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US-Aktienmarkt ist nach wie vor fundamental überbewertet

In den ersten Wochen des Jahres 2019 ging es am US-Aktienmarkt wieder steil nach oben. Der marktbreite S&P 500 konnte fast elf Prozent zulegen. Mittlerweile schickt sich der Index an, in den Bereich um 2.800 Punkte vorzudringen. Spätestens auf diesem Niveau werden sich die Bullen extrem schwer tun, den Index noch weiter nach oben zu hieven. Fakt ist, dass in dieser Zone starke charttechnische Widerstände lauern. Zum anderen dürften spätestens dann die fundamentalen Bären mit ihren gewichtigen Argumenten aus dem Winterschlaf erwachen.

Historisch hohe Bewertung

Angesichts der nach wie vor exorbitant hohen Bewertung kann die aktuelle Rallye wahrlich als wilder „Ritt auf der Rasierklinge“ bezeichnet werden. An der Stelle wollen wir uns nur ein paar einschlägige historische Bewertungskennziffern ansehen. In diesen zinsarmen Zeiten wird von den Bullen ja immer wieder das Argument in den Raum gestellt, dass die Dividenden der „neue Zins“ seien und folglich es keine Alternative zur Aktienanlage gibt.

Nicht erwähnt wird indes, dass gerade auch die Dividendenrendite mit Blick auf den S&P 500 ebenfalls historisch niedrig ist. Aktuell liegt selbige bei gut 1,9 Prozent. Im langfristigen historischen Schnitt lag die Dividendenrendite aber im Bereich um 4,3 Prozent. Und in dem Kontext sei nur am Rande darauf hingewiesen, dass die Rendite von US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von einem Jahr aktuell bei gut 2,5 Prozent liegt. Warum sollten sich Investoren also auch gerade in Relation zu den US-Anleiherenditen das ungleich höhere Aktienrisiko antun?

Hinzu kommt, dass der US-Markt selbst mit Blick auf das „normale“ Kurs-Gewinn-Verhältnis alles andere als ein Schnäppchen ist. Aktuell liegen wir hier bei einem Wert von über 21. Der langfristige historische Durchschnittswert liegt bei gut 15. An der Stelle sparen wir uns den Hinweis, dass die Überbewertung beim Shiller-KGV noch substanziell höher ausfällt.

Ja, liebe Leser, das Chance-Risiko-Verhältnis spricht wahrlich nicht für ein Engagement am breiten US-Aktienmarkt. Im Gegenteil, das aktuelle Niveau kann sehr wohl dazu genutzt werden, Bestände abzubauen. Risikobewußtere Investoren können im Bereich um 2.800 zumindest darüber nachdenken, Short-Positionen auf- bzw. auszubauen. Last but not least sei kurz und knapp angemerkt, dass sich der deutsche Markt von einer Baisse an der Wall Street nicht abkoppeln kann. Nach wie vor gilt das alte „bonmot“: „Wenn die Wall Street hustet, bekommt der Dax eine Erkältung.“

Wachsende Sorgen vor globaler Konjunkturschwäche

Die Sorgen vor einer globalen Konjunkturschwäche geht in diesen Februar-Tagen des Jahres 2019 um. Reuters meldete jüngst, dass eine für das Heer der Ökonomen völlig überraschende Flaute im US-Einzelhandel nun selbst führende Notenbanker besorgt.

US-Einzelhändler beklagen Umsatzeinbußen

Fakt ist, dass die Einzelhändler in den USA im Dezember die größten Umsatzeinbußen seit mehr als neun Jahren erlitten hatten. Die Umsätze gingen dem US-Handelsministerium zufolge gegenüber dem Vormonat um 1,2 Prozent zurück. Besonders stark schränkten die Konsumenten ihre Ausgaben in Restaurants und für Bekleidung und Möbel ein.

