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Rückkehr der Sorglosigkeit an den Aktienmärkten

Seit drei Wochen erholen sich die Aktienmärkte weltweit von den gravierenden Verlusten im Dezember 2018. In deutschen Landen kletterte der Leitindex vom Dezember-Tief aus betrachtet nunmehr um fast zehn Prozent bzw. knapp 1.000 Punkte nach oben. Am Ende der vergangenen Woche standen wieder Notierungen über 11.2000 auf der Tafel.

Amazon-Aktie im Kursrauch

Auffällig ist, dass der deutsche Markt sich im Vergleich zu den US-Märkten relativ bescheiden erholt. Einmal mehr sind es in den USA die Aktien der hochkapitalisierten Tech-Giganten, die den Gesamtmarkt nach oben ziehen. Sehen wir uns an der Stelle einmal mehr kurz die Aktie mit der höchsten Marktkapitalisierung der Welt an. Richtig, wir reden vom Online-Versandhaus Amazon.

In den Weihnachtstagen 2018 fiel die Amazon-Aktie im Tief auf Kurse um 1.345 Dollar. Die Aktie verharrte aber nicht lange auf diesem Niveau, sondern konnte am Ende der vergangenen Woche wieder einen Stand von mehr 1.700 Dollar erreichen. Anders formuliert, vom Zwischentief aus betrachtet ging es binnen dreier Handelswochen um fast 27 Prozent nach oben. Das ist schon fulminant für einen derart hochkapitalisierten Wert. Wohl gemerkt, die aktuelle Marktkapitalisierung liegt bei sage und schreibe 829 Milliarden Dollar; in den vergangenen Wochen schnellte diese um mehr als 176 Milliarden Dollar hoch. Wahnsinn!

Auffällig ist, dass die fundamentale Bewertung des Online-Riesen nach wie vor alles andere als ein Schnäppchen ist. Wir reden hier von einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von fast 62 auf Basis der sehr optimistischen Gewinnschätzungen für das Jahr 2019. Wehe, wenn diese Annahmen auch nur „leicht“ verfehlt werden sollten. Das Absturzpotenzial ist jedenfalls immens und wird von den Bullen massiv unterschätzt.

Ja, liebe Leser, das Beispiel der Amazon-Aktie zeigt sehr schön auf, wie schnell schon wieder Sorglosigkeit aufkeimt. Gestützt wird dieses euphorische Sentiment von überaus positiven Analysten-Kommentaren, die der Amazon-Aktie selbst vom aktuell irrwitzig hohen Niveau aus noch einmal eine Kursverdopplung zutrauen. Wahrscheinlich gehen diese Auguren ja nach wie vor von der besten aller Welten, sprich ewigem Wachstum aus.

Ewiges Wachstum kann und wird es aber nicht geben. Weder bei einem Unternehmen, noch in einer Volkswirtschaft. Fakt ist, dass mit der aktuellen Bärenmarktrallye am Aktienmarkt die Fallhöhe wieder höher wurde. Insofern ergibt sich für all jene Investoren, die am Aktienmarkt immer noch überinvestiert sind, eine gute Gelegenheit zum Ausstieg. Und es ist vielleicht auch nicht ganz verkehrt, an besonders starken Tagen über den Aufbau von Short-Engagements nachzudenken.

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