Produkt Logo

Bankenkrise 2.0 – Deutsche Finanzaufsicht wappnet sich schon jetzt

Nach der Krise ist bekanntlich vor der Krise. Kein Wunder also, dass sich die deutschen Bankenaufseher, genauer gesagt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), schon jetzt für die Bankenkrise 2.0 vorbereitet.

Schieflage von Kreditinstituten im Fokus

Die Agentur Reuters berichtete in der vergangenen Woche, dass sich die BaFin schon jetzt intensiv auf eine wachsende Zahl von Schieflagen deutscher Geldhäuser vorbereiten würde. Der für die Aufsicht der Banken zuständige Direktor Röseler erklärte dazu:

“Es ist ein Szenario denkbar, in dem die Konjunktur schwächelt, deshalb mehr Kredite ausfallen und gleichzeitig die Zinsen nochmals sinken.”

Unter dem Strich läuft das Ganze ja dann auf das von uns schon längst vorhergesagte höchst deflationäre Umfeld hinaus. In dem Szenario geht es also um eine tendenziell schwache, ja rezessive Konjunktur. Diese Entwicklung deutet sich ja schon jetzt an, zumal der deutschen Industrie im Zuge des Handelkonflikts die Aufträge wegbrechen.

Folglich wird es in den kommenden Monaten, ja Jahren wohl zu vermehrten Ausfällen von Krediten kommen. Die Erträge der Geldinstitute würden weiter sinken, während sie gleichzeitig ihre Risikovorsorge für notleidende Kredite erhöhen müssten. Aktuell bewege sich laut BaFin die Risikovorsorge wegen der seit vielen Jahren „gut laufenden Konjunktur“ auf sehr niedrigem Niveau. Trotzdem seien viele deutsche Banken kaum profitabel. Und da liegt auch die Achillesferse der deutschen Geldhäuser. Schon in „guten Zeiten“ konnte kaum Geld verdient werden. Was passiert dann erst in Krisenzeiten?

Unpopuläre Maßnahmen stehen an

Just für diese möglicherweise rascher als erwartet anstehenden Zeiten baut die BaFin schon jetzt eine neue Einheit auf, die angeschlagene Banken noch intensiver als ohnehin schon „betreuen“ darf bzw. muss. Diese Einheit solle sicherstellen, dass die betroffenen Institute wirksam gegensteuern und auch unpopuläre Maßnahmen wirklich ergreifen. Reuters nennt da als Beispiele den Verzicht auf die Ausschüttung von Boni und Dividenden.

Die neue Einheit dürfte besonders bei kleineren und mittelgroßen privaten Banken tätig werden. Sparkassen und Genossenschaftsbanken hätten bisher Schieflagen ihrer Institute meist über die eigenen Verbünde reguliert. Für die Aufsicht über die großen Banken wie Deutsche Bank und Commerzbank sei ja die EZB zuständig.

Ja, liebe Leser, die Zeiten werden für die Banken in Deutschland wohl noch rauer. Eine Zinswende wird in einem derartig deflationären Umfeld nicht stattfinden.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Noch keine Bewertungen)
Loading...