Herr Basse, Volkswirt bei der NordLB sprach mit Blick auf den US-Einzelhandel von einer negativen Überraschung. Auffällig war, dass angesichts der deutlich schlechter als erwartet ausgefallenen Daten sich auch führende Notenbanker öffentlich kommentierend zu Wort meldeten. Das kommt in der Tat nicht wirklich oft vor. Frau Brainard, Direktorin der US-Notenbank, sprach im Hinblick auf die enttäuschenden Daten von einem Schlag ins Wasser. Weiter führte sie aus, dass dies ein Beleg dafür sei, dass sich die Risiken für die Konjunktur verstärkten.

Angst vor Deflation in China

Aber nicht nur aus den USA kamen enttäuschende Daten. Selbst aus dem Riesenreich der Mitte kommen aktuell ja anhaltend schlechte Nachrichten. Reuters schrieb sogar, dass mittlerweile die Angst vor einer Deflation in China umgehen würde. Das ist mehr als nur beachtlich. Hintergrund sei, dass die Erzeugerpreise in China zum Jahresauftakt so gering wie seit dem September 2016 nicht mehr gestiegen seien. Die amtliche Statistikbehörde des Reichs der Mitte teilte mit, dass die Erzeugerpreise im Vergleich zum Vorjahr um spärliche 0,1 Prozent gestiegen seien. Im Vorfeld von der Agentur Reuters befragte Volkswirte hatten mit einer deutlich höheren Steigerung gerechnet.

Hinzu kommt, dass es auch bei den Verbraucherpreisen zu einem deutlich geringer als erwarteten Anstieg kam. Ein Plus von nur noch offiziell ausgewiesenen 1,7 Prozent ist speziell für chinesische Verhältnisse äußerst mager. Sehr schön zu sehen ist nun eben, dass die Bremsspuren in der chinesischen Wirtschaft langsam aber sicher auch in der Preisentwicklung ankommen.

Ja, liebe Leser, selbst die eigentlich notorisch-optimistische Deutsche Industrie warnt nun vor den großen Gefahren für die globale Konjunktur. Das Risiko einer weltweiten Rezession sei deutlich gestiegen – das war die Aussage von Herrn Lang, seinerseits Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Aktuell würde eine “gravierende Fehlentscheidung” bereits ausreichen. Müßig zu erwähnen, dass es extrem unwahrscheinlich ist, dass die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft keinen Fehler mehr machen werden. Seien wir also auf der Hut!

Überhöhte Steuern: Finanzminister will Spitzensteuersatz anheben

Wie Bundesfinanzminister Olaf Scholz in einem Interview erklärte, denkt er darüber nach, den Spitzensteuersatz in Deutschland um drei Prozentpunkte auf 45 Prozent anzuheben. Er fände das nur gerecht, wenn hohe Einkommen mehr besteuert würden. Zudem wäre der Spitzensteuersatz zu Zeiten von Bundeskanzler Helmut Kohl schon einmal bei 56 Prozent gewesen.

Doch die Realität sieht heute anders aus: Was sich zunächst anhört, als ginge es nur darum, die „Reichen“ mehr zu besteuern, betrifft letztlich alle steuerpflichtigen Einkommensbezieher. Jede Erhöhung des Spitzensteuersatzes wirkt sich auf die komplette Steuerprogression aus und belastet letztlich die Steuerzahler insgesamt, weil die komplette Progressionstabelle für alle Steuerklassen ungünstiger wird.

Dazu kommt, dass heute bereits ein nur wenig über dem Durchschnittsverdienst liegendes Einkommen ausreicht, um in die Nähe der Grenze zum Spitzensteuersatz zu kommen. Im Jahr 1960 betrug der Durchschnittslohn nur 5,5 Prozent des Spitzensteuersatzes. Im Jahr 1980 waren es etwa 22 Prozent und 2016 bereits 62 Prozent. Das heißt, dass sich der Durchschnittslohn immer mehr der Grenze zum Spitzensteuersatz nähert. Heute reicht es bereits aus, das 1,5-fache des Durchschnittslohns zu verdienen, um voll als vermeintlich „Reicher“ besteuert zu werden.

Das bedeutet auch, dass die 56 Prozent Spitzensteuersatz vor über 20 Jahren für den Durchschnittsverdiener eine erheblich geringere Belastung waren, als die 42 Prozent heute. Es geht hier also nicht um „Reiche“ und „hohe Einkommen“, sondern um die noch stärkere Besteuerung des Mittelstands. Dabei ist Deutschland nach einer OECD-Untersuchung heute schon – nach Belgien – das Industrieland mit den höchsten Steuern und Abgaben weltweit.

