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Eurokrise – IWF warnt vor Folgen der italienischen Finanzkrise

In jüngster Vergangenheit wird wieder ziemlich viel über das große Krisenland im Süden Europas, sprich über Italien berichtet. Zunächst ging es ja neben dem Haushaltsstreit Roms mit Brüssel auch um den EU-Bankenstresstest. Und in dem Kontext wurde bekannt, dass eine Bank aus Italien tatsächlich den Test nicht bestanden hat. Konkret handelt es sich um die Banca Carige, die durchgefallen ist. Das ist wohl die einzige Bank Europas, die als „anfällig“ eingestuft worden ist.

Einzahlung in den Bankenrettungsfonds

Wenig später wurde publik, dass urplötzlich fünf große Banken Italiens einen relativ hohen Betrag in den Bankenrettungsfonds des Landes einzahlen wollen. Es handelt sich insgesamt um 2,75 Milliarden Euro, welche Intesa Sanpaolo, UniCredit, Banco BPM, Ubi Banca und Banca Monte dei Paschi di Siena beisteuern. Damit sollen wohl tendenziell kleinere Banken mit Blick auf mögliche Schieflagen gestützt werden.

Vielleicht ist ja die Banca Carige dann auch mit unter den potentiellen Empfängern. Ausgestanden ist die Bankenkrise Italiens ja wahrlich nicht. Im Gegenteil, der jüngste Kurssturz am italienischen Rentenmarkt wird uns wohl noch länger beschäftigen, zumal die Banken des Krisenlands ja massiv in italienischen Staatspapieren investiert sind. Hier geht es um ein Volumen von um die 375 Milliarden Euro, das – im wahrsten Sinne – im Feuer steht.

Internationaler Währungsfonds (IWF) warnt vor den Folgen der Finanzprobleme

Wenig verwunderlich also, dass nun selbst der IWF vor den Auswirkungen der Finanzprobleme Italiens auf andere europäische Länder warnt. Die Ungewissheit über Italiens Finanzen sei beträchtlich, teilte der IWF in seiner Herbstprognose für Europa mit. Italiens Staatsfinanzen könnten weiter unter Druck geraten und damit andere Staaten anstecken, deren Wirtschaft schwächer und deren haushaltspolitische Handlungsfreiheit begrenzt sei.

Konkrete Länder wurden dabei jedoch noch nicht genannt. Spannend sind da auch die Prognosen des IWF mit Blick auf die Entwicklung der Staatsverschuldung. Der IWF erwartet ein Haushaltsdefizit von 2,9 Prozent für das Jahr 2019 und sage und schreibe 3,1 Prozent im Jahr 2020, falls die Regierung in Rom weiter an den umstrittenen Budgetplänen festhält.

Ja, liebe Leser, die neue Regierung in Rom wird wohl in den kommenden Jahren das drei Prozent Kriterium aus dem Maastricht-Vertrag reißen. Einmal mehr dann eben. Unter dem Strich bleibt festzuhalten, dass die Eurokrise weder beendet noch gelöst ist. Die Finanzprobleme des großen Krisenlandes Italien sind aber so groß, dass sie selbst im „Mainstream“ nicht mehr unter den Teppich gekehrt werden können. Gut möglich, dass schon im kommenden Jahr die Eurokrise weiter eskalieren wird…

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