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Unüberhörbare Warnungen vor schweren Zeiten

In der vergangenen Woche fand ja auf der indonesischen Insel Bali die Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank statt. Am Rande dieser Tagung wurden von offizieller Seite gleich mehrere Warnungen ausgesprochen.

Wachsende Sorgen

Zum einen wurde die Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum nach unten hin angepasst. Gleichzeitig wurde im Rahmen der Veröffentlichung des jüngsten Berichts des IWF zur Stabilität der Finanzmärkte ausdrücklich vor der wachsenden Sorge vor Turbulenzen gewarnt. Offener kann eine Warnung, die ja dann auch gleich an den Märkten „ankam“ kaum mehr kommuniziert werden.

Damit aber nicht genug. Die Chefin des IWF, Frau Lagarde aus Frankreich höchstpersönlich, äußerte aber noch weitere Sorgen. Sie gab unumwunden zu, dass sie sich nicht nur vor einem drohenden Handelskrieg fürchtet. Hinzu sind nun auch die Sorgen vor einem Währungskrieg gekommen. Fast schon flehentlich ermahnte sie insbesondere die großen Staaten, künftig deeskalierend zu agieren.

Kommt ein harter Brexit?

Zu dem ganzen „Schlamassel“ kommt ja noch die Gefahr eines ungeordneten, harten Brexit hinzu. Und hier wagte sich der Chef der britischen Notenbank, Mark Carney, höchspersönlich mit alarmierenden Warnungen aus der Deckung. Reuters zufolge warnte er vor einem drastischen Verfall der Immobilienpreise in Großbritannien, falls es keinen geordneten Brexit geben sollte. Carney verglich die möglichen Auswirkungen eines EU-Austritts ohne Abkommen demnach mit der Finanzkrise von vor zehn Jahren.

Bei einem harten Brexit könnten die Immobilienpreise innerhalb von drei Jahren um 35 Prozent fallen. Gleichzeitig sagte Carney eine steigende Inflation, steigende Zinsen und höhere Arbeitslosigkeit in Großbritannien voraus. Unzählige Hausbesitzer könnten in Schwierigkeiten geraten, ihre Kredite zurückzuzahlen.

Ja, liebe Leser, noch immer scheint gerade die Thematik „harter Brexit“ gerade in deutschen Landen massiv unterschätzt zu werden. Apropos Warnung, mit Blick auf einen harten Brexit war es Prof. Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft mit Sitz in Köln, der insofern Tacheles redete. Hüther zufolge wäre auf Seiten der EU Deutschland der Hauptleidtragende eines ungeregelten Brexit.

Wörtlich sagte er: „Die deutsche Industrie wird signifikant unter einem harten Brexit leiden.“ Herrn Hüther zufolge seien rund fünf Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts direkt oder indirekt vom Handel mit Großbritannien abhängig. Der deutsche Exportsektor müsste allein durch die Zölle mit Mehrkosten von 3,3 Milliarden Euro rechnen. Besonders betroffen wäre die deutsche Automobilindustrie, die fast 60 Prozent der zusätzlichen Lasten schultern müsste.

Hier gilt ganz klar: Nehmen Sie diese vielschichtigen Warnungen auf jeden Fall ernst.

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