Speziell in der nächsten Finanzkrise drohen uns massive Steuererhöhungen

Solche Gedankenspiele über Steuererhöhungen in der Politik bestätigt meine Befürchtung, dass uns erst recht in einer neuen Finanzkrise massiv steigende Steuern drohen. Anders als mit der immer stärkeren Belastung der Steuerbürger kann der Staat seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen, die in einer Krise für eine sehr wahrscheinlich notwendig werdende Eurorettung und die Finanzierung der möglicherweise völlig aus dem Ruder laufenden Ausgaben für den Sozialstaat entstehen.

Deshalb geht es heute nicht mehr nur darum, Ihr Vermögen vor einer Krise zu retten, sondern auch dieses gegen den Zugriff eines immer begehrlicher werdenden Staates abzusichern. Wenn Sie Fremdwährungen teilweise als Bargeld halten und Edelmetalle anonym kaufen, dann unterliegen diese Vermögensteile keiner staatlichen Kontrollmöglichkeit. Folglich können diese Kapitalanlagen auch in einer Krise nicht besteuert werden. Dazu gehört auch ein Bargeldvorrat in Euro, mit dem Sie für mindestens zwei Monate die Ausgaben zur Finanzierung Ihres Lebensstandards bestreiten können.

Vor allem sollten Sie außer dem Eigenheim auf Immobilieninvestments verzichten. Nichts ist besser für den Staat belastbar als Immobilien, die im Grundbuch stehen und jederzeit mit Sonderabgaben und Zwangshypotheken belastet werden können.

Schwacher Jahresauftakt für die deutsche Wirtschaft

In diesen Februar-Tagen des Jahres 2019 wird immer offensichtlicher, dass nach dem jahrelangen Schein-Boom der deutschen Wirtschaft ein scharfer Abschwung wohl schon begonnen hat. Jüngst wurde ja der Einkaufsmanagerindex für die deutsche Industrie veröffentlicht.

Und einmal mehr ist die Stimmung unter den 500 Chefeinkäufern der Industriefirmen drastisch schlechter geworden. Reuters meldet, dass es zum ersten Mal seit mehr als vier Jahren zu einem Fall unter die berühmt-berüchtigte Marke von 50 gekommen sei. Der Einkaufsmanagerindex des Markit-Instituts fiel im Januar um 1,8 auf 49,5 Punkte. Damit liegt der Index unter der Marke von 50 Zählern, ab der Wachstum signalisiert wird.

Neubestellungen stark rückläufig

Besonders dramatisch sei die Lage bei neuen Aufträgen. Die Neuaufträge seien so stark wie seit mehr als sechs Jahren nicht mehr gefallen. In der vergangenen Woche meldete ja schon das Statistische Bundesamt eine dramatische Verschlechterung bei den Neubestellungen im verarbeitenden Gewerbe. Im Dezember gingen die Aufträge gegenüber dem Vorjahresmonat um sieben Prozent zurück. Im Vergleich zum November sank der Auftragseingang im Dezember abermals um 1,6 Prozent.

Sehr spannend ist auch, welche konkreten Ursachen das Markit-Institut aufführt. Die Unsicherheit bei den Kunden der deutschen Unternehmen, Handelskonflikte sowie die schwächelnde Automobilindustrie seien nach wie vor die Hauptgründe, die nicht nur die Nachfrage bremsten, sondern auch die Geschäftsaussichten trübten. Apropos schwächelnde Autoindustrie; diese Schlüsselindustrie steht ja schon seit geraumer Zeit unter massivem Druck. Langsam aber sicher schlägt das auch auf die Produktion in deutschen Landen durch. Jüngst meldete der VDA (Verband der Automobilindustrie) erschreckend schlechte Zahlen.

