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Erneut schwache Daten vom deutschen Einzelhandel

In deutschen Landen läuft die Wirtschaft nicht mehr wirklich rund. Im Gegenteil. Immer öfter erreichen uns schlechte Nachrichten. Auffällig ist immer noch, dass das Gros der „Experten“ sich relativ überrascht von den unerwartet schwach ausfallenden Daten zeigt. Anders formuliert, die Erwartungshaltung ist immer noch relativ hoch. Anpassungen nach unten haben anscheinend bis dato noch nicht stattgefunden.

Größter Umsatzrückgang seit Juni 2013

Derweil ist noch immer von angeblich spendablen Konsumenten die Rede, die die deutsche Binnenkonjunktur stützen würden. So liest es sich zumindest ab und an immer noch. Die harten Fakten belegen aber, dass der Kaufrausch der Verbraucher wohl eher Hoffnung als Realität ist. In der vergangenen Woche meldete die Agentur Reuters, dass der Umsatz der deutschen Einzelhändler im September dieses Jahres so stark wie seit gut fünf Jahren nicht mehr zurückgegangen sei. Seit Juni 2013 gab es keinen so schwachen Monat mehr.

Einmal mehr lagen die Schätzungen der Ökonomen im Vorfeld der Bekanntgabe grob daneben. Laut Reuters hatten diese mit einem Plus von 0,9 Prozent gerechnet. Die Einzelhandelsunternehmen in Deutschland setzten aber im September 2018 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) real (preisbereinigt) 2,6 Prozent weniger um als im Vorjahresmonat. Auch nominal (also nicht preisbereinigt) wurde mit -0,7 Prozent weniger umgesetzt als im September 2017.

Umsatz mit Bekleidung und Schuhen bricht ein

Mit Blick auf die Details ist festzuhalten, dass es fast in allen Detailhandelssegmenten schlecht lief. So setzte der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren im September 2018 preisbereinigt um drei Prozent und nominal 0,8 Prozent weniger um als im September 2017. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten preisbereinigt um 2,9 Prozent und nominal um 0,8 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat.

Destatis meldete weiter, dass der Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln im September ebenfalls deutlich zur Schwäche neigt. Hier fiel auf, dass die Umsätze mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren real um 9,6 Prozent und nominal um 9,4 Prozent zurückgingen. Das ist schon gewaltig und wohl zum Teil auch den vorherrschenden spätsommerlichen Temperaturen geschuldet.

Ja, liebe Leser, nichtsdestotrotz kann von einem Boom, einer robusten Handelskonjunktur nicht gesprochen werden. Bleibt am Ende für die Händler nur zu hoffen, dass das wichtige Jahresendgeschäft zumindest etwas besser ausfällt als der September. Dennoch sollte man aber alles andere als überrascht sein, wenn im neuen Jahr eher maue Zahlen über ein doch nicht so wie erwartet starkes Weihnachtsgeschäft veröffentlicht werden sollten.

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