Produkt Logo

Warnsignal: Mietpreisanstieg kommt fast zum Stillstand

Seit Jahren werden scheinbar explodierende Mieten in den Boomstädten Deutschlands als Top-Problem angesehen. Doch nun gibt es erste Meldungen, dass der vermeintlich unaufhaltsame Anstieg der Mieten zum Ende gekommen ist.

Langsamer steigende Mieten

Der Maklerverband IVD teilte jüngst mit, dass sich das Mietpreiswachstum in Deutschland gegenüber dem Mietpreiswachstum der vergangenen Jahre massiv verlangsamt habe. So seien die Neuvertragsmieten für Wohnungen in allen Wohnwertklassen sowie fast allen Städtegrößen deutlich langsamer gestiegen als 2016. Dies ist das zentrale Ergebnis des offiziellen IVD-Wohnpreisspiegels 2016/2017.

Stagnierende Mieten in den Metropolen

Hoch interessant ist in dem Kontext jedenfalls, was der Maklerverband über die Entwicklung in den Boomstädten zu berichten wusste. Hier sei es so, dass selbst in boomenden Städten wie Frankfurt am Main, Stuttgart oder Düsseldorf aktuell die Mieten stagnieren würden. Jürgen Michael Schick, der Präsident des Verbands, betonte ferner, dass mit Blick auf die inflationsbereinigte Entwicklung der Mietpreise in den zehn größten Städten Deutschlands kein empirischer Beleg für explodierende Mieten vorhanden sei.

So seien die Mieten im Durchschnitt der zehn größten deutschen Städte seit 1996 kaum über die Inflation dieses Zeitraums hinaus angestiegen. Im Zeitraum von 1996 bis 2015 habe sich das Mietpreiswachstum in den zehn größten Städten Deutschlands sogar unterhalb der Inflation im selben Zeitraum befunden.

Im bundesdeutschen Durchschnitt würde das indexierte Mietpreiswachstum nach wie vor um 13 Punkte unterhalb der Inflation des Zeitraums 1996-2017 liegen. Von einer Explosion der Mieten könne daher keine Rede sein. Fakt sei, dass man aktuell im Schnitt in Deutschland für eine Wohnung mit mittlerem Wohnwert, die nach 1949 errichtet wurde, eine Nettokaltmiete von 6,28 Euro pro Quadratmeter zu zahlen habe.

Fallende Mieten in Düsseldorf

Herr Schick sagte weiter, dass der in Deutschland zu verzeichnende Neubau mittlerweile doch Wirkung zeitigen würde. Mehr Wohnungen würden die Märkte entlasten und seien der beste Schutz vor starken Mietanstiegen, so Herr Schick. Er verwies auch auf das Beispiel Düsseldorf. In der Metropole am Rhein habe es so viel Neubau gegeben, dass dort die Durchschnittsmiete für Neubauten sogar gegenüber dem Vorjahr rückläufig gewesen sei. Und zwar um sage und schreibe 4,35 Prozent.

Ja, liebe Leser, wer hätte das gedacht! Erste klar deflationär zu wertende Tendenzen am deutschen Immobilienmarkt können selbst von notorischen Optimisten nicht mehr abgestritten werden. Es zeigt sich einmal mehr, dass das sog. Betongold alles andere als ein risikoloses Investment ist und auch am Immobilienmarkt die Bäume nicht in den Himmel wachsen….

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Noch keine Bewertungen)
Loading...