Demnach haben die deutschen Pkw-Hersteller zum Jahresauftakt, sprich im Januar 2019, nur noch 367.300 Neufahrzeuge gefertigt. Das entspricht einem gewaltigen Minus von sage und schreibe 19 Prozent. Ähnlich desaströs sah es im Exportgeschäft aus. Im Januar wurden nur 285.800 Autos ausgeführt. Der Rückgang gegenüber dem Januar 2018 lag hier bei gewaltigen 20 Prozent. Damit setzt sich also im neuen Jahr der scharfe Einbruch des vierten Quartals 2018 fort. Schon im Schluss-Quartal des vergangenen Jahres lag der Rückgang der PKW-Produktion bei 13,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Im gesamten Jahr 2018 wurden in Deutschland fast zehn Prozent weniger Autos produziert.

Ja, liebe Leser, der Abschwung der deutschen Wirtschaft ist real und insbesondere bei den Autobauern angekommen. Und der Abschwung wird mit einer gewissen Verzögerung auch am deutschen Arbeitsmarkt ankommen. Es ist nur eine Frage der Zeit, ehe keine Jubelmeldungen mehr über die Beschäftigungslage in Deutschland kommen werden. Wenn die deutsche Schlüsselindustrie, die Auto-Industrie hustet, kommt der grippale Infekt früher oder später auch in fast allen anderen Branchen an. Alles nur eine Frage der Zeit.

Der Fall Wirecard zeigt Ihnen wie gefährlich bestimmte Aktien sind

Schon im vergangenen Jahr sorgte die Aktie des Zahlungsdienstleisters Wirecard mit Sitz in Aschheim bei München für Furore. Bei dem Papier ging es ja schon seit Jahren steil nach oben. An dieser „reinrassigen Wachstumsstory“ kamen auch die Verantwortlichen der Deutschen Börse nicht vorbei; letztendlich stieg die Aktie in den deutschen Leitindex DAX auf.

Fakt war ja, dass die Marktkapitalisierung von Wirecard in der Spitze höher lag als bei der Aktie des größten Bankhauses der Republik, der Deutschen Bank. Noch im September 2018 notierte das Papier bei fast 200 Euro. Damals herrschte pure Euphorie. Aus dem Umfeld des Unternehmens war von anhaltend starkem Wachstum die Rede. Der Vorstandschef, Herr Braun, sprach davon, den Börsenwert von Wirecard auf sage und schreibe 100 Milliarden Euro in den kommenden Jahren zu steigern. Das wäre dann – angenommen die Zahl der Aktien bleibt unverändert – ein Kurs von um die 810 Euro.

Kurssturz sorgt für Aufsehen

Wenige Monate später, im Februar 2019, sieht die Welt gänzlich anders aus. Beinahe täglich sorgt die Aktie für Negativ-Schlagzeilen. Einige Artikel der Financial Times über einen angeblichen Bilanzskandal der Tochter in Singapur reichten aus, um den Höhenflug der Aktie jäh zu beenden. Ende Januar stand der Kurs der Wirecard-Aktie noch bei gut 170 Euro in der Spitze. So rasant und fulminant wie der vorherige Höhenflug des Papiers, so dramatisch auch der Absturz. Binnen weniger Handelstage halbierte sich die Aktie fast.

Wohl gemerkt, es handelt sich nicht um einen kleinen Nebenwert, sondern um eine Aktie, die im deutschen Leitindex enthalten ist. In der Spitze gingen mehr als 14 Milliarden Euro an Börsenwert verloren. Besonders extrem waren die Tagesschwankungen; binnen weniger Minuten schwankte die Aktie mitunter prozentual zweistellig. In der Spitze ging es innerhalb eines Handelstages bisweilen fast 30 Prozent nach unten, ohne dass es eine Gewinnwarnung des Unternehmens gab. Die negative Berichterstattung der Financial Times reichte insofern aus. Weiter fiel auf, dass der Börsenbetreiber trotz dieser Kapriolen die Aktie nicht vom Handel aussetzte, um die „Gemüter“ zumindest etwas abzukühlen.

