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Fachwelt kritisiert mögliche Großbankenfusion in Deutschland

Seit vielen Jahren gelten die Aktien der beiden deutschen Grobanken als reine Kapitalvernichtungsmaschinen. Wir haben an der Stelle ja schon des öfteren darauf hingewiesen, dass die Aktionäre der Deutschen Bank und der Commerzbank in den vergangenen Jahren extreme Kursverluste hinnehmen mussten. An der Stelle sei vielleicht betont, dass der deutsche Staat selbst am Kursdesaster der Commerzbank leidet.

Fakt ist ja, dass in der Finanzkrise die Bundesrepublik Deutschland bei der Commerzbank-Aktie eingestiegen ist. Der Kurs lag damals bei sage und schreibe 26,00 Euro. Aktuell siecht das Papier bei um die sieben Euro vor sich hin. Allein daran kann man erkennen, welche Verlustmaschine diese Aktie in den letzten Jahren war.

Finanzminister als treibende Kraft im Hintergrund

Extrem pikant und interessant ist nun, dass ausgerechnet Bundesfinanzminister Scholz von der SPD und sein umtriebiger Staatssekretär Kukies (ehemaliger Goldman Sachs-Banker!!!) als die treibenden Kräfte hinter den Fusionsverhandlungen zwischen Deutscher Bank und Commerzbank gelten. Das ist in nahezu allen relevanten Hintergrundberichten jedenfalls zu lesen. Offenbar ist der politische Wille, der politische Druck relativ groß, hier mit einer neuen Großbank relativ rasch Fakten zu schaffen. Für viele Beobachter ist indes rätselhaft, warum ausgerechnet die Politik im Hintergrund derart antreibt.

Fachwelt mit vernichtender Kritik

Auffällig ist gleichzeitig, dass es aus der geneigten Fachwelt massive Kritik an dem Vorhaben gibt. Und zwar nahezu einhellig. Professor Schiereck von der TU Darmstadt merkte dem Deutschlandfunk gegenüber an, dass keines der beiden Institute momentan so aufgestellt sei, dass es Sinn machen würde, in diese Fusion hineinzugehen. Klaus Nieding, Vizepräsident der DSW, der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, erachtet diese Fusionsidee für wirtschaftlich völlig unsinnig. Es würde ja kein internationaler Champion entstehen durch diese Fusion, sondern es würde nach wie vor nur ein nationaler Champion bleiben.

Von Seiten der Gewerkschaften kam massive Kritik angesichts eines zu erwartenden gigantischen Abbaus von bis zu 40.000 Stellen. Selbst die deutschen Wirtschaftsweisen sehen eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank kritisch. Sie warnten bei der Vorstellung ihrer Wachstumsprognose vor Risiken für die Steuerzahler. In dem Kontext verwiesen sie darauf, dass der Zusammenschluss eine Bank schaffen würde, die so groß wäre, dass sie im Fall einer Schieflage vom Staat gerettet werden müsste.

Ja, liebe Leser, hinter vorgehaltener Hand sprechen viele Beobachter von einer Notfusion. Prof. Schiereck merkte hier ja an, dass die Devise in der Berliner Politik sei, dass bei einer verschlechterten Wirtschaftslage der Staat eher eine große fusionierte Bank retten könne als gleich zwei. Unter dem Strich wird es wohl am Ende des Tages wieder mal auf eine für den Steuerbürger extrem teure Bankenrettung bzw. -verstaatlichung hinauslaufen. Selbstverständlich alternativlos.

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