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Salami-Crash – Deutscher Aktienmarkt im tiefen Tal der Tränen

Alle Jahre wieder hoffen die Bullen in deutschen Landen auf die Jahresendrallye. Dieses Jahr findet selbige nicht statt. Im Gegenteil, die Rallye findet zwar statt, aber eben nach unten. In der vergangenen Handelswoche fiel der deutsche Leitindex unter die zumindest psychologisch wichtige Marke von 11.000.

Deutsche Aktien im Bärenmarkt

Zweifelsohne, der deutsche Aktienmarkt befindet sich im Bärenmarkt. Besonders deutlich wird diese Tatsache mit einem Blick auf den deutschen Leitindex als Kursindex (beim Performance-Index sind ja auch die ausgeschütteten Dividenden mit enthalten). Beim Kursindex lag das Jahreshoch bei 6.443 Punkten.

Am vergangenen Freitag ging der Index mit einem Stand von 4.969 Zählern aus dem Handel. Vom Hoch aus betrachtet liegt das Minus nun bereits schon bei sage und schreibe 23 Prozent. Das ist schon gewaltig; und zwar nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass angeichts des Nullzinsumfelds immer noch viele „biedere“ Sparer von den Banken in den scheinbar renditeträchtigen Hafen des Aktienmarkts gelockt werden.

Dramatische Kursstürze

Zu Beginn der Anleihenkäufe der EZB im Jahr 2015 war ja die Aktien-Hysterie in deutschen Landen riesengroß. Selbst in den öffentlich-rechtlichen Medien wurde damals von der lukrativen Aktienanlage als Alternative zum Sparbuch, das keine Zinsen mehr abwirft, geschrieben. Grundtenor war, dass Dividenden die neuen Zinsen sind.

Bleibt nur zu hoffen, dass die konservativen Sparer dem Lockruf nicht gefolgt sind. All jene, die dennoch eingestiegen sind, werden ihr Engagement vermeintlich sogar verfluchen. Nehmen wir an der Stelle nur das Beispiel des großen Autobauers aus Stuttgart, Daimler. Vom Hoch Anfang 2015 hat sich die Aktie mittlerweile halbiert. Mehr als 50 Milliarden Euro an Marktkapitalisierung gingen verloren.

Ja, liebe Leser, aber nicht nur vermeintlich zyklische, konjunktursensitive Titel hat es böse erwischt. Auch einstige Börsenstars und Vorzeigeaktien wie die Aktie des Gesundheitskonzern Fresenius kamen arg unter die Räder. Nach einer Prognoseanpassung der Geschäftsziele der kommenden Jahre brach der immer noch als relativ defensiv angesehene Standardwert am vergangenen Freitag zwischenzeitlich um mehr als 20 Prozent ein. Das war der prozentual höchste Tagesverlust in der Börsengeschichte des Unternehmens.

Vom alten Rekordhoch aus betrachtet hat sich die Aktie mittlerweile auch mehr als halbiert; mehr als 20 Milliarden Euro an Marktkapitalisierung sind damit ausgelöscht. Und an der Stelle möchten wir betonen, dass das Ende des Bärenmarkts noch nicht in Sicht ist. Wir können für den Aktienmarkt immer noch keine Entwarnung geben. Der Salami-Crash dürfte sich bis auf weiteres fortsetzen.

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