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Der US-Aktienmarkt ist immer noch irrational überbewertet

Der 5. Februar des Jahres 2018 wird sicherlich in die Börsengeschichte eingehen. Der viel beachtete Dow Jones Index rauschte binnen 15 Minuten um 800 Punkte in die Tiefe. Unglaublich, aber wahr. In der Spitze büßte das Leitbarometer knapp 1.600 Punkte ein. Dabei handelte es sich um den größten Punktverlust in der über 130-jährigen Geschichte des altehrwürdigen Kursbarometers.

Am Ende des Handelstages ging der Dow dann mit einem Verlust von sage und schreibe 1.175 Zählern bzw. 4,6 Prozent aus dem Handel. Das ist schon gewaltig, wenn man bedenkt, dass der Index ja schon am Freitag zuvor 666 Punkte Federn lassen musste. In den ersten drei Handelstagen des Monats Februar beläuft sich der Verlust an reiner Marktkapitalisierung damit auf mehr als eine Billion Dollar. Das ist schon eine gewaltige Summe!

Volatilität schnellt nach oben

Höchst beachtlich auch, dass an jenem Crash-Montag die Volatilität, gemessen am VIX, in den USA um gut 155 Prozent hochschoss. In der Spitze wurde bei diesem Index ein Wert von fast 39 erreicht. Sie erinnern sich, dass wir ja im Dezember 2017 zeitweise bei diesem Index, der auch gern als Panikindex bezeichnet wird, ein Niveau von teilweise unter zehn hatten.

Viele professionelle Investoren und Hedge-Fonds wetteten ja auf einen Verfall der Volatilität. Und diese Wetten gingen just an jenem Montag schief. Schon jetzt ist zu lesen, dass einige Hedge-Fonds wohl aufgrund gigantischer Verluste wegen dieser fehlgeschlagenen Wette aufgeben müssen und liquidiert werden. Diese im ganzen Ausmaß noch nicht bezifferbaren Verluste sollten auch keinesfalls unterschätzt werden.

Aktienmarkt bleibt überbewertet

Nichtsdestotrotz wurde in den Tagen nach dem Flash-Crash schon von Seiten der Bullen wieder zum Einstieg getrommelt. Jetzt sei es an der Zeit, wieder auf Schnäppchenjagd zu gehen. Da kann und muss man nur vehement widersprechen. Fakt ist nämlich, dass trotz des aktuellen Rücksetzers insbesondere der US-Aktienmarkt alles andere als ein Schnäppchen ist. Im Gegenteil.

Jüngst war es Nobelpreisträger Prof. Robert Shiller höchstpersönlich, der anmerkte, dass der US-Aktienmarkt im Vergleich zu 26 von ihm bewerteten Aktienmärkten anderer Länder am teuersten sei. Nur 1999 war der US-Aktienmarkt gemäß dem Shiller-KGV höher bewertet als aktuell. Selbst vor der deflationären Depression der 1930er-Jahre war der Markt nicht so teuer wie aktuell.

Ja, liebe Leser, das Chance-Risiko-Verhältnis spricht derzeit alles andere als für ein Engagement am Aktienmarkt. Ganz im Gegenteil. Lassen Sie sich bloß nicht zur vermeintlichen Schnäppchenjagd verführen!

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