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Bankenkrise – Last fauler Kredite reißt italienische Banken in den Abgrund

Neben dem politischen Chaos in Berlin stehen aktuell fast nur positive Daten zur wirtschaftlichen Lage auf der Agenda. Es ist schon bezeichnend, dass die Bankenkrise, die ja keinesfalls beendet und gelöst ist, nur noch als Randnotiz erwähnt wird.

Drama in Italien

Und da wären wir wieder beim nach wie vor desaströs schlechten Zustand der Banken in Italien. Hier ist die Lage weiterhin extrem angespannt, ja prekär. Sie erinnern sich vielleicht, dass nicht vor allzu langer Zeit die älteste Bank der Welt, die Monte dei Paschi die Siena, vom italienischen Staat gerettet werden musste. In diesen Spätherbsttagen geht es nun um die neuntgrößte Bank des Landes, die vor dem Zusammenbruch gerettet werden muss.

Faule Kredite im Fokus

Konkret geht es um die altehrwürdige Banca Carige, die 1483 gegründet wurde. Die Bank betreibt 600 Filialen und betreut sage und schreibe eine Million Kunden. Schockierend hoch ist allerdings die Lasten der faulen Kredite, die sich im Kreditbuch der Bank aus Genua angehäuft haben.

Hier reden wir über eine gigantische Verlustsumme von drei Milliarden Euro, die seit dem Jahr 2013 aufgelaufen ist. Wenig verwunderlich, dass die Bank mit einer extremen Kapitalerhöhung und einer Finanzspritze der Anleihenbesitzer insgesamt 560 Millionen Euro einwerben muss, um nicht von der Bildfläche zu verschwinden.

In der Praxis heißt das, dass die Anteilseigner, die Aktionäre der Bank durch die anstehende Mega-Kapitalerhöhung gnadenlos kalt enteignet werden. Die Aktionäre müssen nun bis zum 6.12.2017 neue Aktien im Gesamtwert von 500 Millionen Euro zeichnen. Wohl gemerkt, wir reden hier von einem Ausgabekurs der neuen Aktien von einem Cent pro Aktie.

Dramatischer Kurssturz

Ja, Sie lesen richtig, die Aktie der Banca Carige ist auf ein Niveau von nur noch einem Cent verkommen. Anders formuliert, die Aktionäre haben ihren Kapitaleinsatz aufgrund des extremen Kursrückgangs bereits fast komplett verloren. Es wird spannend, ob insbesondere die vielen Kleinaktionäre weiteres frisches Geld der Bank zuschießen. Immerhin hat sich ein internationales Bankenkonsortium, das aus der Deutschen Bank, der Barclays Bank und der Credit Suisse besteht, dazu verpflichtet, die nicht platzierbaren neuen Aktien zu kaufen.

Womöglich ist das auch nicht die letzte Finanzspritze, die die Bank braucht. Im offiziellen Prospekt zur Kapitalerhöhung räumt die Bank selbst ein, dass die Betriebsmittel nicht ausreichen würden, um den Bedarf für die nächsten zwölf Monaten zu decken. Zudem sei nicht ausgeschlossen, dass die EZB eine weitere Stärkung des Kapitalpolsters fordert.

Ja, liebe Leser, das dramatische Beispiel der Banca Carige zeigt leider sehr klar auf, dass die Bankenkrise in Europa auch im Jahr 2017 im Hintergrund weiterschwelt und nicht gelöst ist.

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