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Es wird keine Zinswende geben

Ab und an wird ja tatsächlich noch von der Zinswende in Europa geschrieben, vielleicht auch geträumt. Im Herbst 2019 soll es ja angeblich so weit sein. Ab dann könnte es langsam aber sicher vielleicht wieder Zinsen für die konventionellen Sparer für ihre Bankeinlagen geben. So jedenfalls lautet die aktuell herrschende Meinung oder besser gesagt Hoffnung.

Selbst wenn dem so wäre, würde es bei den Zinsen für Spareinlagen bestenfalls um homöopathische Dosen im Zehntel-Bereich gehen. Mehr ist wahrlich nicht dran. Die Zeiten, in den es ganz normal war, drei Prozent Zinsen für das Sparbuch gutgeschrieben zu bekommen, sind vorbei und kommen wohl so schnell auch nicht wieder.

Zinswende fällt aus

Das sehen nicht nur wir so, sondern auch die Privatbank Oddo BHF aus Frankfurt am Main. Die Bank geht davon aus, dass die Zinsen in der Eurozone noch sehr lange extrem niedrig bleiben werden. Die hohe Staatsverschuldung in Europa sei der Garant für eine lang anhaltende Niedrigzinsphase der EZB.

Im Kapitalmarktausblick der Bank war zu lesen, dass die EZB als größter Gläubiger der Regierungen der Eurozone kein Interesse an einer raschen Normalisierung des Zinsniveaus haben würde. Und auch die Regierungen hätten keinerlei Interesse an einem halbwegs normalen Zinsniveau. Im Gegenteil. Niemand hätte die Absicht, mit der Geldpolitik die Konjunktur abzukühlen.

Rezession ante portas?

Apropos Konjunktur, hier könnte es ja in den kommenden Monaten in deutschen Landen durchaus zu einer schlechten Entwicklung kommen. Und auch in dem Kontext hat sich Oddo BHF zu Wort gemeldet. Nach Einschätzung der Bank würden unter einer Eskalation des Handelsstreits hin zu einem echten Krieg wegen ihrer Exportabhängigkeit besonders China, Deutschland und Japan am stärksten leiden. Erschwerend hinzu käme, dass speziell der deutsche Leitindex DAX der Privatbank zufolge aufgrund seiner hohen zyklischen und exportlastigen Struktur deutlich anfälliger als internationale Indizes sei.

Hier sehen Sie ganz klar: Die kommenden Monate werden extrem spannend, ja holprig an den Märkten werden. Alle jene, die immer noch meinen, dass Aktien risikolose Investments seien, werden hier gnadenlos eines Besseren belehrt, genauer gesagt bestraft werden. In diesen spätsommerlichen Tagen des Jahres 2018 gilt es, das Vermögen sturmfest zu machen.

Schwere Herbststürme stehen bevor. Und es wäre wahrlich leichtsinnig, sich nicht schon jetzt auf turbulente und extrem volatile Zeiten vorzubereiten. Und last but not least sei angemerkt, dass bei einer rezessiven konjunkturellen Entwicklung eher Negativzinsen auf der Agenda stehen werden. Sicher ist, dass die Zeiten für die konventionellen Sparer sehr schlecht bleiben werden. Unabänderlich und bis auf weiteres…

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