dach des Euro werden hier einige Länder zusammengefasst, die ökonomisch kaum etwas miteinander gemeinsam haben. Genau das prangere ich schon seit etlichen Jahren an, daher ist die Studie der Bank of America mit dem Titel „The day after the Euro“ auch so spannend. Die zentrale Frage der Studie beschäftigt sich damit, wie sich nationale Nachfolgewährungen nach dem Ende des Euro entwickeln würden.

Deutschlands Währung würde massiv aufwerten…

Was schon jetzt klar ist: In Europa würde es zu massiven Währungsverschiebungen kommen. Einige Währungen würden aufwerten. Die Masse der Währung würde jedoch im Verhältnis zum aktuellen Euro-Kurs abwerten. Wie kaum anders zu erwarten, liegt Deutschland in der Rangliste der Länder mit Aufwertungen vorne. Hier erhalten die Experten der Bank of America eine Aufwertung von bis zu 15 % für möglich. Auch in Irland wäre eine Aufwertung um rund 2,5% möglich.

Sehr spannend ist jedoch der Blick auf die zu erwartenden Abwertungen in Europa. Die würden in Italien mit 3 % oder in Portugal mit einem Prozent sogar noch sehr moderat ausfallen. Sehr viel größeres Abwärtspotenzial sehen die Experten der Bank of America beispielsweise in Frankreich mit einem Minus von 5 %. Das größte Abwärtspotenzial erwarten Experten in Griechenland und Spanien mit mindestens 7,5 %.

… kurzzeitig sind 30% Aufwertung möglich

Auch das hört sich noch nicht wirklich dramatisch an. Doch eins müssen Sie bedenken: Direkt nach einer Währungsumstellung kann es auch zu kurzzeitigen Übertreibungen an den Märkten kommen. Daher hält die Bank of America eine kurzfristige Aufwertung der neuen deutschen Währung von bis zu 30 % direkt nach der Umstellung für möglich. Das hätte ohne Frage massive Auswirkungen auf die deutsche Konjunktur.

Nun basiert diese Studie auf einem Szenario für die Eurozone. Vielen Experten mag dieses Szenario aktuell komplett unwahrscheinlich erscheinen. Aber immer dann, wenn die meisten Experten etwas für besonders unwahrscheinlich halten, ist die Gefahr auch groß, dass davon die Masse der Investoren negativ überrascht wird. Insofern sollten Sie sich weiterhin aktiv absichern, denn die Gefahr einer Euro-Krise ist auf jeden Fall noch nicht vom Tisch.

Crash-Gefahr: IfW-Institut warnt vor heftigem Abschwung

An den Börsen ist in diesen Tagen wieder viel los. Die Kurse schwanken deutlich. Nach den deutlichen Verlusten bis zum Mittwoch, ging es dann wieder klar nach oben. Für mich ist das ein deutliches Zeichen für die immer weiter anwachsende Verunsicherung der Anleger an den Börsen.

Dabei ist aber auch klar: Selbst das jetzt schon deutlich gesunkene Kursniveau ist noch immer viel zu hoch. Die wirtschaftliche Realität sieht schon anders aus – und wird sich schon bald noch weiter verschlechtern. Das zeigen auch immer mehr Prognosen wichtiger Wirtschaftsforscher.

So hat jetzt das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) vor einem heftigen Abschwung der Wirtschaft in Deutschland gewarnt. Grund dafür ist, dass das Wirtschaftswachstum in den letzten Jahren höher war als der Zuwachs an Arbeitskräften, dem Kapitalstock und der Produktivität.

Damit sei das wirtschaftliche Gleichgewicht trotz boomender Wirtschaft gestört und mit der steigenden Überauslastung der Wirtschaft steige die Fallhöhe und die Wahrscheinlichkeit für einen heftigen Abschwung.

Aktueller Boom nur künstlich angetrieben

Das sehe ich ähnlich: Der aktuelle Boom ist nur künstlich getrieben und je mehr die Wirtschaft jetzt wächst, umso heftiger wird der folgende Crash werden. Dazu kommt, dass der Großteil des Zuwachses in den letzten Jahren nur durch einen immer größeren Exportüberschuss zustande kam.

