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Verbraucher legen mehr Geld für noch schlechtere Zeiten zurück

Der Aufschwung in Europa sei nach wie vor kräftig und intakt. Die politsch und geldpolitisch Verantwortlichen beschwören beinah täglich die Mär der scheinbar heilen Wirtschaftswelt in Europa. Leider, leider kann die harte Realität mit den Sirenengesängen der Verantwortlichen nicht mithalten.

Verbrauchervertrauen in Frankreich bricht massiv ein

Fakt ist, dass in Frankreich schon seit Wochen massive Unruhen vorherrschen. Angesichts der anhaltenden sog. „Gelbwesten-Proteste“ erwägt die französische Regierung sogar, den Ausnahmezustand auszurufen. Kein Wunder also, dass in einem solchen Umfeld nicht wirklich eine gute Verbraucherstimmung aufkommen kann. Reuters meldet, dass das Verbrauchervertrauen in Frankreich kurz vor Beginn der heißen Phase des Weihnachtsgeschäfts so schlecht wie seit über dreieinhalb Jahren nicht mehr sei.

Das Statistikamt Insee teilte mit, dass das Stimmungsbarometer um drei auf nur noch 92 Punkte gefallen sei. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang auf 94 Zähler erwartet. Beachtlich ist auch, dass trotz des angeblichen starken Aufschwungs sich wieder mehr Franzosen vor einer höheren Arbeitslosigkeit sorgen würden. Gleichzeitig wächst die Angst vor künstlich durch den Staat verursachten höheren Energiekosten. Die „Geldwesten-Proteste“ richteten sich ursprünglich vor allem gegen Steuern auf Diesel und Benzin, die die Regierung im vergangenen Jahr eingeführt hatte.

Deutsche Verbraucher werden knausriger

Derweil trübt sich das Konsumklima nicht nur in Frankreich ein. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) veröffentlichte ja jüngst die monatliche Kosumklima-Studie für Deutschland. Diese fiel für den Monat Dezember unerwartet schlecht aus. Sehr spannend ist auch der Blick auf die Hintergründe des Rückgangs. Die Deutschen seien mit Blick auf die Erwartungen an die konjunkturelle Entwicklung pessimistischer geworden. Folglich seien auch die Erwartungen an das eigene Einkommen gefallen. Extrem beachtlich auch, dass die deutschen Verbraucher wieder mehr sparen wollen.

Trotz abgeschaffter Zinsen für Sparguthaben wird jetzt der GfK zufolge wieder mehr Geld für noch schlechtere Zeiten zurückgelegt. Herr Bürkl, Experte bei der GfK, merkte weiter an, dass nach fast zehn Jahren Aufschwung manche den Eindruck haben würden, es werde nie wieder einen Abschwung geben. Mit Blick auf die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sei aber fast schon die Saat für einen Abschwung gelegt.

Ja, liebe Leser, die Saat für den neuen Abschwung ist gelegt. Und es wundert nicht, wenn aus dem deutschen Handel schon jetzt erste Berichte über einen schwachen Auftakt des Weihnachtsgeschäfts kommen. Es wäre wahrlich keine Überraschung, wenn Anfang des kommenden Jahres das statistische Bundesamt über ein deutlich unter den Erwartungen gebliebenes Jahresendgeschäft berichten würde.

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