Auch DAX-Werte nicht vor Absturz sicher

Ja, liebe Leser, selbst angeblich reinrassige Wachstumswerte der ersten deutschen Börsenliga sind vor Turbulenzen nicht gefeit. Angesichts solcher Kursextreme ist es verständlich, dass seriöse Investoren dem Markt, der eher einem unregulierten Casino gleicht, fernbleiben. Leider ist die Wirecard-Aktie selbst nach dem jähen Ende des Höhenflugs bewertungstechnisch immer noch kein Super-Schnäppchen. Ein 2019er-Kurs-Gewinn-Verhältnis von 24 ist nicht wirklich extrem günstig.

Sollte am Ende an den Vorwürfen der Financial Times doch „etwas dran“ sein, wäre es sehr unwahrscheinlich, dass der Markt der Aktie weiter eine derart hohe Bewertung zugesteht. Wie auch immer, seriöse Investoren schauen dem wilden Treiben ohnehin nur von der Seitenlinie aus zu.

Weltwirtschaft: Stimmung so schlecht wie seit 7 Jahren nicht mehr

Die Zeit des übergroßen Optimismus ist vorbei. Die Höhe der Börsenkurse spiegeln schon jetzt nicht mehr die reale Lage wider. Doch in der nächsten Zeit sind deutliche Korrekturen gut möglich. Das liegt an der weiteren Verschlechterung der realen Lage.

So trüben sich die Aussichten für die Weltwirtschaft immer weiter ein. Ganz aktuell ist das am ifo-Barometer abzulesen, das heute veröffentlicht worden ist. Dies ist eine wichtige Umfrage zur aktuellen Bewertung der Lage und der Aussichten. Dazu befragt das Münchener Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) einmal pro Quartal kann 1.300 Experten aus immerhin 122 Ländern.

An dieser breiten Datenbasis erkenn Sie schon, wie aussagekräftig dieses Stimmungsbarometer ist. Und die Signale der aktuelle Befragung sind dramatisch. Das ifo-Barometer ist dabei auf -13,1 Punkte eingebrochen nach zuvor schon schwachen -2,2 Punkten.

Ifo-Präsident Clemens Fuest bringt es auf den Punkt: „Die Weltkonjunktur schwächst sich zunehmend ab.“ Das ist schon eine längerfristige Entwicklung, denn aktuell ist das schon der vierte Rückgang in Folge bei diesem wichtigen Stimmungsbarometer. Dabei schätzen die befragten Experten nicht nur die aktuelle Lage schwächer ein sondern auch die Aussichten.

Stimmung bricht vor allem in den Industriestaaten ein – USA und EU massiv betroffen

Hier wird ein schwächere Wachstumm gleich für drei Bereiche erwartet. Im Einzelnen sind das der private Konsum, die Investitionen und auch der Welthandel. Besonders besorgniserregend ist die regionale Verteilung. Während die zuletzt unter Druck stehenden Schwellenländer eine Stabilisierung melden, stehen die wichtigen Industriestaaten besonders unter Druck. „Dabei stachen insbesondere die USA heraus mit einem Einbruch der Erwartungen und der Lagebeurteilung. Aber auf für die Europäische Union revidierten die Experten ihre Einschätzungen deutlich nach unten“, so Fuest weiter.

Damit bleibt es wirklich spannend, wie sich die globale Wirtschaftsentwicklung im laufenden Jahr darstellen wird. Schon jetzt ist klar, dass es wohl eine Abkühlung beim globalen Wirtschaftswachstum geben wird. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat zuletzt seine Jahresprognose schon nach unten korrigiert. Nach 3,7% zuletzt erwartet der IWF jetzt nur noch ein globales Wirtschaftswachstum von 3,5%. Für 2020 könnte es dann eine leichte Verbesserung auf 3,6% geben – doch das ist noch sehr weit weg.

Hier ist eine weitere Anpassung nach unten noch sehr gut möglich. Sie sehen einmal mehr: Es ziehen dunkle Wolken für die Weltwirtschaft am Horizont auf und wir als wichtiges EU-Land stecken da schon mittendrin.

