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Deutscher Einzelhandel mit größtem Umsatzeinbruch seit mehr als elf Jahren

Nahezu täglich wird von „Experten“ immer noch auf die angeblich gute, ja robuste konjunkturelle Lage in Deutschland hingewiesen. Es wird nach wie vor die „hervorragende“ Lage am Arbeitsmarkt bejubelt. Ferner wird geschrieben, dass die Binnenkonjunktur, der Konsum die fundamental wichtige Stütze der deutschen Wirtschaft sei. Vermeintlich ist das zumindest die Hoffnung der Verantwortlichen in Berlin. Die harte Faktenlage kann mit der skizzierten Schönwetterlage allerdings kaum mehr mithalten.

Einzelhandel mit katastrophal schlechtem Dezember

Die Hoffnungen der deutschen Händler mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft waren jedenfalls groß. Die große Umsatzzielmarke von 100 Milliarden Euro für den November und Dezember 2018 konnte nicht erreicht werden. Am Ende blieben in den beiden Monaten „nur“ 98,7 Milliarden Euro in den Kassen der Händler hängen. Besonders im Dezember kam es zu einem regelrechten Einbruch.

Fakt ist nach vorläufigen Zahlen des statistischen Bundesamtes mit Sitz in Wiesbaden, dass die deutschen Einzelhändler im letzten Monat des Jahres 2018 die größten Umsatzeinbußen seit elfeinhalb Jahren hinnehmen mussten. Die Umsätze brachen gegenüber dem November um 4,8 Prozent weg.

Wie so oft in den vergangenen Monaten hatten die Ökonomen einen derart heftigen Rückgang nicht erwartet. Im Konsens wurde im Vorfeld mit einem Minus von lediglich 0,6 Prozent gerechnet. Höchst beachtlich auch, dass die Dezember-Umsätze gegenüber dem Vorjahr ebenfalls rückläufig waren. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes lag das preisbereinigte, reale Minus gegenüber dem Dezember 2017 bei 2,1 Prozent. Im Weihnachtsgeschäft in den Monaten November und Dezember 2018 zusammen war der Umsatz real um 0,2 % niedriger als im Vorjahr.

Blick auf die Details

Auffällig ist, dass die Geschäfte in fast allen Handelssegmenten relativ schlecht liefen. Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im Dezember 2018 preisbereinigt 1,5 Prozent weniger als vor einem Jahr um. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten preisbereinigt um 0,9 Prozent tiefer. Besonders drastisch fiel der Umsatzrückgang im Facheinzelhandel mit Lebensmitteln aus. Ein reales Minus von 5,6 Prozent spricht für sich. Und selbst beim „boomenden“ Internet- und Versandhandel fiel der Umsatz real um 0,6 Prozent.

Ja, liebe Leser, anscheinend ist die Binnennachfrage in deutschen Landen doch nicht so stark wie oftmals behauptet. Es wäre nicht überraschend, wenn die Schar der Ökonomen auch 2019 weiter von schwachen Zahlen negativ überrascht werden wird.

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