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Zollstreit lastet immer heftiger auf chinesischer Wirtschaft

Über viele Jahre hinweg galt ja China, das Riesenreich der Mitte, als DIE Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft. Offiziell vermeldete die Volksrepublik ja immer Wachstumsraten, die für „westliche Verhältnisse“ in der Tat phänomenal hoch ausfielen. Es schien so, als ob nichts den Wachstums-Siegeszug der Chinesen stoppen oder verlangsamen könnte.

Trump macht Druck

Seit dem vergangenen Jahr sieht die Welt aber gänzlich anders aus. Die USA, allen voran Präsident Donald Trump, üben mit ihrer „neuen“ Zollpolitik massiv Druck auf die Chinesen aus. Die zwei größten Wirtschaftsmächte der Welt haben sich mittlerweile gegenseitig mit massiven Zöllen überzogen, was sich schon auch auf die gesamte Weltwirtschaft auswirkt. US-Präsident Donald Trump droht mit weiteren Zöllen, sollten die beiden Nationen sich nicht auf einen Deal einigen. Ob und wann es zu ebensolchem „Deal“ kommt, bleibt indes fraglich und ungewiss. Fakt ist allerdings, dass dieser Streit den chinesischen Wachstumsmotor immer stärker abwürgt.

Exportaufträge auf niedrigstem Stand seit der Finanzkrise

Reuters meldete in der vergangenen Woche, dass die chinesischen Exporteure angesichts des Handelsstreits mit den USA so wenig Aufträge wie seit der Finanzkrise nicht mehr erhielten. Das wies der amtliche Einkaufsmanagerindex (PMI), den das Statistikamt des Reichs der Mitte jüngst veröffentlichte, aus. Der Index sank im Februar auf 49,2 (Januar: 49,5) Punkte und lag damit so niedrig wie zuletzt vor drei Jahren.

Mittlerweile fällt der Index seit Mai 2018 und liegt inzwischen den dritten Monat in Folge unter der Marke von 50 Punkten. Zur Erinnerung, ab 50 Punkten wird Wachstum angezeigt. Der Handelsstreit belastet vor allem die Auslandsnachfrage chinesischer Firmen. So ging der PMI-Subindex für neuen Exportbestellungen auf 45,2 Punkte zurück. Das ist das tiefste Niveau seit zehn Jahren. Noch beachtlicher ist, dass das Teilbarometer für die Beschäftigungssituation auf einen verstärkten Stellenabbau der Industrieunternehmen hinweist. Iris Pang, Ökonomin von der niederländischen Großank ING, machte Reuters zufolge wenig Hoffnung auf ein Ende der Abschwächung Chinas, falls es beim Handelskrieg nicht wirklich zu einem längeren Burgfrieden kommen wird.

Ja, liebe Leser, der chinesische Wachstumsmotor ist ins Stottern geraten. Es gilt eben auch für China, dass die Bäume nicht ständig nur weiter wild in den Himmel wachsen können. Nicht auszuschließen ist in dem Kontext, dass die verlangsamende Wachstumslokomotive China die Weltwirtschaft an den Rand des Entgleisens bringen könnte. Und hier ist es ja gerade das Exportland Deutschland, das darunter besonders stark leiden könnte. Überraschend wäre dies wahrlich nicht.

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