Daimler – hier zeigt sich das ganze Drama der Automobilindustrie

In diesen Tagen läuft die Berichtssaison zum abgelaufenen Geschäftsjahr auf Hochtouren. Quer durch alle Branchen legen jetzt die großen Konzerne ihre Daten für 2018 vor. Ganz aktuell hat Daimler die aktuelle Bilanz vorgelegt. Wie nicht anders zu erwarten, ist der Gewinn deutlich zurückgegangen. Die wichtigste Kennziffer der Umsatzrendite sackte auf nur noch 6,8% ab. In der Praxis heißt das: Bei 100 Euro Umsatz bleiben unterm Strich nur 6,80 Euro Gewinn.

Hier strebt das Unternehmen eigentlich einen Wert zwischen 8 und 10 % an. Doch die vielen Krisen zuletzt und die vielen Herausforderungen haben hier schon ganz klar ihre Wirkung gezeigt. Ein ernüchterndes Resultat für die Aktionäre: Die Dividenden für 2018 wird um 40 Cents auf jetzt nur noch 3,25 Euro gekürzt. Die Börse reagiert zurückhaltend auf die Zahlen von Daimler und die Aktie steht mit einem Minus von mehr als 2% am Ende aller DAX-Werte. Die starke LKW-Sparte kann die deutlichen Rückgänge im PKW-Geschäft noch fast ausgleichen. Aber wie lange das noch so funktionieren wird, muss sich erst noch zeigen.

Wandel der Automobilindustrie und Job-Garantie passen nicht zusammen

Doch eine Sache ist doch unabhängig von den aktuellen Zahlen bei Daimler schon auffallend. Kaum eine Industrie steht vor einem so großen Wandel wie die Automobilindustrie. Ob innovative Verbrennungsmotoren oder Ausbau der Elektromobilität. Die Herausforderungen sind groß und tatsächlich auch für global agierende Konzerne wie Daimler schwer abzuschätzen.

Doch für die Beschäftigten in Deutschland wird dieser Wandel ohne Folgen bleiben. Schon seit Sommer 2017 besteht eine Jobgarantie für die deutschen Angestellten bis Ende 2029. Ja, Sie haben richtig gelesen: Die Gewerkschaften haben diesen Beschluss tatsächlich durchgesetzt.

Wenn ich nicht schon kritisch gegenüber den Zukunftsaussichten der Automobilindustrie eingestellt wäre, dann wäre das auf jeden Fall ein weiteres Argument dafür, in diese Branche und speziell bei Daimler nicht einzusteigen. Eine Job-Garantie für 10 Jahre ist heute nicht mehr vermittelbar. Nun gilt das nur für die deutschen Beschäftigten – doch damit legt sich Daimler selbst an die Kette und das kann die Ertragskraft in den kommenden Jahren massiv schädigen.

Ich bleibe dabei: Zyklische Aktie wie die Automobilwerte sind schlicht und einfach zu risikoreich. Heute ist überhaupt nicht abschätzbar, wie sich die Geschäftstätigkeit in den kommenden 10 Jahren entwickelt.

Deutscher Einzelhandel mit größtem Umsatzeinbruch seit mehr als elf Jahren

Nahezu täglich wird von „Experten“ immer noch auf die angeblich gute, ja robuste konjunkturelle Lage in Deutschland hingewiesen. Es wird nach wie vor die „hervorragende“ Lage am Arbeitsmarkt bejubelt. Ferner wird geschrieben, dass die Binnenkonjunktur, der Konsum die fundamental wichtige Stütze der deutschen Wirtschaft sei. Vermeintlich ist das zumindest die Hoffnung der Verantwortlichen in Berlin. Die harte Faktenlage kann mit der skizzierten Schönwetterlage allerdings kaum mehr mithalten.

Einzelhandel mit katastrophal schlechtem Dezember

Die Hoffnungen der deutschen Händler mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft waren jedenfalls groß. Die große Umsatzzielmarke von 100 Milliarden Euro für den November und Dezember 2018 konnte nicht erreicht werden. Am Ende blieben in den beiden Monaten „nur“ 98,7 Milliarden Euro in den Kassen der Händler hängen. Besonders im Dezember kam es zu einem regelrechten Einbruch.

