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Mittelständler sorgen sich vor Rezession

Selbst in den ersten Tagen des neuen Jahres wird medial immer noch von der ach so guten konjunkturellen Lage in deutschen Landen berichtet. Interessant ist, dass die großen Gewitterwolken am Konjunkturhorizont kaum oder nur am Rande erwähnt werden.

Mittelstand befürchtet Rezession

Noch spannender ist derweil, dass sich führende Persönlichkeiten aus dem Herz der Deutschen Wirtschaft, dem Mittelstand, öffentlich zu Wort melden und Alarm schlagen. Herr Ohoven, Präsident des Mittelstandsverbands (BVMW), präsentierte jüngst die Ergebnisse der traditionellen Unternehmerumfrage zum Jahreswechsel. Heraus kam, dass die befragten Unternehmer mit einer gehörigen Portion Skepsis ins neue Jahr gehen.

Anders formuliert, der Mittelstand befürchtet, dass Deutschland 2019 in die Rezession abgleiten könnte. Fakt ist jedenfalls, dass knapp 53 Prozent der vom BVMW befragten Unternehmer sich davor sorgen, dass Deutschland in den nächsten zwölf Monaten in die Rezession fallen könnte. Wachstum und Wohlstand stünden dem Verbandspräsident zufolge auf dem Spiel. Er forderte von den Verantwortlichen in der Politik in Berlin, endlich umzusteuern, um Wachstum und Wohlstand abzusichern. Nach dem Wechsel an der Spitze der Union müsse nun dem Mittelstandsverband zufolge zeitnah ein Politikwechsel der Großen Koalition erfolgen.

Zahlreiche Risikofaktoren belasten die deutschen Konjunkturaussichten

Beachtlich in dem Kontext ist auch, auf welche Risikofaktoren Herr Ohoven konkret abstellte. Er verwies zum einen darauf, dass sich das globale Wachstum abschwächen würde. Des weiteren warnte er vor einem drohenden harten Brexit. Zu allem Überfluss würden nun auch noch Handelssanktionen um sich greifen. Mit Blick auf Deutschland benannte er auch das Problem, dass der bisherige Wachstumsmotor, die Automobilindustrie, stottern würde. Außerdem dämpfe der anhaltende, massive Fachkräftemangel die Wachstumsaussichten.

Ja, liebe Leser, am Beginn des Jahres 2019 mögen zwar die Politiker in Berlin noch von einem Boom der Deutschen Wirtschaft träumen. Unter dem Strich ist der Abschwung realwirtschaftlich im Mittelstand wohl schon längst angekommen. Spannend ist auch, dass nun wohl auch die deutsche Politik aus dem Tiefschlaf zu erwachen scheint. Das Nachrichtemmagazin „Spiegel“ berichtete jüngst, dass sich hinter den Kulissen die höchste Beamtenriege im Finanzministerium um ein Notfallkonzept bemühen würde.

Das Konzept solle dann aus der Schublade gezogen werden, wenn die Rezession in deutschen Landen amtlich festgestellt wird. Bis dahin dürfte allerdings noch etwas Zeit vergehen. Sicher ist indes, dass für die Deutsche Wirtschaft die besten konjunkturellen Zeiten vorbei sind. Unabänderlich. Und sicher ist auch, dass es nur schwer vorstellbar ist, dass nach der allfälligen Anpassungsrezession es ähnlich rasant und dynamisch wie nach der Finanzkrise 2008/9 wieder nach oben geht – dafür ist die Fallhöhe jetzt zu groß.

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