Produkt Logo

Geht die Finanzkrise 2.0 wieder vom US-Immobilienmarkt aus?

Fast schon wöchentlich kommen enttäuschend schlechte Nachrichten vom US-Immobilienmarkt. Ende März wurde bekannt, dass die Zahl der begonnenen Neubauten im März 2019 um sage und schreibe 8,7 Prozent rückläufig war. Dabei handelte es sich um den stärksten Rückgang seit acht Monaten. Spannend ist auch, dass die Zahl der Baugenehmigungen um fast zwei Prozent rückläufig war. Mitte März wurde schon bekannt, dass weniger neue Häuser verkauft wurden. Seit dem Herbst des vergangenen Jahres zeichnet sich ja hier ein klarer Abwärtstrend ab.

Was passiert an der Preisfront?

Viel spannender ist allerdings die Frage, wie es mit den Preisen am US-Immobilienmarkt weitergehen wird. Seit 2011/12 ging es ja nach den Turbulenzen der Vorjahre wieder nach oben. Mit Blick auf die gesamte USA zogen die Häuserpreise in den vergangenen Jahren grob gerechnet um gut 50 Prozent wieder an. Es war auch keine Seltenheit, dass sich die Preise in einigen gefragten Regionen verdoppelten. Als Beispiel sei hier nur Denver erwähnt, wo es zu einer Preisverdopplung kam.

Diese Zeiten scheinen aber auch in den USA der Vergangenheit anzugehören. Fakt ist, dass selbst im gefragten Manhattan der Preis für eine Wohnung auf Jahressicht um fünf Prozent gefallen ist. Tatsache ist ferner, dass der Median-Preis neuer Einfamilienhäuser zuletzt mit Blick auf die gesamte USA im Jahresvergleich noch deutlich stärker rückläufig war. Und zwar um gewaltige 7,2 Prozent im Jahresvergleich.

Dabei handelte es sich um den größten Rückgang seit der Finanzkrise, die ja vor gut zehn Jahren ebenfalls vom US-Immobilienmarkt ausging. Stichwort war ja hier die sog. Subprime-Krise. Nebenbei erwähnt sei in dem Kontext, dass das Zinsniveau in den USA 2007/08 höher als das aktuelle war. Insofern ist die aktuelle Preisschwäche wahrlich signifikant und sollte keinesfalls abgetan bzw. unterschätzt werden.

Ja, liebe Leser, die Angst vor einer neuen Finanzkrise, die erneut vom US-Immobilienmarkt ausgeht, ist wahrlich nicht unbegründet. Damals wie heute wiegelt die große Heerschar der Experten ab und erwartet eine „sanfte Landung“ des Immobilienmarkts. Kaum jemand sieht eine „harte Landung“ am Horizont.

Das stimmt schon mal nachdenklich. Nachdenklich stimmt auch, dass in den USA seit dem zweiten Weltkrieg neun von zwölf Rezessionen bisher durch Turbulenzen vom Immobilienmarkt eingeleitet wurden. Gut möglich, dass die anstehende 13. Rezession ebenfalls durch Probleme im Immobilienbereich eingeleitet wird. Wir wären jedenfalls alles andere als überrascht.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Noch keine Bewertungen)
Loading...