Produkt Logo

Pessimismus schleicht sich in die deutsche Wirtschaft ein

Selbst der amtierende Bundesfinanzminister gesteht in diesen Tagen ja, dass die „fetten Jahre“ in deutschen Landen wohl vorbei seien. Urplötzlich ist vom dauerhaft anhaltenden XXL-Aufschwung keine Rede mehr. Wie schnell sich die Zeiten doch ändern.

Ifo-Geschäftsklima fällt erneut schwächer als erwartet aus

Fakt ist, dass das viel beachtete Barometer für das Geschäftsklima nun schon zum sechsten Mal in Folge gefallen ist. Der Geschäftsklimaindex des Münchner Ifo-Instituts kam im Februar unerwartet deutlich um 0,8 auf nur noch 98,5 Zähler zurück. Die Agentur Reuters schreibt, dass angesichts der bekannten gewaltigen Risiken die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen so schlecht wie seit über vier Jahren nicht mehr ist.

Wohl gemerkt, das Münchner-Institut befragt Monat für Monat 9.000 Führungskräfte der deutschen Wirtschaft. Ifo-Präsident Prof. Fuest kommentierte, dass die deutsche Konjunktur schwach bleiben werde. Die Führungskräfte beurteilten nicht nur ihre Geschäftslage schlechter, sondern auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate. Kein Wunder also, dass das Thema Rezession wieder ganz oben auf die Agenda kommt.

Das Risiko einer Rezession – also mindestens zwei Quartale in Folge mit schrumpfender Wirtschaftsleistung – sei laut Reuters deutlich gestiegen. Herr Rees, Ökonom der UniCredit, merkte an, dass auf Basis des Modells der Bank, die Rezessionswahrscheinlichkeit für Deutschland bei fast 40 Prozent liegen würde. Vor allem der Gegenwind aus der Weltwirtschaft mache den deutschen Unternehmen schwer zu schaffen.

Zwar sei noch keine akute Panik in den Chefetagen ausgebrochen. Die Gefahr eines drastischen Absturzes der Exporterwartungen bestehe aber, falls US-Präsident Donald Trump Strafzölle auf europäische Autos durchsetzen würde. Wir reden hier über ein Auto-Exportvolumen, das im Jahr 2018 bei gut 27 Milliarden Euro lag. Hier geht es also wahrlich nicht um „peanuts“.

Konjunkturelle Risiken nehmen zu – nicht nur in Deutschland

Ja, liebe Leser, wie schon mehrmals an der Stelle angedeutet, werden die konjunkturellen Risiken immer noch unterschätzt. Die Gefahr einer Rezession nimmt zu. Hinter den Kulissen der Euro-Notenbank EZB wird allerdings – wenig überraschend – schon über neue Geldinjektionen gesprochen. Reuters zufolge nimmt die EZB angesichts der Konjunkturabkühlung die Neuauflage neuer Langfrist-Geldspritzen für Geldhäuser in den Blick.

Aus dem offiziellen Sitzungsprotokoll ging hervor, dass bereits auf der Zinssitzung im Januar darüber gesprochen wurde. Anders gesagt, eine Zinswende ist weit und breit nicht in Sicht. Im Gegenteil, es besteht durchaus die Gefahr, dass die Zinsen noch tiefer in den negativen Bereich gedrückt werden. Seien Sie also nicht überrascht, wenn die Notenbanker im Jahr 2019 mit neuen unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen die Dauerkrise bekämpfen wollen!

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Noch keine Bewertungen)
Loading...