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Daimler – hier zeigt sich das ganze Drama der Automobilindustrie

In diesen Tagen läuft die Berichtssaison zum abgelaufenen Geschäftsjahr auf Hochtouren. Quer durch alle Branchen legen jetzt die großen Konzerne ihre Daten für 2018 vor. Ganz aktuell hat Daimler die aktuelle Bilanz vorgelegt. Wie nicht anders zu erwarten, ist der Gewinn deutlich zurückgegangen. Die wichtigste Kennziffer der Umsatzrendite sackte auf nur noch 6,8% ab. In der Praxis heißt das: Bei 100 Euro Umsatz bleiben unterm Strich nur 6,80 Euro Gewinn.

Hier strebt das Unternehmen eigentlich einen Wert zwischen 8 und 10 % an. Doch die vielen Krisen zuletzt und die vielen Herausforderungen haben hier schon ganz klar ihre Wirkung gezeigt. Ein ernüchterndes Resultat für die Aktionäre: Die Dividenden für 2018 wird um 40 Cents auf jetzt nur noch 3,25 Euro gekürzt. Die Börse reagiert zurückhaltend auf die Zahlen von Daimler und die Aktie steht mit einem Minus von mehr als 2% am Ende aller DAX-Werte. Die starke LKW-Sparte kann die deutlichen Rückgänge im PKW-Geschäft noch fast ausgleichen. Aber wie lange das noch so funktionieren wird, muss sich erst noch zeigen.

Wandel der Automobilindustrie und Job-Garantie passen nicht zusammen

Doch eine Sache ist doch unabhängig von den aktuellen Zahlen bei Daimler schon auffallend. Kaum eine Industrie steht vor einem so großen Wandel wie die Automobilindustrie. Ob innovative Verbrennungsmotoren oder Ausbau der Elektromobilität. Die Herausforderungen sind groß und tatsächlich auch für global agierende Konzerne wie Daimler schwer abzuschätzen.

Doch für die Beschäftigten in Deutschland wird dieser Wandel ohne Folgen bleiben. Schon seit Sommer 2017 besteht eine Jobgarantie für die deutschen Angestellten bis Ende 2029. Ja, Sie haben richtig gelesen: Die Gewerkschaften haben diesen Beschluss tatsächlich durchgesetzt.

Wenn ich nicht schon kritisch gegenüber den Zukunftsaussichten der Automobilindustrie eingestellt wäre, dann wäre das auf jeden Fall ein weiteres Argument dafür, in diese Branche und speziell bei Daimler nicht einzusteigen. Eine Job-Garantie für 10 Jahre ist heute nicht mehr vermittelbar. Nun gilt das nur für die deutschen Beschäftigten – doch damit legt sich Daimler selbst an die Kette und das kann die Ertragskraft in den kommenden Jahren massiv schädigen.

Ich bleibe dabei: Zyklische Aktie wie die Automobilwerte sind schlicht und einfach zu risikoreich. Heute ist überhaupt nicht abschätzbar, wie sich die Geschäftstätigkeit in den kommenden 10 Jahren entwickelt.

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