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Eurokrise – Griechenland und Italien in der Dauerkrise

Selbst die Dauer-Optimisten werden gezwungenermaßen konzedieren, dass die Krise in Europa alles andere als ausgestanden ist. Fakt ist jedenfalls, dass aus den Krisenstaaten im Süden des Kontinents in jüngster Vergangenheit einmal mehr ernüchternde Nachrichten kamen. Beginnen wir an der Stelle mit den Griechen. In der offiziellen Tonalität der Eurokraten hieß es ja, dass das Land nun aus dem Gröbsten raus sei; die Griechen seien auf einen nachhaltigen und soliden Wachstumspfad zurückgekehrt. Man galt schon fast als Nestbeschmutzer, wenn man auf die immer noch vorhandenen massiven strukturellen Probleme auch nur leise hinwies.

Griechenland gerät aus der Wachstumsspur

In diesen Tagen meldet die Agentur Reuters jedenfalls, dass es mit dem soliden Wachstum in Hellas nicht mehr weit her ist. Im Gegenteil, Ende 2018 sei die griechische Wirtschaft aus der Wachstumsspur geraten. Das Statistikamt in Athen gab nämlich bekannt, dass sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Griechen zwischen Oktober und Dezember 2018 um 0,1 Prozent verringerte. Damit endete eine offiziell ausgewiesene Wachstumsphase, die immerhin ganze neun Quartale hinweg andauerte.

Und trotz dieser „Schönwetterphase“ vermochte es der griechische Staat nicht, den Schuldenberg auch nur in Nuancen abzutragen. Wohl gemerkt, wir reden hier über eine immer noch exorbitant hohe Staatsschuld in Höhe von 180 Prozent des BIPs. Zur Erinnerung, laut dem Vertrag von Maastricht sind ja nur 60 Prozent offiziell erlaubt.

Italien bleibt in der Dauerkrise

Ähnlich schlecht ist ja auch die Lage im großen Krisenstaat Italien. Der italienische Staat sitzt jedenfalls auf einem gigantischen Schuldenberg im Volumen von mehr als 2,3 Billionen Euro. Die Pro-Kopf-Staatsverschuldung liegt bei über 38.200 Euro; in Relation zum BIP beträgt die Staatschuld der Italiener knapp 132 Prozent. Erschwerend hinzu kommt, dass die italienische Wirtschaft ja schon seit vielen Jahren nur noch anämisch wächst. Im Schlussquartal 2018 kam es wie in Griechenland dazu, dass das BIP wieder mal rückläufig war. Und zwar um 0,1 Prozent.

Ja, liebe Leser, nach wie vor findet man in Griechenland und Italien einen absolut toxischen Schuldencocktail bei anhaltend schwacher realwirtschaftlicher Entwicklung vor. Gewiss ist indes, dass dieser „Cocktail“ mit „normaler Medizin“ nicht mehr kurierbar ist. Selbst hartgesottene Euro-Fetischisten müssen eingestehen, dass die strukturellen Probleme in den Krisenländern mit normalen Mitteln nicht mehr gelöst werden können. Die Eurokrise wird uns also noch viel länger beschäftigen als es die Euro-Optimisten wahrhaben wollen.

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