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Reigen an Gewinnwarnungen reißt nicht ab

Trotz der „vermeintlich“ ach so guten konjunkturellen Lage reißt die Serie an Gewinnwarnungen in deutschen Landen nicht ab. Und selbst große Dax-Konzerne sind vor Anpassungen der Jahresprognose nicht gefeit. Nun trifft es selbst solche Unternehmen, die sich noch vor wenigen Wochen als relativ konjunkturresistent erachteten.

BMW schockt mit Gewinnwarnung

So hatte zum Beispiel der Boss des Münchner Autokonzerns BMW, Harald Krüger, im August dieses Jahrs sein Unternehmen noch gut auf Kurs für ein weiteres Rekordjahr gesehen. Ende September musste er die Ziele nun deutlich nach unten schrauben. Zum ersten Mal seit sage und schreibe zehn Jahren gab es wieder mal eine Gewinnwarnung von BMW. Das Unternehmen werde Umsatz und Gewinn des vergangenen Jahres wohl nicht mehr erreichen, teilte der Autokonzern mit.

Als Hauptgründe wurden neue Zölle, die Rabattschlacht in Europa im Zuge der Umstellung auf den neuen Abgas- und Verbrauchs-Messstandard WLTP sowie unerwartet viele Rückrufe angeführt. Die Investoren reagierten schockiert, die Aktie brach nach Veröffentlichung der Warnung um über fünf Prozent ein. Statt eines Umsatzanstiegs erwartet BMW jetzt einen leichten Umsatzrückgang. Zugleich werde der Gewinn vor Steuern um fünf bis zehn Prozent unter den 10,7 Milliarden Euro des vergangenen Jahres bleiben.

Für Kenner der Branche kommt die Warnung von BMW alles andere als überraschend. Die Konkurrenz aus Stuttgart, Daimler, hatte bereits im Juni einen Gewinnrückgang angekündigt. Und da wurden ähnliche Gründe wie bei BMW genannt.

Solarkonzern beklagt Markteinbruch in China

Sehr interessant auch, dass selbst Firmen aus angeblichen Zukunftsbranchen wie der Solartechnik-Konzern SMA Solar Technology massive Umsatz- und Gewinnrückgänge ankündigen. Der Vorstand des Unternehmens beklagte einen deutlich beschleunigten Preisverfall für seine Produkte. Zugleich wurde von Projektverschiebungen infolge des Markteinbruchs in China berichtet. Unter dem Strich hat der Vorstand von SMA die Umsatz- und Ergebnisprognose angepasst und rechnet für 2018 mit einem Umsatz von nur noch maximal 850 Mio. Euro.

Vorher hoffte man ja auf einen Umsatz von bis zu einer Milliarde Euro. Beim Gewinn geht der SMA-Vorstand für 2018 nur noch von einem ausgeglichenen bis leicht negativen Ergebnis aus. Die Aktie brach nach der Warnung zusammen. Und zwar auf nur noch gut 20 Euro. Zum Vergleich, im Frühsommer waren Anleger bereit, über 60 Euro für das Papier zu bezahlen.

Ja, liebe Leser, gut möglich, dass BMW und/oder SMA abermals die Prognose nach unten hin anpassen müssen. Das war ja auch beim größten Online-Modehändler Europas, Zalando, der Fall. Innerhalb von nur sechs Wochen musste das Unternehmen zwei Mal die Umsatz- und Gewinnerwartungen nach unten hin anpassen. Seien Sie also alles andere als überrascht, wenn in den kommenden Wochen und Monaten schlechte Nachrichten aus den Unternehmen kommen…

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