Fakt ist nach vorläufigen Zahlen des statistischen Bundesamtes mit Sitz in Wiesbaden, dass die deutschen Einzelhändler im letzten Monat des Jahres 2018 die größten Umsatzeinbußen seit elfeinhalb Jahren hinnehmen mussten. Die Umsätze brachen gegenüber dem November um 4,8 Prozent weg.

Wie so oft in den vergangenen Monaten hatten die Ökonomen einen derart heftigen Rückgang nicht erwartet. Im Konsens wurde im Vorfeld mit einem Minus von lediglich 0,6 Prozent gerechnet. Höchst beachtlich auch, dass die Dezember-Umsätze gegenüber dem Vorjahr ebenfalls rückläufig waren. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes lag das preisbereinigte, reale Minus gegenüber dem Dezember 2017 bei 2,1 Prozent. Im Weihnachtsgeschäft in den Monaten November und Dezember 2018 zusammen war der Umsatz real um 0,2 % niedriger als im Vorjahr.

Blick auf die Details

Auffällig ist, dass die Geschäfte in fast allen Handelssegmenten relativ schlecht liefen. Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im Dezember 2018 preisbereinigt 1,5 Prozent weniger als vor einem Jahr um. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten preisbereinigt um 0,9 Prozent tiefer. Besonders drastisch fiel der Umsatzrückgang im Facheinzelhandel mit Lebensmitteln aus. Ein reales Minus von 5,6 Prozent spricht für sich. Und selbst beim „boomenden“ Internet- und Versandhandel fiel der Umsatz real um 0,6 Prozent.

Ja, liebe Leser, anscheinend ist die Binnennachfrage in deutschen Landen doch nicht so stark wie oftmals behauptet. Es wäre nicht überraschend, wenn die Schar der Ökonomen auch 2019 weiter von schwachen Zahlen negativ überrascht werden wird.

Krisenland Italien rutscht in Rezession ab

Im vergangenen Jahr 2018 sprachen die Verantwortlichen der Euro-Notenbank noch von einem robusten und nachhaltigen Aufschwung in Europa. Dieser sei breit angelegt und werde über Jahre hinweg anhalten. Das war der Tenor damals. Vergangene Woche veröffentlichten die Statistiker von Eurostat jedoch ernüchternde Wachstumszahlen.

Italien rutscht in Rezession ab

Alles in allem ist die Wirtschaft in der Eurozone im Schlussquartal 2018 nur noch marginal gewachsen. Unter dem Strich lag das Plus nur noch bei 0,2 Prozent. Seit mehr als vier Jahren hat es eine derartige konjunkturelle Delle nicht mehr gegeben. Deutschland dürfte nur hauchdünn nicht in eine technische Rezession gefallen sein.

Das große Krisenland im Süden, Italien, ist nun auch offiziell in die Rezession zurückgefallen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) verringerte sich laut dem italienischen Statistikamt Istat zwischen Oktober und Dezember 2018 zum Vorquartal um 0,2 Prozent. Das BIP war ja bereits im Sommerquartal rückläufig. Zwei Quartale in Folge ist nun die italienische Volkswirtschaft geschrumpft.

Fraglich ist, ob die neue Regierung in Rom, sprich die Koalition von Fünf-Sterne-Bewegung und Lega Nord, im Jahr 2019 das Ruder herumreißen kann. Das Wahlversprechen der beiden Koalitionspartner war ja, mittels Steuersenkungen und höheren Sozialausgaben die seit Jahren dahinsiechende Wirtschaft wieder flott zu machen. In dem Kontext legte sich die Regierung um den parteilosen Ministerpräsidenten Conte wegen höherer Haushaltsdefizite sogar mit der EU-Kommission in Brüssel an.

Ursachenforschung im Fokus

Höchst interessant ist jedenfalls, dass der gelernte Ökonom Conte laut Reuters externe Faktoren für die italienische Malaise verantwortlich machte. Der Abschwung in China und Deutschland habe den italienischen Exporten geschadet. Herr Conte erwähnte indes nicht, dass die Binnennachfrage in Italien selbst rückläufig war.