Mit über sieben Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) und über 250 Milliarden Euro jährlich haben wir heute bereits bei Weitem den größten Exportüberschuss weltweit. Selbst der Exportriese China kommt gerade einmal auf nur 2 Prozent Exportüberschuss zum BIP. Damit verbunden ist ein gewaltiges Rückschlagspotenzial, das aus der immer größeren Abhängigkeit von der Weltkonjunktur resultiert. Ein kleiner Einbruch bei der Weltkonjunktur wird gewaltige Folgen für die deutsche Wirtschaft haben.

Dazu kommt die Gefahr von Handelskriegen, wie sich diese bei dem Streit mit den USA schon andeuten, die wegen der extremen Exportabhängigkeit auch, wenn nicht sogar in erster Linie Deutschland treffen werden.

Der „Boom“ der letzten Jahre nähert sich immer mehr seinem Ende. Deshalb ist es für Sie auch wichtig, sich dagegen zu wappnen und vor allem bei der Geldanlage auf Sicherheit zu setzen. Das tun Sie, indem Sie sich aktiv absichern.

Eurokrise – Neues aus dem Krisenland Griechenland

Wenn derzeit in den deutschen Medien etwas über Griechenland geschrieben wird, dann geht es um den Boom im Tourismus. Tenor ist, dass Griechenland auch 2018 eine bei den Deutschen sehr beliebte Reisedestination bleibt. Dem ist auch tatsächlich so.

Mehr Gäste – weniger Einnahmen

Jüngst wurden ja die Januar-Zahlen veröffentlicht. Und aus denen geht klar hervor, dass insbesondere deutsche Gäste für einen Boom sorgten. Im Januar wurden gut 62.000 deutsche Gäste in Griechenland gezählt. Das ist gegenüber dem Vorjahresmonat ein stattliches Plus von 22 Prozent.

Insgesamt stieg die Zahl der internationalen Gäste in Griechenland im Januar um ein Sechstel auf gut 600.000. Nichtsdestotrotz zeigen sich die Griechen trotz des kräftigen Anstiegs alles andere als zufrieden. Denn es wurde gleichzeitig bekannt, dass die Einnahmen aus dem Tourismusgeschäft im Januar 2018 im Vergleich zum Januar 2017 deutlich rückläufig waren. Und zwar trotz des gewaltigen Anstiegs der Gästezahl!

Konkret beliefen sich die touristischen Einnahmen im Januar dieses Jahrs auf 153,1 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr waren es noch 157,8 Millionen Euro, die vereinnahmt werden konnten. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Reisenden fielen auf ein neues Rekordtief von 252 Euro. Im Januar 2017 gab jeder Reisende im Schnitt noch 301,2 Euro aus.

Das ist wahrlich ein gewaltiger Absturz. Setzt sich der Trend in den kommenden Monaten fort, würde das für das krisengeplagte Land bedeuten, dass zwar mehr Gäste kommen. Aber unter dem Strich bleibt rein monetär betrachtet nicht mehr übrig. Im Gegenteil, der Tourismustopf würde per Saldo sogar schrumpfen.

Generation 200 Euro im Fokus

Das würde bedeuten, dass es in der für das Krisenland eminent wichtigen Tourismusbranche weniger als im Vorjahr zu verteilen gibt. Das ist umso bitterer, da insbesondere die Beschäftigten in den letzten Krisenjahren harte Lohneinbußen hinnehmen mussten. Zunächst wurde in Griechenland ja von der „Generation 300 Euro“ gesprochen.

Damit war gemeint, dass allen voran junge Arbeitnehmer trotz Vollzeitbeschäftigung unter dem Strich mit einem monatlichen Hungerlohn von 300 Euro auskommen mussten. Jetzt, im Frühjahr des Jahres 2018, ist schon von der neuen „Generation 200 Euro“ die Rede.

Ja, liebe Leser, von einem Ende der deflationären Depression in Griechenland kann keine Rede sein. Trotz der boomenden Gästezahlen. Bleibt am Ende nur zu hoffen, dass sich im Jahresverlauf die Touristen etwas spendabler zeigen und zumindest Pro-Kopf in etwa so viel wie im Vorjahr ausgeben werden….