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Euro-Crash: EU befürchtet Ansteckungsgefahr durch Italiens Haushalt

Um die Euro-Krise ist es zuletzt ruhig geworden. Hier könnte man tatsächlich den Eindruck bekommen, dass alles rund läuft für die Gemeinschaftswährung. Doch dem ist natürlich nicht so. Das zeigt Ihnen der Blick nach Italien. Das Land ist hinsichtlich einer wirtschaftlichen Bedeutung immerhin die Nummer 3 in der EU nach Deutschland und Frankreich.

Und wie die EU-Kommission jetzt in ihrem Länder-Bericht veröffentlichte, erwartet sie für die Entwicklung in Italien durch den neuen Haushalt des Landes nichts Gutes. Der italienische Haushalt enthalte für dieses Jahr keinerlei Maßnahmen, welche das Wirtschaftswachstum des Landes steigern würden. Der Etat werde sogar negative Auswirkungen auf die Entwicklung der Schulden, der Wirtschaft und des Defizits haben. Das berge eine Ansteckungsgefahr für ganz Europa in sich.

Im letzten Jahr gab es durch den Streit Italiens mit der EU über den Haushaltsplan erhebliche Verwerfungen auf dem Finanzmarkt. Erst nach einer Einigung beruhigte sich die Lage. Doch nach einer Absenkung der Wachstumsprognosen von 1,2 auf nur noch 0,2 Prozent in diesem Jahr, flammt der Streit jetzt erneut auf.

Der Warnung der EU schließt sich auch das ifo Institut an, das vor einem Teufelskreis warnt, in den das Land und möglicherweise die ganze EU geraten könnten. Der Streit um Italiens Haushalt gefährde nicht nur die italienischen Banken, sondern könne sich sogar auf die Bankensysteme anderer (EU-) Länder übertragen und habe damit das Potenzial, eine neue Finanzkrise auszulösen.

Extreme Liquidität der EZB hat Probleme nur verschoben – aber nicht gelöst

Sie sehen: Die Eurokrise von 2011 wurde genauso wenig gelöst, wie die Finanzkrise von 2008. Man hat nur durch extreme Liquiditätsmaßnahmen der EZB und der US-Notenbank Fed diese Krisen vorübergehend in die Zukunft verschoben. Doch das Grundproblem der Überschuldung wurde nie angegangen und flammt jetzt mit Italien wieder auf. Bei Italien geht es jedoch nicht um ein kleines Land wie Griechenland, sondern um das wirtschaftlich drittstärkste Land im Euroverbund.

Ein Crash in Italien hat damit unmittelbare Auswirkungen auf die Stabilität des Euro, und ggf. sogar auf seinen Bestand. Auf jeden Fall würde er erhebliche Turbulenzen für die Wirtschaft der Euro-Mitglieder und sehr wahrscheinlich auch darüber hinaus auslösen. Deshalb tun Sie gut daran, sich gerade jetzt aktiv auf einen Euro-Crash vorzubereiten.

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