Wie auch immer, die Italiener stecken weiter in der Krise, ja Dauer-Malaise. Und ein Ende derselben ist ganz und gar nicht in Sicht. Im Gegenteil. Die Lage kann wahrlich als desolat bezeichnet werden. Fakt ist, dass die Industrieproduktion Italiens immer noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau von 2007 liegt. Erschwerend hinzu kommt, dass sich die Verschuldung des italienischen Staats gleichzeitig kontinuierlich verschlechtert hat.

Aktuell liegen wir bei gut 2,3 Billionen Euro bzw. fast 132 Prozent des BIP. Nur die Griechen sind in der Euro-Zone mit knapp 180 Prozent noch schlechter dran als die Italiener. Damit aber nicht genug. Nach wie vor ist die Lage der italienischen Banken extrem angespannt. Diese leiden ja nun schon seit vielen Jahren unter chronischer Ertragsschwäche; noch immer schlummern Hunderte Milliarden Euro an faulen Krediten in den Büchern.

Ja, liebe Leser, leider ist und bleibt auch die Arbeitslosigkeit, insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit in Italien exorbitant hoch. Das Land wird wohl bis auf weiteres in der Dauerkrise bleiben. Ausgang und Ende völlig ungewiss.

Guter Jahresstart an den Börsen ist eher ein Warnsignal

Eine Frage treibt viele Investoren um: Wann rappelt es mal wieder so richtig an den Märkten? Geht es nach den Optimisten, dann haben wir das gerade erst im Dezember 2018 gesehen und jetzt steht der nächste Aufschwung an den Börsen an.

Geht es aber eher nach den Realisten – zu denen ich mich auch zähle – dann war die Korrektur im Dezember erst der Anfang und uns steht der nächste große Crash noch bevor. Denn eins muss Ihnen klar sein: Was wir im Dezember 2018 gesehen haben, das war eine längt überfällige Korrektur – aber es war kein Crash.

Im Crash herrscht immer auch Panik. Das war im Dezember nicht der Fall. Tatsächlich wurde der Abwärtstrend in der ruhigen Zeit zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr auch dadurch verstärkt, dass sehr viele Investoren nicht aktiv waren und eingreifen konnten.

Optimismus ist schon wieder zu groß an den Börsen

Im Übrigen hat jetzt die schnelle Erholung im Januar gezeigt, dass viele Investoren schon wieder sehr optimistisch sind. Wenn der deutsche Aktienmarkt – gemessen am DAX – in nur vier Wochen um 7% zulegt, ist das schon ein gelungener Jahresstart. Doch genau davon dürfen Sie sich nicht täuschen lassen.

Schauen wir einfach ein Jahr zurück. Damals notierte der DAX auf dem Rekordstand von rund 13.500 Punkten. Die Euphorie der Investoren kannte keine Grenzen. Immer neue und viel zu hohe Ziele für den DAX wurden ausgegeben. Das konnte nicht gutgehen – doch wer hört bei einer solch guten Marktstimmung schon auf Kritiker? Die suchen doch immer nur das Haar in der Suppe – heißt es dann.

Aber der weitere Jahresverlauf mit dem extrem schwachen 4. Quartal hat Ihnen dann gezeigt, wie brüchig das Fundament an den Märkten ist. Und viele externe Faktoren fachten die Verunsicherung noch weiter an. Und darin sehe ich auch für 2019 große Gefahren. So ist der Brexit-Konflikt noch nicht gelöst und der Zeitdruck bis Ende März doch noch eine Einigung zu finden, wird immer größer.

Viele Krisenherde belasten auch 2019 noch die Stimmung

In den USA muss sogar schon bis zum 15. Februar im Streit um den Grenzzaun zu Mexiko eine Lösung her. Sonst wird es wohl zum nächsten Regierungsstillstand kommen. Gut möglich, dass US-Präsident Donald Trump als letzte Möglichkeit den nationalen Notstand ausruft.

Hier sehen Sie ganz deutlich: Der gute Start an den Börsen 2019 steht auf einem brüchigen Fundament. Daher ist es gerade jetzt ganz besonders wichtig, dass Sie auf den persönlichen Krisenschutz achten. Wie Sie den konkret umsetzen, erfahren Sie regelmäßig an dieser Stelle.