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Viele neue Krisenherde bei der Deutschen Bank

Schon Anfang der Woche ging es hier um die Deutsche Bank. Doch die aktuelle desaströse Lage ist so vielschichtig, dass ich heute gleich noch einmal auf den angeschlagenen Finanzwert eingehen möchte.

Deutsche Bank Tochter in den USA unter Druck

Zuletzt kam es einmal mehr knüppeldick für den sog. „Branchenprimus“. Selbst in den offiziellen Schlagzeilen der Mainstream-Finanzmedien heißt es nun, dass die Deutsche Bank mit dem Rücken an der Wand stehen würde. Hintergrund ist, dass die für die Bankenaufsicht zuständige Notenbank Fed der US-Tochter der Deutschen Bank das Prädikat „in troubled condition“ verpasste.

Auffällig ist da schon, dass die Aufsicht schon vor einem Jahr intern von einem „beunruhigenden Zustand“ spricht. Nur wurde diese Einstufung erst gestern öffentlich bekannt. Die US-Töchter der Deutschen Bank gelten den Finanzaufsehern also als Problemfälle, als instabil und gefährdet. Und das sollte uns alle aufhorchen lassen.

Weitere Hiobsbotschaften aus Australien

Und als ob das nicht schon genug an schlechten Nachrichten wäre, haben schließlich auch noch die Bonitätswächter aus dem Hause Standard & Poor‘s den Daumen für die Deutsche Bank gesenkt. Kritisiert werden vor allem zwei Punkte:  zum einen monieren sie die fehlende Profitabilität der Bank im Vergleich mit ihren Mitbewerbern. Zum anderen zweifelt die Agentur, ob die Bank ihre neu verordnete Strategie unter dem neuen Vorstandschef erfolgreich umsetzen kann.

Desweiteren droht der Deutschen Bank in Australien eine Kartellklage im Zusammenhang mit Vorwürfen gegen die Australia and New Zealand Banking Group (ANZ). Es geht um eine 2,3 Milliarden Dollar schwere Platzierung von Aktien im Jahr 2015. Australiens Wettbewerbsaufsicht ACCC wolle die ANZ und zwei namentliche nicht genannte Unternehmen anklagen. Die Deutsche Bank und die Citigroup erklärten unabhängig voneinander, dass sie mit einer Anklage rechnen.

Ja, liebe Leser, und dann kommt dann noch die Italien-Krise obendrauf. Die Deutsche Bank weist für Ende März Forderungen gegenüber dem italienischen Staat von 2,9 Milliarden Euro aus. Ferner hat die Deutsche Bank den Berichten zufolge in Italien insgesamt Kredite im Volumen von knapp 35 Milliarden Euro vergeben. Unter dem Strich bleibt eines sicher: die Misere ist noch lange nicht ausgestanden und der Kurs der Aktie hat noch reichlich Luft nach unten.

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