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Deutsche Industrie leidet unter rückläufigen Auftragseingängen

Nun spricht es sich auch im breiten „Mainstream“ herum, dass sich in deutschen Landen die konjunkturelle Dynamik merklich abschwächt. Lange hat es gedauert. Immerhin sieht das Gros der Beobachter immer noch einen anhaltenden Aufschwung, wenn auch keinen XXL-Aufschwung mehr.

Auftragsschwund bei der deutschen Industrie

In der vergangenen Woche gab es eine weitere Hiobsbotschaft für die Optimisten unter den Auguren. Selbst die Agentur Reuters merkte an, dass für die ansonsten so erfolgsverwöhnte deutsche Industrie die Luft immer dünner werde. Die deutsche Industrie verbuchte im März wegen der sinkenden Auslandsnachfrage den dritten Monat in Folge weniger Aufträge. Das ist schon ein Wort! Zuletzt gab es eine so lange Flaute im Sommer 2015. Das Bundeswirtschaftsministerium teilte mit, dass die Bestellungen um 0,9 Prozent geringer als im Vormonat ausfielen. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen ein Wachstum von 0,5 Prozent erwartet.

Wachstumszenit überschritten

Interessant waren auch die Kommentare der Volkswirte auf diese negative Überraschung. Für Thomas Gitzel, den Chefvolkswirt der VP Bank, bedeutet der Rückgang jedenfalls eine herbe Schlappe. Wörtlich sagte er laut Reuters: „Das tut schon richtig weh.“ Alexander Krüger, Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, merkte an, dass sich nun bestätigen würde, dass der Wachstumszenit überschritten sei.

Mit Blick auf die Details zum Auftragsschwund fällt auf, dass die Inlandsnachfrage zwar weiter um 1,5 Prozent im März gewachsen sei. Die Aufträge aus dem Ausland, allen voran aus den Ländern der Eurozone, brachen jedoch um 2,6 Prozent ein. Konkret wurden deutlich weniger Investitionsgüter wie Maschinen geordert.

Ja, liebe Leser, auffällig ist ferner, dass weder das Ministerium in Berlin noch die befragten Ökonomen ein abruptes Ende des deutschen Aufschwungs erwarten. Trotz des leichten Dämpfers bei den Aufträgen im ersten Quartal dürfte die Industriekonjunktur aufwärtsgerichtet bleiben, so lautet der offiziell verkündete Tenor des Bundeswirtschaftsministeriums. Unter dem Strich bleibt festzuhalten, dass die deutsche Politik schlafwandlerisch und gänzlich unvorbereitet in die kommende Krise stolpert.

Wie auch immer, noch ist Zeit, sich optimal und bestmöglich auf die kommende Anpassungskrise vorzubereiten. Noch ist es dafür nicht zu spät. Fraglich ist, ob es noch sinnvoll ist, noch allzu lange dem Treiben zuzuschauen. Nach wie vor gilt die eherne Regel: „if there is panic, panic first.“ Und da fällt es dann auch nicht groß ins Gewicht, wenn man etwas zu früh agiert hat. Lieber zu früh als zu spät…

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