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Dramatische Warnung des chinesischen Notenbankchefs

China steht als Wachstumslokomotive immer mehr im Fokus der Berichterstattung. Erst jüngst fand im Reich der Mitte der 19. Parteikongress der herrschenden Kommunistischen Partei statt. Die Funktionäre feierten bei dem Treffen die scheinbar robust ausgefallenen Daten zur konjunkturellen Lage im dritten Quartal 2017. Zur Erinnerung, offiziell verkündete die Volksrepublik ja ein traumhaft hohes Wirtschaftswachstum von 6,8 Prozent für das Sommerquartal des Jahres 2017.

Dramatische Warnung des Notenbankchefs

Höchst überraschend und von den westlichen Medien kaum bemerkt war aber, dass ausgerechnet der mächtigste Zentralbanker des Reichs der Mitte, Zhou Xiaochuan, reichlich Wasser in den Jubel-Wein goss. Wohl gemerkt, das Ganze spielte sich am Rande des Parteitags ab, was Berichten zufolge für chinesische Verhältnisse extrem ungewöhnlich ist.

Normalerweise sind kritische Anmerkungen bei KP-Parteitagen wahrlich nicht zu erwarten. Der oberste Zentralbanker warnte jedenfalls davor, dass China sich vor zu viel Optimismus schützen müsse. Andernfalls steuere das Land auf den berühmten „Minsky-Moment“ zu.

Kommt jetzt der Kreditkollaps?

Gut möglich, dass viele Teilnehmer des Parteitags mit dem Begriff „Minsky-Moment“ wenig anfangen konnten. Dabei geht es just um den Punkt, an dem zu hohe Verschuldung eine Finanzkrise auslöst. Der bereits verstorbene Ökonom Hyman Minsky, der seinerseits ja Student von Schumpeter war, war der Ansicht, dass solche Momente auf natürliche Weise entstehen.

Und zwar just dann, wenn eine lange Zeit der Stabilität und Selbstzufriedenheit schließlich zur Entstehung eines zu großen Schuldenüberhangs und einem Übermaß an Fremdkapitalfinanzierungen führt. Ab einem ganz bestimmten Punkt bricht der Ast und der Bruch lässt sich dann nicht mehr aufhalten.

Als zum Beispiel 2008 die US-Investmentbank Lehman Brothers zusammenbrach und die ganze Welt in eine tiefe Krise stürzte, wurde die Gedankenwelt von Herrn Minsky wieder aus den Schubladen geholt. Nun warnt also ausgerechnet Chinas Zentralbankchef vor einem ähnlichen Zusammenbruch in seinem Land.

Ja, liebe Leser, diese Warnung sollten wir alle sehr, sehr ernst nehmen. Denn der chinesische Notenbankchef ist ja nicht der einzige Warner. Selbst der IWF warnt vor einer möglicherweise drohenden Schuldenkrise im Reich der Mitte. Wehe, wehe, wenn die Lokomotive der Weltwirtschaft ausfallen sollte und dadurch die Weltwirtschaft endgültig ins Trudeln kommen sollte. Daran dürfte dann selbst die erfolgsverwöhnte deutsche Wirtschaft schwer zu knabbern haben.

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