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Sorge um deutsche Konjunktur nimmt stark zu

Es ist noch nicht wirklich lange her, als in den deutschen Massenmedien vom deutschen Dauer-Boom, ja von einem ungebremstem Aufschwung die Rede war. Konsens schien zu sein, dass es mit der deutschen Wirtschaft immer nur in eine Richtung – nach oben – gehen kann. Immer dann, wenn sog. „Experten“ von ewigem Aufschwung schwadronieren, ist es Zeit, höchst nachdenklich, ja vorsichtig zu werden. Wie in der Natur kann es auch in der Realwirtschaft ewiges Wachstum nicht geben.

Wenig überraschender Abschwung

Zu Beginn des Jahres 2019 hat sich nun die Stimmung vollumfänglich verändert. Selbst in den Massenmedien wird über den „Fehlstart der deutschen Wirtschaft“ ins neue Jahr berichtet. Es wird sogar davon geschrieben, dass sich sowohl die Manager der Unternehmen wie auch die Politiker in Berlin um die deutsche Konjunktur Sorgen machen würden. Tatsache ist, dass der Ifo-Geschäftsklimaindex nun schon zum fünften Mal in Folge gefallen ist. Die große Heerschar der Auguren hatte allerdings einen so starken Rückgang wie jetzt im Januar nicht auf der Rechnung.

Anders formuliert: Nach wie vor ist die große Masse negativ überrascht; anscheinend wurde die Erwartungshaltung noch immer nicht massiv nach unten hin angepasst. Herr Fuest, der Ifo-Präsident höchstpersönlich, kommentierte die aktuelle Lage kurz und knapp: „Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem Abschwung.“ Die Top-Manager in den Führungsetagen der Wirtschaft waren im Januar so pessimistisch wie seit fast drei Jahren nicht mehr gestimmt.

Und mit Blick auf die kommenden sechs Monate waren die Führungskräfte so pessimistisch wie seit mehr als sechs Jahren nicht mehr. Und zwar branchenübergreifend. Laut Ifo-Institut trübte sich in allen großen Branchen die Stimmung ein – im Handel ebenso wie bei den Dienstleistern und in der Bauwirtschaft sowie insbesondere in der exportabhängigen Industrie.

BIP-Prognose massiv reduziert

Ja, liebe Leser, der Boom ist nun endgültig vorbei. Selbst die Politiker in Berlin sind anscheinend jetzt „aufgewacht“. In diesen Tagen wird die Wachstumsprognose für 2019 vom Wirtschaftsministerium auf nur noch ein Prozent massiv reduziert. Interessant ist, dass laut Reuters die Ökonomen das schlechte Geschäftsklima mit den gestiegenen Risiken erklären.

Die Nachrichtenlage werde immer frostiger; der Brexit wirke immer bedrohlicher, in Frankreich laufen die Gelbwesten Sturm, in China schwäche sich die Konjunktur ab, in den USA herrsche seit einem Monat Stillstand in der Verwaltung und in Deutschland warte man immer noch vergeblich auf einen Rückprall in der Automobilindustrie, so wird laut Reuters Herr Scheuerle von der DekaBank zitiert. Und noch immer hat – im Gegensatz zu uns – niemand eine Rezession auf dem Radarschirm. Nach wie vor ist für die Masse zumindest das negative Überraschungspotzenzial riesengroß!

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